- 29.07.2004, 11:05:54
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Heinisch-Hosek zu Abtreibungsdebatte: Frauen vor Reaktionären in der ÖVP beschützen
"Bundes-ÖVP soll offen sagen, ob sie die Fristenlösung tatsächlich einschränken möchte"
Wien (SK) Mit scharfen Worten reagierte SPÖ-Frauensprecherin
Gabriele Heinisch-Hosek Donnerstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst auf
"die scheinheilige Haltung der ÖVP in der Debatte um den
Schwangerschaftsabbruch in Salzburg". Nach dem, was namhafte
ÖVP-Politiker in den vergangenen Tagen in die Diskussion einbrachten,
stehe für Heinisch-Hosek fest, "dass wir die Frauen in diesem Land
offensiv vor den Reaktionären in der Volkspartei beschützen müssen".
Exemplarisch erwähnte die SPÖ-Abgeordnete die "haarsträubenden
Aussagen" von ÖVP-Gesundheitssprecher Rasinger und dem Salzburger
LH-Stv. Haslauer. Heinisch-Hosek: "Um der Scheinheiligkeit ein Ende
zu bereiten, sollte die Bundes-ÖVP offen sagen, ob sie die
Fristenlösung tatsächlich einschränken möchte oder nicht. Die
österreichischen Frauen haben ein Recht darauf zu erfahren, was die
ÖVP vor hat." ****
Rasinger und insbesondere Haslauer hätten sich in den
vergangenen Tagen in den Dienst der "unerträglich agierenden
radikalen Abtreibungsgegner von 'Pro Life' gestellt", ergänzte
Heinisch-Hosek. Die Gleichstellung von Schwangerschaftsabbrüchen mit
Todesstrafe und Euthanasie durch Haslauer stelle dabei "den Gipfel
der Geschmacklosigkeit" dar. Die Aufforderung Rasingers, Frauen aus
Westösterreich mögen sich "in den Zug nach Wien" setzen, wenn sie
einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen wollen, zeuge von der
Geisteshaltung des Männerbunds Volkspartei, der die Frauen
"gesellschaftspolitisch schnurstracks ins 19. Jahrhundert
zurückführen möchte".
Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller zeugte
Heinisch-Hosek "vollen Respekt für ihr Engagement, die vor dreißig
Jahren beschlossene Fristenlösung in ihrem Bundesland zu geltendem
Recht machen zu wollen. Oberstes Prinzip sei die Wahlfreiheit für
Frauen, so Heinisch-Hosek. In diesem Sinn freue sich die
SPÖ-Abgeordnete über die Unterstützung der Grünen, die laut Aussagen
von Frauensprecherin Weinzinger die Forderung der SPÖ-Frauen nach
Schwangerschaftsabbrüchen und Verhütungsmitteln auf Krankenschein
mittragen. "Es geht darum, Frauen in schwierigen persönlichen
Situationen auf höchstem medizinischem Niveau zu helfen. Und
bedauerlicherweise auch darum, sie vor den Kriminalisierungsversuchen
der ÖVP in Schutz zu nehmen", so Heinisch-Hosek abschließend.
(Schluss) ah/mp
OTS0068 2004-07-29/11:05
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