• 29.07.2004, 12:26:29
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Österreichisches Rotes Kreuz wird Darfur-Flüchtlinge mit Wasseranlage versorgen

Regen hält zurzeit 600.000 Menschen im Westsudan gefangen

Wien (Rotes Kreuz) - "Der Regen füllt jetzt ausgetrocknete
Flusstäler mit Wasser und macht sie unpassierbar. Wir schätzen, dass
etwa 600.000 Menschen im Sudan regelrecht gefangen sind", schildert
Rotkreuz-Helfer Gauthier Lefèvre die Lage in der Grenzregion zwischen
Darfur im Westudan und dem benachbarten Tschad. Die Flüchtlinge
steckten zurzeit zwar fest, würden aber jede Gelegenheit nützen, um
sich über die Grenze in Sicherheit zu bringen, so der
Rotkreuz-Mitarbeiter.

Im Osten des Tschads bereiten sich die Hilfsorganisationen daher
auf die Ankunft der riesigen Flüchtlingswelle vor. Rotkreuz-Helfer
Lefèvre: "Wir errichten Camps und Lagerhäuser für Lebensmittel." Das
alles geschehe unter enormem Zeitdruck, denn die Regenfälle würden
die Strassen kaum passierbar machen. "Im August bleiben uns deshalb
nur zehn Tage Zeit für den Transport von Hilfsgütern."

200.000 Menschen sind bisher aus ihrer Heimat Darfur in den
benachbarten Tschad geflohen. Die meisten leben in neun offiziellen
Camps internationaler Hilfsorganisationen im östlichen Tschad. "Mit
der Fertigstellung unseres Rotkreuz-Camps in Tréguine werden wir alle
Flüchtlinge, die den Tschad erreicht haben, versorgen können", sagt
Lefèvre. Die Zeltstadt wird 20.000 Bewohnern ein vorübergehendes
Zuhause bieten.

Das Österreichische Rote Kreuz wird helfen, das neue Camp in
Tréguine mit Wasser zu versorgen. In der kommenden Woche wird eine
Wasseraufbereitungsanlage von Wien aus in den Tschad geschickt. Die
Rotkreuz-Helfer und das Material für das Camp werden aus Österreich,
Belgien, Dänemark, Frankreich, Deutschland und Schweden stammen.

Die Flüchtlingswellen aus Darfur stellen eine gewaltige
Herausforderung für den Tschad dar, denn der östliche Landesteil
besteht fast zur Gänze aus Wüste. Seine Bewohner teilen ihre knappen
Ressourcen mit den Flüchtlingen. Einige Tausend Flüchtlinge aus
Darfur sind außerhalb der Camps bei Verwandten und in benachbarten
Gemeinschaften untergekommen. Daher hat das Rote Kreuz seine
Hilfsprogramme auch auf die Bewohner der Region ausgedehnt.

Fotos erhältlich.

OTS0102    2004-07-29/12:26

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