- 23.07.2004, 09:04:10
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Pensionen: Öffnung der Schwerarbeiter-Regelung für Spitalsärzte gefordert
Mayer: "Stehen unter nervlicher und physischer Dauerbelastung" - Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetz "in der Realität ein Witz"
Wien (OTS) - Im Zuge der Diskussion über die
Pensionsharmonisierung hat der Obmann der Bundeskurie Angestellte
Ärzte in der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Dr. Harald Mayer,
eine Öffnung der geplanten Schwerarbeiter-Regelung für Spitalsärzte
gefordert. Spitalsärzte arbeiteten durchschnittlich 60 Stunden in
der Woche und seien sechs bis acht Nächte im Monat im Einsatz,
erklärte der Spitalsärztevertreter seinen Vorstoß am Freitag in einer
Presseaussendung. Auch sei die Tätigkeit auf Grund ständig höher
werdender Patientenzahlen und Fehlbelegungen der Akutkrankenhäuser
mit Pflegefällen deutlich schwerer geworden, berichtete der
Bundeskurienobmann.
"Wir stehen unter nervlicher und physischer Dauerbelastung", so
Mayer. Chirurgen hätten mittlerweile durchschnittliche
Maximal-Wochenarbeitszeiten von 83 Stunden, ähnliches gelte für
Gynäkologen und Anästhesisten im Spital. Dies rühre auch daher, dass
Dienstpostenpläne immer noch auf die Anzahl der stationären Betten
bezogen seien und nicht auf den erhöhten Patientenumsatz pro Bett.
Mayer: "Der Berechnungsschlüssel ist komplett veraltet."
Das Krankenanstalten-Arbeitsgesetz sei "in der Realität ein Witz",
erklärte der Spitalsärztevertreter. Viele Krankenhäuser würden die
dort vorgesehenen Regelungen nicht einhalten. Es gebe keine
ernstzunehmenden Sanktionen gegen einen Verstoß, so dass "eine
chronische Überlastung der Kolleginnen und Kollegen an der
Tagesordnung" sei, kritisierte Mayer. Er appelliere an das
Sozialministerium, diese Frage in der entsprechenden Arbeitsgruppe
nicht auszuklammern. Die Experten seien herzlich eingeladen, "sich in
den Spitälern selbst ein Bild zu machen", erklärte der
Spitalsärztevertreter.
Die Forderung der Spitalsärzte wird seitens des Präsidenten der
Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Dr. Reiner Brettenthaler,
unterstützt. Es sei allgemein bekannt, dass der Stress und die
Arbeitsdichte durch den erhöhten Patientenaufnahmedruck und die
Problematik des Überbelags deutlich zugenommen hätten und die Ärzte
im Spital unter einer erheblichen Personalknappheit litten.
Brettenthaler ging noch einen Schritt weiter: So seien in eine
entsprechende Regelung alle Ärzte einzubeziehen, die regelmäßig in
der Nacht in der Notversorgung im Einsatz seien und Nachtdienste
versähen, forderte er abschließend.
OTS0031 2004-07-23/09:04
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