MA 22: Vorbildlicher Vogelschutz in Wien

600.000 Vögel leben in unserer Stadt - 148 verschiedene Arten brüten in Wien

Wien (OTS) - "Diese Zahlen sind keineswegs für das gesamte Wiener Stadtgebiet repräsentativ", reagierte Mag. Harald Gross, Naturschutzexperte der MA 22 - Umweltschutz, auf heute von den Grünen genannte Daten zum angeblichen Rückgang des Vogelbestandes in Wien. Im Auftrag der MA 22 werden seit 1989 bzw. seit 1990 die Vogelbestände auf der Himmelwiese und dem Neuberg, beide in Wien-Liesing, erfasst. Gross: "Die Anzahl der dortigen Vogelreviere unterliegt äußerst starken Schwankungen. Daraus können aber keine Rückschlüsse auf ganz Wien gezogen werden." In den Jahren 2000-2003 hat die MA 22 gemeinsam mit BirdLife Österreich eine Gesamt-Wiener Vogelbestandserfassung durchgeführt. "Damit gibt es in Zukunft aussagekräftige Zahlen über die Entwicklung der Vogelbestände in Wien", so Gross: "So können bereits laufende Schutzprogramme und Maßnahmen noch gezielter eingesetzt werden."

Haussperling führt Wiener Vogel-Hitliste an

2003 wurde die erstmals für das gesamte Stadtgebiet Wiens durchgeführte "Bestandserhebung der Wiener Brutvögel" (Brutvogelkartierung) abgeschlossen werden. 148 Vogelarten konnten während der Brutzeit auf Wiener Stadtgebiet nachgewiesen werden. Weitere Ergebnisse: Insgesamt ist Wien Heimat von bis zu 600.000 Individuen. Besonders stark vertreten sind Arten, die in allen Lebensräumen zu finden sind. So gehören Amsel, Kohlmeise und Mönchsgrasmücke zu den zehn häufigsten Arten in Wien. Aber auch typische Arten der Stadt, wie Straßentaube oder Haussperling, prägen die Vogelwelt Wiens. Die häufigste Vogelart in Wien ist der Haussperling mit ca. 30.000 bis 40.000 Brutpaaren. Mit einem Anteil von 15 % ist der Haussperling somit der häufigste Vogel der Stadt.

Wien ist Heimat für seltene Vogelarten

Wien bietet aber nicht nur weit verbreiteten, wenig anspruchsvollen Vogelarten Lebensraum. Das Stadtgebiet von Wien beherbergt z. B. die größte bekannte Brutpopulation der Zwergrohrdommel in Österreich. Diese Art wird in der "Roten Liste gefährdeter Tiere Österreichs" geführt. Auch die Wiener Bestände von Mittelspecht und Zwergschnäpper spielen für die gesamtösterreichische Population dieser Arten eine große Rolle. Übrigens sind neun von den insgesamt zehn in Österreich vorkommende Spechtarten in Wien vertreten.

Schutzmaßnahmen für Wiens Vögel

In der Wiener Naturschutzverordnung wurden 13 Vogelarten als "prioritär bedeutend" ausgewiesen. Für diese Arten hat sich die Stadt Wien verpflichtet, Artenschutzprogramme durchzuführen. "Auch damit hat Wien die Vorgaben der EU-Vogelschutzrichtlinie vorbildlich umgesetzt", so Mag. Gerald Kroneder, stellvertretender Leiter der MA 22.

Im Rahmen der Wiener Brutvogelkartierung haben ExpertInnen von BirdLife Vorschläge für Artenschutzprogramme erarbeitet. Diese fließen laufend in die Naturschutzarbeit der Wiener Umweltschutzabteilung ein, wie z. B. beim Projekt Biosphärenpark Wienerwald, beim Wiener Arten- und Lebensraumschutzprogramm Netzwerk Natur oder bei den Managementplänen für Natura 2000-Gebiete.

Einige konkrete Maßnahmen: Im Rahmen des Programmes "Vertragsnaturschutz" der MA 22 wird das Programm "Ackerrandstreifen" durchgeführt: Wiener LandwirtInnen verpflichten sich vertraglich, Randstreifen nicht landwirtschaftlich zu nutzen, sondern mit einer bestimmten Pflanzenmischung zu bebauen. Diese Maßnahme fördert u.a. den Bestand von Rebhühnern. Die MA 22 hat alte hochstämmige Obstbäume kostenlos an interessierte Wiener GartenbesitzerInnen abgegeben. Diese Obstbäume bieten u.a. Gartenrotschwanz und Wendehals Lebensraum.

o Informationen zum Naturschutz in Wien: http://www.umwelt.wien.at/

(Schluss) urb/wög

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Dr. Mathilde Urban
MA 22 Umweltschutz
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