• 22.07.2004, 09:30:58
  • /
  • OTS0043 OTW0043

Barbara Rett: Von Kopf bis Fuß auf "Rosenkavalier" eingestellt

Vorbereitungen zum großen ORF-Opernevent am 6. August auf Hochtouren

Wien (OTS) - Mit der Live-Übertragung des "Rosenkavalier" bringt
der ORF am Freitag, dem 6. August 2004, den Höhepunkt der
diesjährigen Salzburger Festspiele zur besten Sendezeit in die
österreichischen Wohnzimmer. Zum ersten Mal wird eine Premiere des
weltweit gefeierten Kulturfestivals in diesem Umfang übertragen: Rund
fünf Stunden lang steht ab 18.50 Uhr in ORF 2 alles im Zeichen der
Richard-Strauss-Oper, die - mit einem Libretto des Österreichers Hugo
von Hofmannsthal - ihre Uraufführung 1911 in Dresden feierte. Schon
seit Wochen laufen beim ORF auf unterschiedlichen Ebenen die
Vorbereitungen für die Übertragung des Opernevents, die gemeinsam mit
ARTE koproduziert wird. Durch den Abend führt ORF-Kulturlady Barbara
Rett - ihr Kommentar wird simultan übersetzt. Gemeinsam mit ihren
Kollegen Christoph Wagner-Trenkwitz und Franz Zoglauer bestreitet
Rett, die für ARTE bereits mehrere Opernübertragen moderiert hat,
auch das ORF-Pausenprogramm: Das Team führt hinter die Kulissen des
Opernspektakels, gewährt interessante Einblicke vor und hinter die
Bühne und berichtet über Werk und Komponist. Auf Hochtouren werden
derzeit Fakten recherchiert, Beiträge vorbereitet, Vorproben besucht,
Biografien und Briefe gelesen - und vieles mehr. Kürzlich fanden sich
die drei ORF-Präsentatoren im Wiener Theatermuseum ein, um auf den
Spuren des "Rosenkavalier" zu wandeln.

Fast hundert Jahre Operngeschichte

Ein Modell des historischen Bühnenbildes von Alfred Roller, das
dieser einst in enger Abstimmung mit Komponist Richard Strauss und
Librettist Hugo von Hofmannsthal erbaut hatte, weiters
handgezeichnete Figurinen, also Originalentwürfe der Kostüme, sowie
zwei prächtige Kleider der Uraufführung - jeweils ein Kleid der
Feldmarschallin und der Sophie - sind im Wiener Theatermuseum im
Palais Lobkowitz zu besichtigen. ORF-Präsentatorin Barbara Rett, die
sich mit den Kollegen Christoph Wagner-Trenkwitz und Franz Zoglauer
im Museum zu einem Fototermin einfand, ist von den historischen
Stücken begeistert. "Das ist schon ein Erlebnis. Es gibt keine
anderen Kostüme, die so viel Operngeschichte erzählen. Fast hundert
Jahre wurden sie verwendet. Schließlich wurde 'Der Rosenkavalier' bis
in die neunziger Jahre in den Urkostümen und auch großteils in der
Urkulisse gegeben", weiß Rett, die sich akribisch mit dem Werk
befasst hat. Unter anderem hat sie eine Strauss-Biografie von Matthew
Boyden gelesen bzw. den Briefwechsel zwischen Richard Strauss und
Hugo von Hofmannsthal studiert, in dem die einzelnen
Entstehungsschritte des Werks genau skizziert sind. "Die haben
gemeinsam mit Bühnenbildner Alfred Roller ein ganz klares Konzept
entworfen, wie die Oper auftreten soll. Alle Aufführungen europaweit
mussten gleich aussehen. Heute würde man das als perfektes
Merchandising bezeichnen", so Rett.

Mit Erschütterungen muss gerechnet werden

Neben "Ariadne auf Naxos" und "Capriccio" zählt "Der Rosenkavalier"
zu Barbara Retts Lieblingsopern von Richard Strauss. "'Der
Rosenkavalier' ist etwas Besonders, weil darin der Humor nicht zu
kurz kommt. Und es ist die große Oper des Loslassen-Lernens. Es geht
darum, die Erfahrung zu machen, dass man Dinge loslassen können
muss." Auf die Inszenierung von Robert Carsen ist sie schon sehr
gespannt. "Mit geringen Erschütterungen muss gerechnet werden",
vermutet die Kulturfachfrau ob der unkonventionellen Art des
Kanadiers, der 1999 mit seiner Inszenierung der Strauss-Oper "Frau
ohne Schatten" - ebenfalls in der Dichtung von Hofmannsthal - für
einen Skandal an der Wiener Staatsoper sorgte. "Auf jeden Fall kann
ich sagen: Ich bin von Kopf bis Fuß auf 'Rosenkavalier' eingestellt."

