KFV FORDERT EINSCHRÄNKUNG VON MOPED 15

Aufgrund der alarmierenden Unfallzahlen im Bereich Moped 15 fordert das KfV eine zeitliche und örtliche Einschränkungen für Moped 15-Ausweise.

Wien (OTS) - Moped 15-Unfälle geben Anlass zur Besorgnis. 663 Unfälle ereigneten sich im Vorjahr auf Österreichs Straßen. Zwischen Jänner und April 2004 - sprich in der kalten Jahreszeit - waren es bereits 90 Unfälle.

Am 1. Oktober 2002 wurde die verkehrspsychologische Untersuchung, der sogenannte Persönlichkeitstest für Moped 15-Lenker, (5. FSG-Novelle) abgeschafft. Das KfV macht diesen Schritt für den alarmierenden Anstieg der Unfallzahlen hauptverantwortlich.

Verdreifachung der Zahl der Verletzten
Im Jahr bevor der Persönlichkeitstest abgeschafft wurde, waren 192 verletzte Moped 15-Lenker zu verzeichnen. Ein Jahr danach konnten de facto alle 15-jährigen den Mopedschein erwerben, was dazu geführt hat, dass sich die Anzahl der Verletzten beinahe verdreifacht hat:
Zwischen 1. Oktober 2002 und 1. Oktober 2003 verletzten sich 542 junge Mopedfahrer - ein Jahr davor waren es 192.

Viele Unfälle während der Arbeitszeit
Die tageszeitliche Verteilung der Unfallbeteiligungen betrug in Summe auf dem Weg zur Arbeit oder Schule von 2001 bis inkl. April 2004 von sechs bis neun Uhr etwa elf Prozent, in der Zeit von neun bis zwölf Uhr noch immer zehn Prozent, um am Nachmittag kontinuierlich bis zu einer Spitze von 30 Prozent in der Zeit von 16 bis 18 Uhr anzusteigen.

Jugendliche nutzen Moped 15 hauptsächlich für Freizeitaktivitäten Für den Zeitraum von 18 Uhr bis zum morgendlichen Berufsverkehr wird eine Unfallbeteiligung von etwa 25 Prozent gemessen. Diese Zeiten entsprechen nicht den üblichen Schul- bzw. Arbeitszeiten für 15-jährige und können daher nicht als Zeitraum für den notwendigen Berufsverkehr interpretiert werden. Alle Zahlen deuten darauf hin, dass die 15-Jährigen das Moped zu wesentlichen Teilen für den Freizeitverkehr - speziell am Nachmittag und Abend - nutzen, was nicht dem angestrebten Ziel, ihnen die Erreichung von Arbeitsstätte oder Schule zu ermöglichen, entspricht.

Thann: "Zum Schutz der Jugendlichen wäre daher eine zeitliche und örtliche Beschränkung der Fahrerlaubnis für 15-jährige, um zu ihrer Ausbildungsstätte zu gelangen, dringend notwendig."

Wiedereinführung des Persönlichkeitstests
Das ursprünglich angestrebte Ziel der Einführung von Moped 15 im Jahr 1997 war der Zweck, dass 15-jährige, welche in ländlichen Gebieten ohne öffentliche Anbindung zu Hause sind, problemlos zu ihrer Ausbildungsstätte gelangen konnten. Wegen des erhöhten Risikos dieser Altersgruppe (Reifedefizite, Imponiergehabe, Pubertät) wurde der Persönlichkeitstest eingeführt, der als Kompromiss zwischen den Mobilitätsinteressen der Jugendlichen und ihrem Schutz vor Verkehrsunfällen diente. Durch diesen Test wurde im individuellen Einzelfall überprüft, ob bereits ausreichende geistige Reife für die motorisierte Verkehrsteilnahme liegt. Bei rund 20 Prozent der Bewerber wurden gravierende Reifedefizite festgestellt.

"Entgegen Expertenmeinungen und eindringlichen Warnungen der Verkehrsexperten wurde der Persönlichkeitstest für 15-jährige Mopedlenker abgeschafft - eine kontraproduktive Maßnahme, die de facto eine bundesweite Senkung des Mopedeinstiegsalters auf 15 Jahre gebracht hat. Das KfV rät daher dringend zur raschen Wiedereinführung des Persönlichkeitstests", sagt Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV).

Rückfragen & Kontakt:

Kuratorium für Verkehrssicherheit
Mag. Alexandra Ludvik
Pressestelle
Tel.: +43/1/717 70-225

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KVS0001