- 12.08.2004, 12:15:33
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Grüne/Jerusalem: Ende der Debatte bezüglich Rechtschreibreform
Politik ist nicht dazu da, SchülerInnen zu sekkieren.
Wien (OTS) - Angesichts der heurigen Sommerlochdebatte zum Thema
Rechtschreibreform stellt die Schulsprecherin der Wiener Grünen
Gemeinderätin Susanne Jerusalem klar: "Die Politik ist nicht dazu da,
die SchülerInnen zu sekkieren. Der Erste, der wirklich dafür ist,
dass für die österreichischen SchülerInnen wieder die alte
Schreibweise zu gelten hat, soll die Hand heben und dann einige
triftige Argumente dafür anführen. Ansonsten plädiere ich für ein
Ende der Debatte."
Eine gewisse Uneinheitlichkeit der Schreibweise stelle nicht den
Untergang des Abendlandes dar. Was sei so schlimm daran, wenn zwei
Schreibweisen für ein Wort zulässig seien oder nicht jede
Schreibweise in Österreich, der Schweiz und Deutschland gleich sei?
Der Wunsch nach Konformität scheine eher schlecht verhüllter
Konformismus zu sein.
Jerusalem: "Ob die eine Rad fährt und die andere radfährt ist völlig
gleichgültig, ein bisschen mehr Großzügigkeit ist ohnehin längst
angesagt. Die Schweiz beweist uns seit Jahren, dass man ganz ohne
Kopfschmerz auf das scharfe s (ß) verzichten kann, englische und
französische Kinder lernen mühelos lesen und schreiben, ganz ohne
Großschreibung von Hauptwörtern. Über das vielbemühte Beispiel "der
Gefangene floh" versus "der gefangene Floh" kann man dort
wahrscheinlich nur lachen, bei uns sind das aber alles ernstgenommene
Argumente. "
Übrigens sei auch in Deutschland die Mehrheit der Länder für die
Beibehaltung der neuen Schreibweise. Wenn sich einige Zeitungen eine
eigene Hausorthographie zulegen wolle, wird sie niemand daran hindern
können. Vielleicht eröffne das für SchülerInnen eine Chance auf neue
Argumente beim Kampf um eine bessere Schularbeitsnote. Jerusalem
stellt abschließend fest: "Der Inhalt soll ohnehin mehr zählen als
die Form."
Rückfragehinweis:
Pressereferat Grüner Klub im Rathaus, Tel: 4000-81814
OTS0116 2004-08-12/12:15
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