Grüne/Jerusalem: Ende der Debatte bezüglich Rechtschreibreform

Politik ist nicht dazu da, SchülerInnen zu sekkieren.

Wien (OTS) - Angesichts der heurigen Sommerlochdebatte zum Thema Rechtschreibreform stellt die Schulsprecherin der Wiener Grünen Gemeinderätin Susanne Jerusalem klar: "Die Politik ist nicht dazu da, die SchülerInnen zu sekkieren. Der Erste, der wirklich dafür ist, dass für die österreichischen SchülerInnen wieder die alte Schreibweise zu gelten hat, soll die Hand heben und dann einige triftige Argumente dafür anführen. Ansonsten plädiere ich für ein Ende der Debatte."

Eine gewisse Uneinheitlichkeit der Schreibweise stelle nicht den Untergang des Abendlandes dar. Was sei so schlimm daran, wenn zwei Schreibweisen für ein Wort zulässig seien oder nicht jede Schreibweise in Österreich, der Schweiz und Deutschland gleich sei? Der Wunsch nach Konformität scheine eher schlecht verhüllter Konformismus zu sein.

Jerusalem: "Ob die eine Rad fährt und die andere radfährt ist völlig gleichgültig, ein bisschen mehr Großzügigkeit ist ohnehin längst angesagt. Die Schweiz beweist uns seit Jahren, dass man ganz ohne Kopfschmerz auf das scharfe s (ß) verzichten kann, englische und französische Kinder lernen mühelos lesen und schreiben, ganz ohne Großschreibung von Hauptwörtern. Über das vielbemühte Beispiel "der Gefangene floh" versus "der gefangene Floh" kann man dort wahrscheinlich nur lachen, bei uns sind das aber alles ernstgenommene Argumente. "

Übrigens sei auch in Deutschland die Mehrheit der Länder für die Beibehaltung der neuen Schreibweise. Wenn sich einige Zeitungen eine eigene Hausorthographie zulegen wolle, wird sie niemand daran hindern können. Vielleicht eröffne das für SchülerInnen eine Chance auf neue Argumente beim Kampf um eine bessere Schularbeitsnote. Jerusalem stellt abschließend fest: "Der Inhalt soll ohnehin mehr zählen als die Form."

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