- 23.07.2004, 13:09:29
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Niederwieser fordert Runden Tisch zur Situation der Privatschulen
Aktuelles Beispiel Montessori-Gymnasium zeigt Reformbedarf
Wien (SK) Die Situation an einem Wiener Montessori-Gymnasium,
dem nun für das abgelaufene Schuljahr das Öffentlichkeitsrecht
verwehrt wurde, wodurch 160 SchülerInnen im Herbst über den gesamten
Jahresstoff Nachprüfungen an einer staatlichen Schule machen müssen,
nimmt SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser zum Anlass, um einen
Runden Tisch über die finanzielle und rechtliche Situation im
privaten Schulsektor zu fordern. "Es darf einfach nicht dazu kommen,
dass Schülerinnen und Schülern in der ersten Ferienwoche eröffnet
wird, dass sie im Herbst Nachprüfungen über den gesamten Stoff
ablegen müssen. Hier läuft zumindest im Fristenlauf einiges falsch",
so Niederwieser Freitag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. ****
Im konkreten Fall haben die Schüler des Montessori-Gymnasiums
eine Woche nach Schulende erfahren, dass sie die Prüfungen ablegen
müssen. Für Niederwieser ist dies eine "den Schülerinnen und Schülern
nicht zumutbare Vorgangsweise". Es stelle sich die Frage, warum der
Bescheid darüber, dass das Öffentlichkeitsrecht verwehrt wird, erst
so spät gekommen ist. "Wo auch immer der Bescheid liegen geblieben
ist, so kann man mit Kindern, die sich ihre Sommerferien verdient
haben, nicht umspringen. Auch in diesem Bereich muss es für Kinder
und Eltern Berechenbarkeit geben." Niederwieser fordert, dass das
Ministerium neben der Schulleitung auch die Eltern rechtzeitig über
die Situation informieren muss. In Folge sollten dann Kursangebote
für die Kinder bereit gestellt werden, denn die Schülerinnen und
Schüler dürften in dieser Situation nicht alleine gelassen werden.
Bei den Prüfungen an den externen Schulen sollten nach Möglichkeit
die eigenen LehrerInnen der Kinder anwesend sein. Prinzipiell müsse
für die Bekanntgabe der Rechtssituation ein für alle Beteiligten
geeigneter Termin gewählt werden, damit man sich auf die Situation
einstellen kann. "Dieser Termin ist logischerweise der Schulbeginn;
die rechtliche Situation ist daher dementsprechend zu ändern", so
Niederwieser.
Der SPÖ-Bildungssprecher appelliert an Bildungsministerin
Gehrer, sich des Themas der Privat- und Alternativschulen anzunehmen
und im Herbst einen Runden Tisch zur Klärung der rechtlichen, aber
auch der finanziellen Situation des privaten Schulsektors
einzusetzen. Es könne auch nicht angehen, dass es nach wie vor eine
erhebliche Schlechterstellung der Alternativschulen gegenüber den
konfessionellen Privatschulen gibt - "und diese Schlechterstellung
gibt es sowohl in rechtlicher als auch in finanzieller Hinsicht".
(Schluss) cs
OTS0148 2004-07-23/13:09
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