- 29.07.2004, 11:09:24
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KFV FORDERT EINSCHRÄNKUNG VON MOPED 15
Aufgrund der alarmierenden Unfallzahlen im Bereich Moped 15 fordert das KfV eine zeitliche und örtliche Einschränkungen für Moped 15-Ausweise.
Wien (OTS) - Moped 15-Unfälle geben Anlass zur Besorgnis. 663
Unfälle ereigneten sich im Vorjahr auf Österreichs Straßen. Zwischen
Jänner und April 2004 - sprich in der kalten Jahreszeit - waren es
bereits 90 Unfälle.
Am 1. Oktober 2002 wurde die verkehrspsychologische Untersuchung, der
sogenannte Persönlichkeitstest für Moped 15-Lenker, (5. FSG-Novelle)
abgeschafft. Das KfV macht diesen Schritt für den alarmierenden
Anstieg der Unfallzahlen hauptverantwortlich.
Verdreifachung der Zahl der Verletzten
Im Jahr bevor der Persönlichkeitstest abgeschafft wurde, waren 192
verletzte Moped 15-Lenker zu verzeichnen. Ein Jahr danach konnten de
facto alle 15-jährigen den Mopedschein erwerben, was dazu geführt
hat, dass sich die Anzahl der Verletzten beinahe verdreifacht hat:
Zwischen 1. Oktober 2002 und 1. Oktober 2003 verletzten sich 542
junge Mopedfahrer - ein Jahr davor waren es 192.
Viele Unfälle während der Arbeitszeit
Die tageszeitliche Verteilung der Unfallbeteiligungen betrug in Summe
auf dem Weg zur Arbeit oder Schule von 2001 bis inkl. April 2004 von
sechs bis neun Uhr etwa elf Prozent, in der Zeit von neun bis zwölf
Uhr noch immer zehn Prozent, um am Nachmittag kontinuierlich bis zu
einer Spitze von 30 Prozent in der Zeit von 16 bis 18 Uhr
anzusteigen.
Jugendliche nutzen Moped 15 hauptsächlich für Freizeitaktivitäten
Für den Zeitraum von 18 Uhr bis zum morgendlichen Berufsverkehr wird
eine Unfallbeteiligung von etwa 25 Prozent gemessen. Diese Zeiten
entsprechen nicht den üblichen Schul- bzw. Arbeitszeiten für
15-jährige und können daher nicht als Zeitraum für den notwendigen
Berufsverkehr interpretiert werden. Alle Zahlen deuten darauf hin,
dass die 15-Jährigen das Moped zu wesentlichen Teilen für den
Freizeitverkehr - speziell am Nachmittag und Abend - nutzen, was
nicht dem angestrebten Ziel, ihnen die Erreichung von Arbeitsstätte
oder Schule zu ermöglichen, entspricht.
Thann: "Zum Schutz der Jugendlichen wäre daher eine zeitliche und
örtliche Beschränkung der Fahrerlaubnis für 15-jährige, um zu ihrer
Ausbildungsstätte zu gelangen, dringend notwendig."
Wiedereinführung des Persönlichkeitstests
Das ursprünglich angestrebte Ziel der Einführung von Moped 15 im Jahr
1997 war der Zweck, dass 15-jährige, welche in ländlichen Gebieten
ohne öffentliche Anbindung zu Hause sind, problemlos zu ihrer
Ausbildungsstätte gelangen konnten. Wegen des erhöhten Risikos dieser
Altersgruppe (Reifedefizite, Imponiergehabe, Pubertät) wurde der
Persönlichkeitstest eingeführt, der als Kompromiss zwischen den
Mobilitätsinteressen der Jugendlichen und ihrem Schutz vor
Verkehrsunfällen diente. Durch diesen Test wurde im individuellen
Einzelfall überprüft, ob bereits ausreichende geistige Reife für die
motorisierte Verkehrsteilnahme liegt. Bei rund 20 Prozent der
Bewerber wurden gravierende Reifedefizite festgestellt.
"Entgegen Expertenmeinungen und eindringlichen Warnungen der
Verkehrsexperten wurde der Persönlichkeitstest für 15-jährige
Mopedlenker abgeschafft - eine kontraproduktive Maßnahme, die de
facto eine bundesweite Senkung des Mopedeinstiegsalters auf 15 Jahre
gebracht hat. Das KfV rät daher dringend zur raschen Wiedereinführung
des Persönlichkeitstests", sagt Dr. Othmar Thann, Direktor des
Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV).
OTS0070 2004-07-29/11:09
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