- 29.07.2004, 09:56:47
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AKNÖ: Vom Umweltministerium propagierte Leitungswassertests überflüssig
AKNÖ fordert transparentere Preisgestaltung und Schadstoffkontrollen für Hausbrunnen
Wien (AKNÖ) - Die von Umweltminister Josef Pröll vorgestellte
Initiative, dass die ÖsterreicherInnen ihr Leitungswasser um 45 Euro
professionell austesten lassen können, stößt bei der NÖ
Arbeiterkammer auf Kritik. Die Ergebnisse ihrer aktuellen
Trinkwasserstudie weisen den Weg in eine völlig andere Richtung.
Laut AKNÖ-Trinkwasserreport beziehen 90 Prozent der
NiederösterreicherInnen ihr Wasser aus der öffentlichen Versorgung.
"Dieses Wasser wird in Österreich einer regelmäßigen
Schadstoffkontrolle unterzogen, ein zusätzlicher Test ist hier
überflüssig", so Studienautor DI Helmut Bohacek. Diejenigen, deren
Wasser keiner staatlich finanzierten Kontrolle unterzogen wird, sind
die etwa 10 Prozent Hausbrunnenbesitzer. 125.000
NiederösterreicherInnen beziehen ihr Wasser aus Brunnen. Wenn sie
wissen wollen, wie es um die Qualität ihres Wassers bestellt ist,
müssen sie für dessen Überprüfung selbst sorgen und bezahlen. Der von
Umweltminister Pröll propagierte Test ist aber auch hier überflüssig.
DI Bohacek: "Wenn bei Brunnenwasser Probleme auftreten, liegen sie
sehr häufig im mikrobiologischen Bereich. Aber gerade die
Mikrobiologie wird mit dem Test um 45 Euro nicht erfasst."
AKNÖ-Präsident Josef Staudinger hat in Sachen Trinkwasser
zielführendere Vorschläge: "Das Land NÖ bezahlt zwar den Bauern mit
Milchkuhhaltung die teure Untersuchung ihres Wassers, der private
Brunnenbesitzer muss die Kosten aber selber tragen. Da sollte das
Land ansetzen und die Qualitätsprüfung für Brunnenwasser übernehmen."
Wasserpreise höchst unterschiedlich
Dass Umweltminister Pröll sich darüber wundert, dass die Bevölkerung
kaum über Wasserpreise Bescheid weiß, wundert die AKNÖ-Experten
keineswegs. Sie haben mit ihrem Trinkwasserreport bereits Taten
gesetzt, um die Menschen zu informieren. Bei der Erhebung ihrer
Studie stellten sie höchst unterschiedliche Wasserbezugsgebühren
fest. Knapp 70% der niederösterreichischen Gemeinden werden in der
Studie erfasst. Im Schnitt kostet ein Kubikmeter Wasser 1 Euro. Aber
der durchschnittliche Jahresverbrauch von 150 Kubikmetern Wasser
kostet in Niederösterreich pro Jahr zwischen 44,94 und 392,70 Euro.
Woher dieser enorme Unterschied kommt, erklärt DI Bohacek so: "Alte
Versorgungsanlagen, Instandhaltungskosten oder Schwierigkeiten beim
Bau der Anlage verteuern die Gebühren."
"Besser als einen Test anzubieten, für den die Konsumenten 45 Euro
zahlen müssen, wäre, sich um eine transparentere Preisgestaltung des
Trinkwassers zu bemühen", so Staudinger.
Fragen zum NÖ-Trinkwasserreport beantwortet DI Helmut Bohacek unter
01/58883-1631
*) Angenommener Jahresverbrauch von 150 m3 Wasser
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