AK warnt erneut vor Werbeveranstaltungen

AK hat Strafanzeige wegen Betruges eingebracht - Angebotene Produkte sind statt aus hochwertigem Kaschmir aus gewöhnlicher Schafwolle

Wien (OTS) - Die AK warnt erneut vor Werbeveranstaltungen der
Firma Binder Marc, besser bekannt unter BIMA-Therm, Malibu Events, MB-Marketing. Die AK hat im Juli eine Strafanzeige wegen Betruges bei der Staatsanwaltschaft Wien eingebracht. Anlass waren die bei den Verkaufsveranstaltungen angebotenen Produkte, die angeblich aus hochwertigem Kaschmir sind. Ein Gutachten des Österreichischen Textilforschungsinstituts bestätigte der AK: Der getestete Polster ist aus gewöhnlicher Schafwolle.

Die AK hat schon im März eine Klage wegen unlauterem Wettbewerb gegen MB Marketing eingebracht, da Konsumenten mit irreführenden Gewinnverständigungen zu Werbeveranstaltungen in Gasthäuser gelockt wurden. Sie sollten dort teure Produkte kaufen.

Im Frühjahr hat sich ein Konsument in der AK beraten lassen. Er sollte - samt Begleitung - mit einer Gewinnverständigung zu einer Warenpräsentation in ein Gasthaus in seiner Wohnortnähe kommen. Die AK Mitarbeiterinnen haben die Einladung des Konsumenten angenommen und mit ihm gemeinsam Anfang Mai eine Veranstaltung der Firma Binder Marc besucht. "Versprochene Preise wie einen VW Multivan, Bargeld in der Höhe von 11.111 Euro, eine Magic-Life Türkei Reise oder als fünfter Hauptpreis Markenfahrräder bekam niemand", erzählt AK Expertin Ulrike Ginner. Alle angeschriebenen Personen erhielten als Hauptpreis eine billige Armbanduhr der Firma Geneve. Von den anderen Preisen wurde keiner ausgespielt, die Konsumenten wurden auf angeblich spätere Veranstaltungen vertröstet. Ferner bekamen die angeschriebenen Personen als Zusatzpreis ein Küchenset, für das ein Barausgleich von 199 Euro garantiert wurde, wenn es nicht vorhanden sei. "Das übergebene Messerset war allerdings ein Billigprodukt", so Ginner.

In der Verkaufsveranstaltung selbst, die ungefähr zwei Stunden dauerte, wurden Pölster, Decken und Matratzen verkauft. Die Waren wurden als hochwertige Kaschmirprodukte angeboten und zu einem Set-Preis von 699 Euro verkauft. Bei der Verkaufsveranstaltung wurde betont, dass Schaffellprodukte nicht diese Qualität aufweisen und Kaschmir, das von der Kaschmirziege stamme, einen besonders hohen Preis habe, erzählt Ginner. Kaschmir könne sowohl im Sommer als auch im Winter verwendet werden, da es temperaturausgleichend wirke. Die AK hat einen Polster gekauft. Auf Grund der Produktbezeichnung "Modell" Kaschmir und der fehlenden gesetzlich vorgeschriebenen Textilkennzeichnung wurde die AK misstrauisch und überbrachte den Polster dem Österreichischen Textilforschungsinstitut (öti), um eine Materialanalyse durchzuführen. Das Gutachten stellt fest, dass es sich bei dem Material um gewöhnliche Schafwolle handelt. Im Handel ist Schafwolle aber beträchtlich billiger als Kaschmir. Die AK hat daher im Juli Strafanzeige wegen Betruges bei der Staatsanwaltschaft Wien eingebracht.

Tipps der AK
+ Vorsicht beim Kauf von Produkten bei Werbeveranstaltungen.
+ Hände weg bei Postfachfirmen.
+ Vorsicht bei Gewinnversprechen - kein Unternehmen hat etwas herzuschenken.

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Doris Strecker
AK Wien Kommunikation
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