• 23.07.2004, 09:46:14
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GEFÄHRLICHES BERGWANDERN: LEISTUNGSSPORT VERLANGT GEZIELTE VORBEREITUNG

9100 Wanderer verletzen sich jährlich in den Bergen so schwer, dass sie in einem Spital behandelt werden müssen. Unfälle sind oft auf schlechte Kondition zurück zu führen.

Wien (OTS) - Bergwandern zählt zu den beliebtesten
Freizeitsportarten in Österreich, jedoch handelt es sich um einen
Leistungssport und keinen gemütlichen Spaziergang im Gebirge. Wer
sich nicht ausreichend auf eine Tour sowohl konditionell als auch
logistisch vorbereitet, dem kann in den Bergen schnell etwas
zustoßen.

Jährlich verletzen sich 9100 Wanderer in den Bergen so schwer, dass
sie in einem Spital behandelt werden müssen. Das geht aus der
Freizeitunfallstatistik des Instituts "Sicher Leben" von 2002 hervor.
Erhebungen des Österreichischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit
zeigen, dass 2002 in Österreich insgesamt 120 Tote beim Bergwandern
verzeichnet wurden; davon erlagen 52 einem Herzkreislaufversagen.

Bergwege sind oft sehr naturbelassen: Geröll, Felsplatten, losen
Steinen muss aber trittsicher begegnet werden. Stolpern oder Rutschen
kann fatale Abstürze zur Folge haben. Auch liegen viele Höhenwege oft
bis in den Sommer hinein unter Altschneefeldern. Ihre Begehung
verlangt Trittsicherheit und stabile Bergschuhe.

Keine Bergtouren ohne Kondition und Kraftausdauer in den Beinen
Bis zu 1000 Höhenmeter Aufstieg sind keine Seltenheit, ebenso
mehrstündige Gehstrecken bis zur nächsten Hütte oder zurück ins Tal -
dafür brauchen Wanderer eine solide Ausdauerkondition und eine
kräftige Beinmuskulatur. Anfänger müssen daher regelmäßig
Ausdauersport betreiben, z.B. Radfahren, und gezielt Anstiege
(Hügelwandern, Nordic Walking) trainieren. Ein ausreichendes
Ausdauertraining vor langen Touren ist unbedingt notwendig, denn vor
allem Ermüdung und Überschätzung der eigenen Kräfte führt oft zu
Abstürzen oder Unfällen. Vor allem Wanderer über 45 Jahre schützen
sich mit Training vor einem Herztod. Untrainierte sollten mit
leichten Touren beginnen und sich langsam steigern.

Karte, Kompass und Höhenmesser müssen beherrscht werden
Verirren in den Bergen kann nicht zuletzt wegen der Absturzgefahr
tödliche Folgen haben. Der gelernte und sichere Umgang mit einer
Landkarte, mit dem Kompass und dem Höhenmesser ist gerade bei
längeren hochalpinen Touren ein unbedingtes Muss. Vor allem, weil die
Wegmarkierungen nicht immer verlässlich sind. Da in den Bergen sehr
schnell das Wetter umschlagen kann oder Nebel aufziehen kann, ist der
Einsatz von Kompass und Höhenmessern lebensrettend.

Eine Bergtour muss ausreichend geplant werden
Bergtouren müssen hinsichtlich ihres Schwierigkeitsgrades, der
Gipfelhöhe und der Gehzeiten genauestens geplant und recherchiert
werden. Die wichtigsten diesbezüglichen Informationsquellen sind
Landkarten, alpine Literatur (z.B. Gebietsführer mit
Routenbeschreibung, die der eigenen Leistungsfähigkeit entsprechen)
und Bergwachten.

Je nach Jahreszeit finden sich Bergwanderer mit unterschiedlichen
Witterungsverhältnissen konfrontiert: Im Frühsommer bedecken häufig
steile, hart gefrorene Firnfelder die Wanderrouten. Wanderer
benötigen zur Überquerung einen Pickel bzw. ein Steigeisen sowie ein
Seil. Wenn diese Ausrüstung fehlt, muss man zur eigenen Sicherheit
umkehren, denn ein Absturz auf einem harten Firnfeld entspricht einem
freien Fall.
Kenntnis der Wetterberichte, die richtige Bekleidung sowie die
Mitnahme von Orientierungshilfen und Rucksackapotheken sind für eine
sichere Wanderung unbedingt zu berücksichtigen. Bei längeren Touren
darf keinesfalls auf den Biwaksack vergessen werden. Bergwanderungen
müssen immer in Begleitung durchgeführt werden.

Bergwander-Kurse vermitteln grundlegendes Wissen
"Sicher Leben" empfiehlt jedem, der eine Wandertour in den Bergen
unternehmen will, einen entsprechenden Basiskurs zu absolvieren.
Programme von solchen Bergwander-Kursen umfassen Tourenplanung, Gehen
im weglosen Gelände, Begehen von Schneefeldern und Geröll,
Ausrüstungskunde, Orientierung und Kartenlesen sowie die richtige
Ernährung.

Wandertipps
-) Nach dem Start ungefähr 30 Minuten langsam warm gehen.
-) Während der Tour muss mindestens alle zwei Stunden eine Rast
eingelegt werden. Während der Rast muss immer eine Kleinigkeit
gegessen und getrunken werden.
-) Bei Ermüdung oder Anzeichen von Erschöpfung sofort rasten!
Anschließend ist es besser umzukehren.
-) Wenn der Weg zu lang, zu schwierig oder in schlechtem Zustand ist,
das Wetter plötzlich umschlägt und/oder Nebel einfällt, sofort
umdrehen!
-) Beachten Sie: Umkehr ist kein Zeichen der Schwäche, sondern
vernünftig und verantwortungsbewusst.

Tipps für die optimale Ausrüstung für eine Bergwanderung finden Sie
im Internet unter www.sicherleben.at.

OTS0048    2004-07-23/09:46

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