• 09.08.2004, 08:00:33
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"Wiesner fragt" Sozialminister Herbert Haupt "in der Klarheit"

Von Tollwut, Knittelfeld und wissenschaftlich komplizierten Fällen

Wien (OTS) - Dass Sozialminister Herbert Haupt einen
Flugzeugabsturz und mehr als ein Dutzend schwere Autounfälle überlebt
hat, ist hinlänglich bekannt. Ein Blick ins Fernseharchiv ruft ein
weiteres persönliches Schicksal des FPÖ-Politikers ins Gedächtnis:
Der junge Kärntner Tierarzt hatte sich im Jänner 1977 - als erster
Österreicher seit 1956 - mit Tollwut infiziert. Konfrontiert mit dem
damals ausgestrahlten Bericht der ORF-Sendung "Österreich-Bild" meint
der "Sprachkünstler" Herbert Haupt: "Ein wissenschaftlich
komplizierter Fall - wie immer würde ich fast sagen, wenn es mit mir
zu tun hat!"
"Wiesner fragt" den Sozialminister am Dienstag, dem 10. August 2004,
um 22.30 Uhr in ORF 2.

Eine Festplatte voller Fragen: Von Knittelfeld bis Vollbeschäftigung

Robert Wiesner hat in seiner vorläufig letzten Sendung wieder einmal
eine Festplatte voller Fragen: Was hat es zu bedeuten, dass Herbert
Haupt immer wieder durch Unglücksfälle von sich reden macht? Was ist
seine Bilanz von vier Jahren schwarz-blauer Koalition und wie erklärt
er heute vollmundige Ankündigungen wie jene vom 30. Oktober 2000,
dass uns "auf Grund der Bemühungen dieser Bundesregierung in vielen
Bereichen Österreichs auch Vollbeschäftigung ins Haus steht", obwohl
wir heute mehr als 200.000 Arbeitslose haben? Wo ist er eigentlich in
den FPÖ-internen Konflikten gestanden? Immerhin war er an der Seite
von Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer, als diese vehement gegen
einen Sonderparteitag auftrat, sympathisierte aber dann mit vielen
Forderungen der "Knittelfelder" Rebellen, als er Parteichef und
Vizekanzler wurde.

Der Sozialminister über sich: "Bin nicht so streichelfähig, wie ich
in der Öffentlichkeit oft ausschaue!"

"Ich bin an und für sich so wie alle Waagen ein sehr gutmütiger
Mensch. Wenn - so wie man auf Kärntnerisch sagt, das Häferl voll ist,
kann ich auch durchaus einmal sehr überschäumend auch meine Kritik
äußern und in internen Kreisen Fraktur reden, wenn mir etwas wider
den Strich geht, und dass ich dort nicht so streichelfähig bin, wie
ich in der Öffentlichkeit oft ausschaue!"

Herbert Haupt - ein Mann der klaren Worte

Sagt Haupt "in der Klarheit" vor allem dann, wenn er sich bei heiklen
Themen nicht festlegen will? "Ich gebe schon zu, dass mancher meiner
Sätze leicht unverständlich ist, weil er zu lange ist, aber der Herr
Bundeskanzler Vranitzky hat damit immerhin zehn Jahre die Republik
regiert, dass man am Ende nicht wusste, was er am Anfang gesagt
hatte."

Warum verzichtet der Sozialminister völlig auf die für ihn typischen
Schachtelsätze, als er sich im Vorjahr mit einer Rede gegen Angriffe
Jörg Haiders zur Wehr setzt? "Nicht ich Herbert Haupt habe die Partei
in die Regierung geführt, sondern andere. Ich darf nunmehr mit euch
gemeinsam die Suppe auslöffeln, die uns andere eingebrockt haben!",
so Haupt beim steirischen Landesparteitag im Juni 2003.

Der Burschenschafter Haupt: In voller Wichs mit Käppi und Säbel

Wie kommt es zu den Hauptschen Sprachschöpfungen, was meint er, wenn
er den deftigen Kärntner Ausdruck "aus dem letzten Auspuff’"
verwendet, und weiß der deklarierte Burschenschafter noch, was er
gesagt hat, als er im Jahr 1971 vor der Wiener Universität "in voller
Wichs", mit Käppi und Säbel, interviewt wurde? Fragen über Fragen,
wenn "Wiesner fragt" und der Sozialminister "in der Klarheit"
antwortet.

OTS0010    2004-08-09/08:00

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