Barbara Rett: Von Kopf bis Fuß auf "Rosenkavalier" eingestellt

Vorbereitungen zum großen ORF-Opernevent am 6. August auf Hochtouren

Wien (OTS) - Mit der Live-Übertragung des "Rosenkavalier" bringt der ORF am Freitag, dem 6. August 2004, den Höhepunkt der diesjährigen Salzburger Festspiele zur besten Sendezeit in die österreichischen Wohnzimmer. Zum ersten Mal wird eine Premiere des weltweit gefeierten Kulturfestivals in diesem Umfang übertragen: Rund fünf Stunden lang steht ab 18.50 Uhr in ORF 2 alles im Zeichen der Richard-Strauss-Oper, die - mit einem Libretto des Österreichers Hugo von Hofmannsthal - ihre Uraufführung 1911 in Dresden feierte. Schon seit Wochen laufen beim ORF auf unterschiedlichen Ebenen die Vorbereitungen für die Übertragung des Opernevents, die gemeinsam mit ARTE koproduziert wird. Durch den Abend führt ORF-Kulturlady Barbara Rett - ihr Kommentar wird simultan übersetzt. Gemeinsam mit ihren Kollegen Christoph Wagner-Trenkwitz und Franz Zoglauer bestreitet Rett, die für ARTE bereits mehrere Opernübertragen moderiert hat, auch das ORF-Pausenprogramm: Das Team führt hinter die Kulissen des Opernspektakels, gewährt interessante Einblicke vor und hinter die Bühne und berichtet über Werk und Komponist. Auf Hochtouren werden derzeit Fakten recherchiert, Beiträge vorbereitet, Vorproben besucht, Biografien und Briefe gelesen - und vieles mehr. Kürzlich fanden sich die drei ORF-Präsentatoren im Wiener Theatermuseum ein, um auf den Spuren des "Rosenkavalier" zu wandeln.

Fast hundert Jahre Operngeschichte

Ein Modell des historischen Bühnenbildes von Alfred Roller, das dieser einst in enger Abstimmung mit Komponist Richard Strauss und Librettist Hugo von Hofmannsthal erbaut hatte, weiters handgezeichnete Figurinen, also Originalentwürfe der Kostüme, sowie zwei prächtige Kleider der Uraufführung - jeweils ein Kleid der Feldmarschallin und der Sophie - sind im Wiener Theatermuseum im Palais Lobkowitz zu besichtigen. ORF-Präsentatorin Barbara Rett, die sich mit den Kollegen Christoph Wagner-Trenkwitz und Franz Zoglauer im Museum zu einem Fototermin einfand, ist von den historischen Stücken begeistert. "Das ist schon ein Erlebnis. Es gibt keine anderen Kostüme, die so viel Operngeschichte erzählen. Fast hundert Jahre wurden sie verwendet. Schließlich wurde 'Der Rosenkavalier' bis in die neunziger Jahre in den Urkostümen und auch großteils in der Urkulisse gegeben", weiß Rett, die sich akribisch mit dem Werk befasst hat. Unter anderem hat sie eine Strauss-Biografie von Matthew Boyden gelesen bzw. den Briefwechsel zwischen Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal studiert, in dem die einzelnen Entstehungsschritte des Werks genau skizziert sind. "Die haben gemeinsam mit Bühnenbildner Alfred Roller ein ganz klares Konzept entworfen, wie die Oper auftreten soll. Alle Aufführungen europaweit mussten gleich aussehen. Heute würde man das als perfektes Merchandising bezeichnen", so Rett.

