• 22.07.2004, 09:54:55
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126 m langer "Bohrwurm" gräbt Wiental Kanal

50 t schweres Schneidrad wird 30 m in die Tiefe gehoben. Wienfluss bekommt Top-Wasserqualität

Wien (OTS) - Im Rahmen der Bauarbeiten am Wiental Kanal unterhalb
des Wienflusses kommt nun die sogenannte Erdruck-Schildmaschine zum
Einsatz. Dieser "Bohrwurm" bohrt den 2,69 km langen Abschnitt des
Wiental Kanals in rund 30 Metern Tiefe. Gleichzeitig wird die
Tunnelröhre mit Stahlbetonfertigteilen ausgekleidet. "Diese
High-Tech-Maschine wird in Österreich erstmals eingesetzt und ist
speziell für das Wiener Großprojekt konstruiert", freut sich
Dipl.-Ing. Robert Nowak über die technologische Hochleistung der
Magistratsabteilung 30 - Wien Kanal.

Der "Bohrwurm" wird direkt im Stadtpark-Startschacht
zusammengebaut und ist insgesamt 126 m lang. Allein das Schneidrad -
mit insgesamt 141 Schälmessern, 24 Schneidrollen und 16
Räumwerkzeugen - wiegt 50 Tonnen. Heute, Donnerstag, wird dieses
Schneidrad von einem 80 Tonnen-Kran in den 30 Meter tiefen Schacht
eingebracht.

"Die Umsetzung dieser Umweltprojekte ist ein ökologischer
Meilenstein für Wiens Flüsse, wir erwarten uns nach der
Fertigstellung eine Verbesserung der Gewässergüte der Donau, des
Donaukanals, der Liesing und des Wien-Flusses auf Gewässergüte 2-3",
so Umweltstadträtin Ulli Sima bei einem Pressegespräch am Donnerstag
an der Baustelle des Entlastungskanals im Stadtpark.****

Der Ausbau des Wien Kanals ist Teil eines großen Umweltprojekts,
das die Qualität der Wiener Flüsse signifikant verbessern wird. Durch
den neuen Wiental Kanal, die Hauptkläranlage Simmering und die
Kanalbauten beim Liesingbach, der gemeinsam mit der Renaturierung
einhergeht, kann künftig ein Überlaufen der Kanäle bei stärkerem
Regen verhindert werden. "Durch die neuen Sammelkanäle können wir das
Kanalsystem auch als gigantischen Regenwasserspeicher nutzen. Bis zu
600.000 m3 Wasser werden künftig gespeichert und kontrolliert durch
die Kläranlage gereinigt," betonte Sima. Das ganze Speichersystem ist
mit einem aufwändigen elektronischen Steuer- und Pumpsystem
ausgestattet, das bei starkem Regen automatisch in Aktion tritt und
die Wassermassen in den leeren Sammelkanälen auffängt und speichert.
Durch die sinnvolle Doppelnutzung des Kanalsystems als Speicher und
Abwasserabfluss konnte sich die Stadt den Bau von Überlaufbecken und
damit rund 52 Mio. Euro einsparen.

Die Grundlage für die umfassenden Maßnahmen, der "Masterplan
2015 - Neue Wege der Wiener Abwasserwirtschaft und Gewässerschutz"
wurde 1997 entwickelt und vom Gemeinderat beschlossen und befindet
sich derzeit mitten in der Umsetzung. Ende 2005 wird mit dem
Abschluss der Bauphase 1 ein wichtiger Zwischenschritt erreicht sein,
der Abschluss ist für 2015 geplant.

Wiental Kanal - große technische Herausforderung

Der Bau des Wiental Kanals stellt die Techniker der Stadt Wien
vor große Herausforderungen. Damit es an der Oberfläche zu keinen
Beeinträchtigungen kommt, spielen sich die Bauarbeiten für das
Kanalprojekt im Wesentlichen im Untergrund ab.

Zu verdanken ist dies der innovativen
Erddruck-Schildmaschinen-Technologie, die 126 Meter lange Maschine
wird im Stadtpark-Startschacht zusammengebaut.

Bedenkt man, dass der kleinere Wienerberg-Turm 126 Meter und ein
durchschnittliches Einfamilienhaus etwa 8 Meter messen, so kann man
sich ein eindrucksvolles Bild der Tunnelbaumaschine machen. Allein
ihr 50 Tonnen schweres Schneidrad, das heute montiert wird, wiegt so
viel wie ein großer Pottwal. Pro Tag gräbt die Maschine zirka 20 m.

"Der Wiental Kanal ist ein internationales Musterprojekt, wir
gehen damit neue zukunftsweisende Wege und sorgen dafür, dass auch
für die nächsten Generationen Entsorgungssicherheit auf der einen und
Gewässerschutz auf der anderen Seite garantiert ist", so
Umweltstadträtin Ulli Sima.

Technische Daten zur Erddruckschild-Maschine

o Tunnellänge: 2.600 m
o Maschinentyp: Erddruckschild
o Schneidraddurchmesser: 8,6 m
o Tunnel-Ausbruchsdurchmesser: 8.640 mm (Schneidrollen)
o Schneidradantriebsleistung: 2.000 kW
o Gesamtvortriebskraft: 6.400 Tonnen
o Gesamte Leistung: 4.000 kVA
o Gesamtgewicht: 1.090 Tonnen
o Elektrik - installierte Trafoleistung 2x2.000 kVA
o Installierte elektrische Leistung: 3,5 Megawatt
o Vortriebsanlage-Gesamtlänge inkl. Nachläufer ca. 134 m
o Vortriebsanlage-Gesamtgewicht: 1200 Tonnen
o Vortriebsleistung: 20 m/Tag

(Schluss) vor

OTS0050    2004-07-22/09:54

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK

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