Wiener "open source": Keine "ideologische" Entscheidung

Wien (OTS) - Im Rahmen eines von Abg. Z.NR Josef Broukal eingeladenen Mediengespräches nahmen Dienstag Abend Wiens zuständiges Stadtregierungsmitglied DI Rudolf Schicker sowie Gemeinderat Mag. Andreas Schieder zu Wiens "open source"-Philosophie Stellung.

Stadtrat Schicker: "Wien hat mit der Magistratsabteilung 14 einen großen internen Dienstleister, der die einzelnen Magistratsdienststellen in diesen Fragen sachlich berät.
Aus Sicht der Stadt Wien ist daher keine Entscheidung für oder gegen einen Anbieter relevant. Wien ist da auch anders als München, ein kompletter Wechsel oder Austausch ist bei uns nicht erforderlich. Wir werden lediglich einen pragmatischen Weg der Analyse, Bewertung und eines allfälligen Umstieges empfehlen, also keinerlei ideologischen Entscheidungen treffen.

Mit entscheidend wird, je nach Anlassfall, auch die Preisgestaltung sein, wobei aus meiner Sicht Konkurrenz zum defacto-Monopolisten durchaus belebend sein kann. Wichtig ist vor allem, dass die Verwaltung im Dienste der WienerInnen klaglos funktioniert."

Der Stadtrat verwies darauf, dass die weitere Vorgangsweise erst nach Vorliegen des Endergebnisses einer laufenden einschlägigen Studie im Herbst dieses Jahres festgelegt werde.
Als Experte zum Mediengespräch eingeladen war auch der Leiter der MA 14, SR DI Erwin Gillich, der fachliche Details im Umgang mit den Anbietern und der Beratung der Dienststellen erläuterte: "Wien setzt auf sanfte Migration und wird in Zukunft neben Microsoft-PCs auch open-source-software-PCs einsetzen. Die Wahl des Produktes bleibt aber den Abteilungen überlassen."

Für Gemeinderat Schieder geht es bei der Wiener "open source"-Philosophie vor allem darum, dass Wien, das - anders als München - keinen Entscheidungsdruck hat, eine "offene Strategie" hat, die ein Höchstmaß an Entscheidungsfreiheit zum Ziel hat. "Zu beurteilen sind auch alle Kosten, die im Zusammenhang mit der Anwendung einer Software anfallen, neben Lizenzgebühren auch Schulung, Implementierung Adaptierung, Support usw.

Für uns ist open source keine religiöse Frage, sondern eine pragmatische: Vieles spricht dafür - die Sicherheit, und man weiß, was man hat, man kennt den Quellcode." (Schluss) lf

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