• 28.07.2004, 12:43:29
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ELAK - ein europaweites E-Government Vorzeigeprojekt

Aus einer mutigen Idee wurde eine einzigartige Verwaltungsinnovation

Wien (OTS) - Die österreichische Verwaltung trennt sich vom
traditionellen Akt in Papierform. Derzeit arbeiten bereits etwa 4.500
Mitarbeiter in sieben Ministerien mit dem "Elektronischen Akt"
(ELAK). Bis Ende des Jahres folgen die übrigen fünf Ministerien. Das
weltweit einzigartige Projekt "ELAK im Bund" betrifft insgesamt rund
7.500 Benutzer in allen Ministerien und ist eines der größten und
wichtigsten Projekte der Verwaltungsreform. Geplant ist eine
Ausweitung auf 17.000 User in der gesamten Bundesverwaltung.

Mit durchgehenden elektronischen Verwaltungsprozessen sorgt der
ELAK für eine große Vereinfachung und Beschleunigung der
Arbeitsprozesse. Zudem ist der Elektronische Akt eine zwingende
Voraussetzung für bürger- und serviceorientierte E
Government-Anwendungen. Die internationale Vorreiterrolle verdankt
das Großprojekt einerseits dem vorbildlichen Zusammenwirken und
Einsatz aller beteiligten Verwaltungseinheiten und Unternehmen und
andererseits einem umfassenden und ressortübergreifenden
Organisationsprojekt.

Das Projekt wird von der "Arbeitsgemeinschaft Elektronischer Akt"
(ARGE ELAK, bestehend aus der Bundesrechenzentrum GmbH und dem
Tochterunternehmen BIT-S GmbH) in enger Kooperation mit allen 12
Bundesministerien Österreichs umgesetzt, wobei die Kompetenzen der
ARGE ELAK und deren Subunternehmen IBM und Fabasoft AT Software GmbH
& Co KG gebündelt werden.

ELAK ist das Kernstück und die Basis für E-Government

Damit Amtswege "online" erledigt werden können, müssen auf
Behördenseite entsprechende Prozessstrukturen und die dahinter
stehenden IT-Systeme vorhanden sein. Der ELAK ist ein solches
Backoffice-System und stellt die Basis für nahezu alle E
Government-Anwendungen dar. Zur Bedeutung von E-Government für
Österreich meint Christian Rupp, Exekutivsekretär E Government des
Bundes: "Durch innovatives E Government wird eine leistungsfähige
Infrastruktur aufgebaut und durch Prozessautomatisierungen können auf
Behörden- und Unternehmensseite Zeit und Kosten gespart werden.
Beides steigert die Wettbewerbsfähigkeit."

Akt in Papierform wird abgelöst - der ELAK gilt künftig als
Original

Der Elektronische Akt wird in den Zentralstellen der
Bundesverwaltung den bisherigen Akt in Papierform ablösen und gilt
künftig als Original. Ausdrucke sind lediglich Arbeitskopien. Die
elektronischen Dokumente und Informationen werden digital bearbeitet,
approbiert, weitergeleitet und abgelegt.

Interne Durchlaufzeit verkürzt sich um 10 - 15 %

Durch den Elektronischen Akt verkürzen sich die Transport-, Such-,
Ablage- und Aushebezeiten; die Dokumentation wird vereinheitlicht.
Außerdem können Ablauforganisationen flexibler gestaltet werden.
Internationale und bundesinterne Erfahrungen zeigen, dass die
Durchlaufzeit eines Aktes durch den ELAK um 10 - 15 % reduziert
werden kann. Positive Auswirkungen ergeben sich auch für Bürger und
Wirtschaft: Anliegen werden rascher erledigt, Auskünfte zügiger
erteilt. Außerdem können behördliche Schriftstücke in Zukunft auch
elektronisch zugestellt werden.

Gutes Zusammenspiel zwischen öffentlicher Verwaltung und
Wirtschaft

Mag. Erhard Schmidt, MBA, Geschäftsführer der Bundesrechenzentrum
GmbH, weist auf die gute Zusammenarbeit von Auftraggebern und Auftrag
nehmern hin: "Ein Projekt dieser Dimension gelingt nur, wenn alle an
einem Strang ziehen. Daher sind wir auf die perfekte Kooperation
zwischen IT-Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung besonders stolz."

Auf Auftraggeberseite kommt die koordinierende Rolle dem
Bundeskanzleramt zu. Als zentrale Plattform für die Projektabwicklung
zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer fungiert der
ELAK-Lenkungsausschuss. Ing. Roland Ledinger, Vorsitzender des
ELAK-Lenkungsauschusses unterstreicht die organisatorischen
Notwendigkeiten: "ELAK verlängert gewissermaßen den Schreibtisch des
Beamten zum Bürger hin. Die positiven Veränderungen erfordern aber
auch eine weitgehende Neugestaltung verwaltungsinterner Abläufe und
Organisationsformen."

Rollout in den Ressorts bis Jahresende abgeschlossen

"Wir haben nach anfänglichen Problemen, welche zu einer
Verzögerung des ELAK Startes um ca. 8 Wochen geführt haben, bisher
sämtliche Ressorts plangemäß in Betrieb gesetzt", erklärt Mag. Harald
Neumann, Geschäftsführer der BRZ GmbH. "Der Rollout des ELAK-Systems
wurde am 22. Februar 2004 gestartet. Seit 12. Juli 2004 sind bereits
sieben der 12 Ministerien mit 4.500 Benutzern in Produktivbetrieb.
Bis Ende 2004 sollen die Rollouts planmäßig abgeschlossen sein."

IBM liefert technische Infrastruktur und führt Schulungen
durch

Die Server sowie die weitere technische Infrastruktur kommen von
IBM. Die zentrale ELAK-Infrastruktur sind IBM Server, die für den
Betrieb, Entwicklung, Test und Schulung zum Einsatz kommen. IBM ist
auch für die Schulung aller rund 7.500 Benutzer verantwortlich.

Einheitliche Software: die Fabasoft eGov-Suite

Das ELAK-Konzept basiert auf der Fabasoft eGov-Suite der Linzer
Fabasoft AT Software GmbH & Co KG. Es bleiben daher 100 % der
Wertschöpfung in Österreich.

Bundesrechenzentrum betreibt ELAK-System und ELAK Competence
Center

Die Infrastruktur für den laufenden Betrieb des ELAK wird von der
BRZ GmbH an drei Standorten betrieben. Mag. Harald Neumann,
Geschäftsführer der BRZ GmbH, erläutert die Eckpunkte: "Die gesamte
Infrastruktur ist so ausgelegt, dass jeder Standort für sich allein
die volle Funktionalität der Applikation garantieren kann. Die
redundant und ausfallsicher ausgelegte Netzwerkinfrastruktur und die
automatische Lastverteilung auf die Frontend-Server garantieren die
nötige Hochverfügbarkeit sowohl im Bundesrechenzentrum als auch im
Parallelrechenzentrum." Zur Sicherstellung bestmöglicher Koordination
und Abwicklung der einzelnen Ressort-Rollouts sowie des
ELAK-Betriebes wurde in der BRZ GmbH auch ein eigenes "ELAK
Competence Center" eingerichtet.

OTS0100    2004-07-28/12:43

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