AKNÖ: Vom Umweltministerium propagierte Leitungswassertests überflüssig

AKNÖ fordert transparentere Preisgestaltung und Schadstoffkontrollen für Hausbrunnen

Wien (AKNÖ) - Die von Umweltminister Josef Pröll vorgestellte Initiative, dass die ÖsterreicherInnen ihr Leitungswasser um 45 Euro professionell austesten lassen können, stößt bei der NÖ Arbeiterkammer auf Kritik. Die Ergebnisse ihrer aktuellen Trinkwasserstudie weisen den Weg in eine völlig andere Richtung.

Laut AKNÖ-Trinkwasserreport beziehen 90 Prozent der NiederösterreicherInnen ihr Wasser aus der öffentlichen Versorgung. "Dieses Wasser wird in Österreich einer regelmäßigen Schadstoffkontrolle unterzogen, ein zusätzlicher Test ist hier überflüssig", so Studienautor DI Helmut Bohacek. Diejenigen, deren Wasser keiner staatlich finanzierten Kontrolle unterzogen wird, sind die etwa 10 Prozent Hausbrunnenbesitzer. 125.000 NiederösterreicherInnen beziehen ihr Wasser aus Brunnen. Wenn sie wissen wollen, wie es um die Qualität ihres Wassers bestellt ist, müssen sie für dessen Überprüfung selbst sorgen und bezahlen. Der von Umweltminister Pröll propagierte Test ist aber auch hier überflüssig. DI Bohacek: "Wenn bei Brunnenwasser Probleme auftreten, liegen sie sehr häufig im mikrobiologischen Bereich. Aber gerade die Mikrobiologie wird mit dem Test um 45 Euro nicht erfasst." AKNÖ-Präsident Josef Staudinger hat in Sachen Trinkwasser zielführendere Vorschläge: "Das Land NÖ bezahlt zwar den Bauern mit Milchkuhhaltung die teure Untersuchung ihres Wassers, der private Brunnenbesitzer muss die Kosten aber selber tragen. Da sollte das Land ansetzen und die Qualitätsprüfung für Brunnenwasser übernehmen."

Wasserpreise höchst unterschiedlich

Dass Umweltminister Pröll sich darüber wundert, dass die Bevölkerung kaum über Wasserpreise Bescheid weiß, wundert die AKNÖ-Experten keineswegs. Sie haben mit ihrem Trinkwasserreport bereits Taten gesetzt, um die Menschen zu informieren. Bei der Erhebung ihrer Studie stellten sie höchst unterschiedliche Wasserbezugsgebühren fest. Knapp 70% der niederösterreichischen Gemeinden werden in der Studie erfasst. Im Schnitt kostet ein Kubikmeter Wasser 1 Euro. Aber der durchschnittliche Jahresverbrauch von 150 Kubikmetern Wasser kostet in Niederösterreich pro Jahr zwischen 44,94 und 392,70 Euro. Woher dieser enorme Unterschied kommt, erklärt DI Bohacek so: "Alte Versorgungsanlagen, Instandhaltungskosten oder Schwierigkeiten beim Bau der Anlage verteuern die Gebühren."

"Besser als einen Test anzubieten, für den die Konsumenten 45 Euro zahlen müssen, wäre, sich um eine transparentere Preisgestaltung des Trinkwassers zu bemühen", so Staudinger.

Fragen zum NÖ-Trinkwasserreport beantwortet DI Helmut Bohacek unter 01/58883-1631

*) Angenommener Jahresverbrauch von 150 m3 Wasser

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