Kepplinger: SPÖ-Beteiligungsmodell als Antwort auf "Abwandern" und "Filetieren"

Linz (OTS) - "Die frisch gebackenen Generaldirektoren Eder und Sernetz haben medienwirksam ihr Verständnis der für einen regional bedeutenden Konzern gültigen Spielregeln kundgetan: Eder hat im Presseinterview - im theoretischen Diskurs - die Abwanderungsgedanken abgewogen, Sernetz im Profil-Interview relativ klar die Legitimität des Filetierens besprochen, wenn die Renditen nicht passen. Das ist eine legitime Sichtweise vom Shareholder-Standpunkt aus gesehen", stellt Landesrat Dr. Hermann Kepplinger fest. Diese Sichtweise unterscheidet sich von einer gesamtwirtschaftlichen in der Frage, ob die Eigentümer eines Leitbetriebes - und das ist wie schon oben klargestellt legitim und nachvollziehbar - ihre betriebswirtschaftlichen Renditen optimieren, oder ob die Synergien und Spillovers für die gesamte Volkswirtschaft der betroffenen Region, in der diese Unternehmen ihre Wertschöpfung haben, mitberücksichtigt werden sollen.

Diese zweite "Stakeholder-Sichtweise" können aber nur die Interessenvertreter der gesamten Volkswirtschaft einbringen, was niemand anderer ist als die öffentliche Hand.

Wenn also der Eigentümerauftrag an das Management sein soll:

1. ihr seid ein Leitbetrieb in der Region Oberösterreich und wir mischen uns nicht in die operative Unternehmensführung ein;

2. im politischen Wettbewerb versuchen wir aus Arbeitnehmersicht und aus Arbeitgebersicht ausgewogene Rahmenbedingungen zu schaffen;

3. unter diesen Rahmenbedingungen und mit der Unternehmenszentrale in (Ober)Österreich müsst ihr das Beste machen,

dann, so Kepplinger, müsse sich die öffentliche Hand das Recht erkaufen, diesen Eigentümerauftrag zu formulieren und durchzusetzen. "Dafür braucht man aber Minderheitsanteile an diesen Unternehmen -wie es das SPÖ-Konzept für eine Beteiligungsgesellschaft des Landes vorsieht", hält der Landesrat fest.

Wenn der Eigentümerauftrag dagegen lautet "wir erwarten optimale Renditen, wie und wo auch immer diese zu erzielen sind" kann sich die öffentliche Hand beruhigt aus diesen Unternehmen zurückziehen und gespannt darauf warten, welche Shareholder-Zugeständnisse mit der Androhung der Standortverlegung und Filetierung in der kurzen und mittleren Frist noch alle herausgepresst werden können - Stichwort:
Arbeitszeitverlängerung - bzw. welche Unternehmen einfach von der Bildfläche verschwinden - Stichwort: Carrera-Optyl.

"Die in Rede stehenden "Paradeunternehmen" haben sich mit genau dieser Konstellation der Minderheitsbeteiligung der öffentlichen Hand zu dem entwickelt, was jetzt am Altar der neoliberalen Wirtschaftsgläubigkeit geopfert werden soll", schließt Kepplinger.

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