- 22.07.2004, 11:59:28
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Kepplinger: SPÖ-Beteiligungsmodell als Antwort auf "Abwandern" und "Filetieren"
Linz (OTS) - "Die frisch gebackenen Generaldirektoren Eder und
Sernetz haben medienwirksam ihr Verständnis der für einen regional
bedeutenden Konzern gültigen Spielregeln kundgetan: Eder hat im
Presseinterview - im theoretischen Diskurs - die Abwanderungsgedanken
abgewogen, Sernetz im Profil-Interview relativ klar die Legitimität
des Filetierens besprochen, wenn die Renditen nicht passen. Das ist
eine legitime Sichtweise vom Shareholder-Standpunkt aus gesehen",
stellt Landesrat Dr. Hermann Kepplinger fest. Diese Sichtweise
unterscheidet sich von einer gesamtwirtschaftlichen in der Frage, ob
die Eigentümer eines Leitbetriebes - und das ist wie schon oben
klargestellt legitim und nachvollziehbar - ihre
betriebswirtschaftlichen Renditen optimieren, oder ob die Synergien
und Spillovers für die gesamte Volkswirtschaft der betroffenen
Region, in der diese Unternehmen ihre Wertschöpfung haben,
mitberücksichtigt werden sollen.
Diese zweite "Stakeholder-Sichtweise" können aber nur die
Interessenvertreter der gesamten Volkswirtschaft einbringen, was
niemand anderer ist als die öffentliche Hand.
Wenn also der Eigentümerauftrag an das Management sein soll:
1. ihr seid ein Leitbetrieb in der Region Oberösterreich und wir
mischen uns nicht in die operative Unternehmensführung ein;
2. im politischen Wettbewerb versuchen wir aus Arbeitnehmersicht und
aus Arbeitgebersicht ausgewogene Rahmenbedingungen zu schaffen;
3. unter diesen Rahmenbedingungen und mit der Unternehmenszentrale in
(Ober)Österreich müsst ihr das Beste machen,
dann, so Kepplinger, müsse sich die öffentliche Hand das Recht
erkaufen, diesen Eigentümerauftrag zu formulieren und durchzusetzen.
"Dafür braucht man aber Minderheitsanteile an diesen Unternehmen -
wie es das SPÖ-Konzept für eine Beteiligungsgesellschaft des Landes
vorsieht", hält der Landesrat fest.
Wenn der Eigentümerauftrag dagegen lautet "wir erwarten optimale
Renditen, wie und wo auch immer diese zu erzielen sind" kann sich die
öffentliche Hand beruhigt aus diesen Unternehmen zurückziehen und
gespannt darauf warten, welche Shareholder-Zugeständnisse mit der
Androhung der Standortverlegung und Filetierung in der kurzen und
mittleren Frist noch alle herausgepresst werden können - Stichwort:
Arbeitszeitverlängerung - bzw. welche Unternehmen einfach von der
Bildfläche verschwinden - Stichwort: Carrera-Optyl.
"Die in Rede stehenden "Paradeunternehmen" haben sich mit genau
dieser Konstellation der Minderheitsbeteiligung der öffentlichen Hand
zu dem entwickelt, was jetzt am Altar der neoliberalen
Wirtschaftsgläubigkeit geopfert werden soll", schließt Kepplinger.
OTS0117 2004-07-22/11:59
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