"Der Rosenkavalier" - Der ORF-Fahrplan zum Kultur-Event

Nach einem Vorprogramm mit kurzen Beiträgen über die Vorbereitung der
Künstler auf die Premiere beginnt am Freitag, dem 6. August, ca. um
19.00 Uhr der erste von drei Akten der Oper. Schauplatz der
starbesetzten Großproduktion in der Inszenierung von Robert Carsen
ist das Große Festspielhaus. Angelika Kirchschlager, die zum ersten
Mal den Octavian in ihrer Heimatstadt Salzburg singt, Adrianne
Pieczonka als Feldmarschallin, Franz Hawlata als Ochs auf Lerchenau,
Miah Persson als Sophie sind die Stars der Neuinszenierung. Semyon
Bychkov, der erst im Juni an der Wiener Staatsoper mit der
Strauss-Oper "Daphne" einen großen Erfolg feierte (der ORF zeigte die
Oper im Juli), dirigiert die Wiener Philharmoniker.
Zwischen den Akten, in denen für ARTE nach Strasbourg geschaltet
wird, bieten Barbara Rett, Franz Zoglauer und Christoph
Wagner-Trenkwitz im ORF ein interessantes Pausenprogramm: Beiträge
rund um das historische Werk, den Komponisten und die Entstehung der
aktuellen Neuinszenierung, stehen ebenso auf dem Plan wie Interviews
mit Künstlern und Kritikern sowie Gespräche mit Premierengästen. Die
meisten Beiträge werden derzeit bereits fertig gestellt, manche
Berichte werden jedoch ganz aktuell, während die Akte laufen,
geschnitten.
Im Anschluss an die TV-Übertragung lässt Franz Zoglauer den Abend in
einer Runde mit internationalen Kulturkritikern Revue passieren.
Bereits im Vorfeld der "Rosenkavalier"-Premiere begibt sich Christoph
Wagner-Trenkwitz in "Variationen auf ein Thema - Wer hat die Hosen
an?" - am Sonntag, dem 1. August, um 9.05 Uhr in ORF 2 - auf die
Spuren von "Frauen in Männerrollen".
Aber nicht nur das Fernsehen befasst sich mit dem Kultur-Event
"Rosenkavalier": Neben umfangreicher Vorberichterstattung schon ab
25. Juli überträgt Radio Österreich 1 die glanzvolle Premiere am 6.
August ebenfalls live ab 19.00 Uhr.

Technisches Einmaleins: 75 Mitarbeiter, 20 Kameras, zwei Regieplätze
u. v. m.

Für ein perfektes Live-Programm am Bildschirm sorgt hinter den
Kulissen des Opernspektakels ein rund 75-köpfiges ORF-Team (Regie,
Kameras, Ton, Licht, Produktionsleiter, Aufnahmeleiter,
Messtechniker, Assistenten, Inspizienten etc.), das zum Teil bereits
seit Mitte Juli in Salzburg die nötigen Vorbereitungen für den großen
Abend trifft. 20 Kameras, davon drei ferngesteuerte
Schwenk-Neigekopfkameras, werden die Bühne, die Künstler und
Präsentatoren sowie das Publikum optimal ins Bild setzen. Ein
Übertragungswagen mit zwei Regieplätzen ist das technische Herz des
TV-Events: Auf dem internationalen Regieplatz zur Übertragung der
Oper für ORF und ARTE gibt Emmy-Preisträger und Bildregisseur Brian
Large, seines Zeichens u. a. Regisseur des ORF-Neujahrskonzerts, den
Takt vor. Den nationalen Regieplatz besetzt ORF-Regisseurin
Heidelinde Haschek (u. a. "Opernball", "Licht ins Dunkel"-Gala,
"Romy"-Gala), die für das Rahmen- und Pausenprogramm verantwortlich
zeichnet. Via Satellit ist ein Mehrkanaltechnik-Ton zu empfangen.

Mehr Informationen zu den Salzburger Festspielen im ORF sind unter
http://presse.ORF.at abrufbar.

OTS0043    2004-07-22/09:30

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRF

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel