Kartellklagen an zu kündigen ist zu wenig

ARBÖ fordert den Konsumentenminister zum Handeln auf - Autokosten explodieren

Wien (OTS) - Der ARBÖ fordert Bundesminister Herbert Haupt zum aktiven Konsumentenschutz auf. Haupt müsse sich auch gegen den Finanzminister durchsetzen, um einen Ausgleich für gestiegene Autokosten zu schaffen. "Seit das Kilometergeld vor sieben Jahren -im Juni 1997 - zum letzten Mal erhöht wurde, sind die privaten Autokosten um 17 Prozent gestiegen", erinnert ARBÖ-Generalsekretär Dr. Rudolf Hellar anhand der aktuellen Zahlen der Statistik Austria .

Dr. Hellar: "Erfolg bei den Kartellklagen gegen die von ihm bezeichnete Abzocke durch die Mineralölwirtschaft wünschen wir im ARBÖ dem Minister allemal. Ebenso Erfolg gegen das Abzocken durch den Finanzminister. Dieser mauert bei der Erhöhung von Kilometergeld und Pendlerpauschalen", stellt der ARBÖ-Generalsekretär fest.

Die Autofahrer haben nicht nur unter den hohen Treibstoffkosten zu leiden. Auch fast alle anderen Kosten rund ums Auto haben sich erhöht. Wer sein privates Auto für berufliche Zwecke verwendet und dafür lediglich Kilometergeld erhält, zahlt zunehmend drauf. "Eine Erhöhung des Kilometergeldes um mindestens 4,5 Cent ist überfällig", bekräftigt der ARBÖ-Generalsekretär eine langjährige Forderung der Kraftfahrerorganisation.

Auch die jüngste Anhebung der Pendlerpauschalen um 15 Prozent reicht nicht aus, um die Mehrkosten zu decken, eine nochmalige Erhöhung um weitere 15 Prozent ist gerechtfertigt. Dr. Hellar: "Um den Arbeitsplatz zu erreichen, nehmen die Arbeitnehmer lange Wege in Kauf. Von den Arbeitnehmern wird eine immer größere Mobilität verlangt".

Im bisherigen Jahresverlauf mussten die Autofahrer im Mai und Juni gleich zwei massive Teuerungsschübe in Kauf nehmen. Zuletzt kletterten die Autokosten im Juni 2004 gegenüber Juni 2003 um 4,5 Prozent und stiegen damit doppelt so rasant wie die allgemeine Teuerungsrate mit 2,3 Prozent.

Verteuert haben sich im Juni nicht nur die Treibstoffe, die im Vergleich um 16,5 (Normalbenzin), 15,9 Prozent (Superbenzin) und um 14,5 Prozent (Diesel) zugelegt haben. Angezogen haben die Preise für Teilkaskoversicherung, die gleich um 8,1 Prozent nach oben schnellte. Überdurchschnittlich  gestiegen sind auch die Preise für eine ganze Reihe  weiterer Autokosten: für Lastenträger (+ 9,8 Prozent), Wagenwäsche (+6,6 Prozent) für Parkgaragen (+4,8 Prozent) und Parkpickerl (4,4 Prozent). Tiefer in die Tasche greifen mussten die Autofahrer im Juni auch für diverse Reparaturarbeiten: die Kfz-Spenglerstunde kostet um 4,6 Prozent mehr,  ebenso die Kfz-Mechanikerstunde (4,5 Prozent), aber auch die Arbeitszeiten zur Reparatur von Scheinwerfern (+6,1 Prozent), Auspuffanlagen (+4,3 Prozent) oder Windschutzscheiben (+5 Prozent).

  Überdurchschnittlich stark zugelegt haben die Kosten für diverse Materialien und Ersatzteile: Kriechöl kostete  um 4,9 Prozent mehr, Autozündkerzen verteuerten sich um 6,6 Prozent und Wasserpumpen um 4,4 Prozent.

Von den 42 Positionen, die der Warenkorb für den Autokostenindex umfasst, haben sich seit Juni vorigen Jahres lediglich zwei Positionen verringert: Winterreifen wurden um -0,2 Prozent billiger und die Preise für Fahrräder gaben um 3,6 Prozent nach.  Der Autokostenindex - die offizielle Bezeichnung dafür lautet "Index für den privaten PKW-Verkehr" - wird von der Statistik Austria auf Kosten des ARBÖ, des ÖAMTC, der Bundesarbeiterkammer, der Gewerkschaft für den öffentlichen Dienst und der Wirtschaftskammer errechnet.

Der Sinn des Autokostenindex: wer sein privates Fahrzeug für berufliche Zwecke (Dienstreisen) verwendet, sollte eine angemessene Abdeckung der Autokosten  in Form des pauschalierten Kilometergeldes gekommen. Seit Juni 1997 beträgt das Kilometergeld 36 Cent pro Kilometer.

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