Rieder: Bauen neuartiges Wasserkraftwerk in Wien-Nußdorf

"Strom umweltfreundlich und wirtschaftlich erzeugen und gleichzeitig Versorgungssicherheit steigern"

Wien (OTS) - Wiens Finanz- und Wirtschaftsstadtrat Vizebürgermeister Dr. Sepp Rieder legte am Donnerstag den Grundstein für ein neues Kleinwasserkraftwerk in Wien-Nußdorf am Beginn des Donaukanals. Die Anlage wird jährlich etwa 24,6 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen, womit etwa 10.000 Wiener Haushalte mit sauberster Energie versorgt werden können. Die Gesamtinvestitionskosten belaufen sich auf ca. 15 Millionen Euro. Das Kraftwerk soll voraussichtlich 2005 in Betrieb gehen. Die Projektpartner für dieses Projekt sind zu gleichen Teilen Wien Energie Wienstrom, die VERBUND-Austrian Hydro Power AG (AHP) und EVN.

"Mit dieser Anlage erzeugen wir Strom aus erneuerbarer Energie und damit sehr ökologisch und tragen damit zum Erreichen des Kyoto-Ziels bei. Zusätzlich steigern wir damit die Versorgungssicherheit", so Rieder.

Diese CO2-freie Stromproduktion festigt Wiens Position als Umweltmusterstadt. Schon bisher erzeugen die Kraftwerke der Wien Energie Wienstrom (im Wesentlichen auf drei Standorten - Simmering, Donaustadt, Leopoldau) mit der Methode der Kraft-Wärme-Koppelungen 4.000 bis 4.500 Millionen kWh Strom pro Jahr auf eine sehr "saubere" Art. Insgesamt verbrauchen die Kunden der Wien Energie Wienstrom ca. 10.000 Millionen kWh pro Jahr.****

Neuartige Turbinentechnologie macht Projekt wirtschaftlich

Bereits 1994 wurden insgesamt drei mögliche Varianten zur Errichtung eines Kraftwerkes bei Nußdorf untersucht. Als am besten geeignet stellte sich der Standort unterhalb des Wehrs heraus. Mit der damals verwendeten Kraftwerkstechnologie konnte das Kraftwerk aber nicht wirtschaftlich betrieben werden. Heute, 10 Jahre später, ist dieses Projekt durch die Verwendung von Matrixturbinen wirtschaftlich. Die Matrixturbine stellt ein völlig neuartiges Konzept zur Erzeugung elektrischer Energie für bestehende Wehranlagen dar. Durch den Einsatz dieser neuen Technik sind nur Bauarbeiten in geringem Ausmaß notwendig, da bereits bestehende Wasserbauten verwendet werden. Diese Bauweise ermöglicht es auch, in das denkmalgeschützte Architekturjuwel ein Kraftwerk zu integrieren, ohne das Ensemble wesentlich zu verändern.

Das Wasserkraftwerk wird in die Wehranlage unterhalb der Schemerlbrücke in Nußdorf eingebaut und damit so gut wie unsichtbar sein. Unter Wasser sorgen 12 Matrixturbinen für eine optimale Ressourcennutzung. Matrixturbinen sind einfach aufgebaut und für Flusskraftwerke eine sowohl technische als auch kostengünstige Alternative zu konventionellen Turbinenarten.

Die Wasserführung des Donaukanals wird mit dem Einsatz dieser innovativen und umweltfreundlichen Kraftwerkslösung nicht verändert. Gemäß dem Kyoto-Protokoll, das eine Verringerung des Schadstoffausstoßes vorsieht, stellt dieses Kleinwasserkraftwerk eine umweltschonende und kostengünstige Alternative zu herkömmlichen Kraftwerken dar.

Innovatives Projekt mit drei Partnern

Betrieben wird das Wasserkraftwerk von der eigens gegründeten Gesellschaft Kraftwerk Nußdorf Errichtungs- und Betriebsgesellschaft. Zu je einem Drittel sind die Verbund-Tochter AHP, Wienstrom und EVN Naturkraft als Gesellschafter beteiligt.

Sinnvolle Nutzung von Wasserkraft ist auch in kleinem Rahmen möglich. Am Beispiel des Kleinkraftwerkes Nußdorf zeigen Wien Energie Wienstrom, EVN und die Verbund Austrian Hydro Power, dass große Unternehmen ihr Know-how für regionale Projekte zum Vorteil aller gewinnbringend einsetzen können. (Schluss) mmr

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