Mit Erschütterungen muss gerechnet werden

Neben "Ariadne auf Naxos" und "Capriccio" zählt "Der Rosenkavalier" zu Barbara Retts Lieblingsopern von Richard Strauss. "'Der Rosenkavalier' ist etwas Besonders, weil darin der Humor nicht zu kurz kommt. Und es ist die große Oper des Loslassen-Lernens. Es geht darum, die Erfahrung zu machen, dass man Dinge loslassen können muss." Auf die Inszenierung von Robert Carsen ist sie schon sehr gespannt. "Mit geringen Erschütterungen muss gerechnet werden", vermutet die Kulturfachfrau ob der unkonventionellen Art des Kanadiers, der 1999 mit seiner Inszenierung der Strauss-Oper "Frau ohne Schatten" - ebenfalls in der Dichtung von Hofmannsthal - für einen Skandal an der Wiener Staatsoper sorgte. "Auf jeden Fall kann ich sagen: Ich bin von Kopf bis Fuß auf 'Rosenkavalier' eingestellt."

"Der Rosenkavalier" - Der ORF-Fahrplan zum Kultur-Event

Nach einem Vorprogramm mit kurzen Beiträgen über die Vorbereitung der Künstler auf die Premiere beginnt am Freitag, dem 6. August, ca. um 19.00 Uhr der erste von drei Akten der Oper. Schauplatz der starbesetzten Großproduktion in der Inszenierung von Robert Carsen ist das Große Festspielhaus. Angelika Kirchschlager, die zum ersten Mal den Octavian in ihrer Heimatstadt Salzburg singt, Adrianne Pieczonka als Feldmarschallin, Franz Hawlata als Ochs auf Lerchenau, Miah Persson als Sophie sind die Stars der Neuinszenierung. Semyon Bychkov, der erst im Juni an der Wiener Staatsoper mit der Strauss-Oper "Daphne" einen großen Erfolg feierte (der ORF zeigte die Oper im Juli), dirigiert die Wiener Philharmoniker.
Zwischen den Akten, in denen für ARTE nach Strasbourg geschaltet wird, bieten Barbara Rett, Franz Zoglauer und Christoph Wagner-Trenkwitz im ORF ein interessantes Pausenprogramm: Beiträge rund um das historische Werk, den Komponisten und die Entstehung der aktuellen Neuinszenierung, stehen ebenso auf dem Plan wie Interviews mit Künstlern und Kritikern sowie Gespräche mit Premierengästen. Die meisten Beiträge werden derzeit bereits fertig gestellt, manche Berichte werden jedoch ganz aktuell, während die Akte laufen, geschnitten.
Im Anschluss an die TV-Übertragung lässt Franz Zoglauer den Abend in einer Runde mit internationalen Kulturkritikern Revue passieren. Bereits im Vorfeld der "Rosenkavalier"-Premiere begibt sich Christoph Wagner-Trenkwitz in "Variationen auf ein Thema - Wer hat die Hosen an?" - am Sonntag, dem 1. August, um 9.05 Uhr in ORF 2 - auf die Spuren von "Frauen in Männerrollen".
Aber nicht nur das Fernsehen befasst sich mit dem Kultur-Event "Rosenkavalier": Neben umfangreicher Vorberichterstattung schon ab 25. Juli überträgt Radio Österreich 1 die glanzvolle Premiere am 6. August ebenfalls live ab 19.00 Uhr.

Technisches Einmaleins: 75 Mitarbeiter, 20 Kameras, zwei Regieplätze u. v. m.

Für ein perfektes Live-Programm am Bildschirm sorgt hinter den Kulissen des Opernspektakels ein rund 75-köpfiges ORF-Team (Regie, Kameras, Ton, Licht, Produktionsleiter, Aufnahmeleiter, Messtechniker, Assistenten, Inspizienten etc.), das zum Teil bereits seit Mitte Juli in Salzburg die nötigen Vorbereitungen für den großen Abend trifft. 20 Kameras, davon drei ferngesteuerte Schwenk-Neigekopfkameras, werden die Bühne, die Künstler und Präsentatoren sowie das Publikum optimal ins Bild setzen. Ein Übertragungswagen mit zwei Regieplätzen ist das technische Herz des TV-Events: Auf dem internationalen Regieplatz zur Übertragung der Oper für ORF und ARTE gibt Emmy-Preisträger und Bildregisseur Brian Large, seines Zeichens u. a. Regisseur des ORF-Neujahrskonzerts, den Takt vor. Den nationalen Regieplatz besetzt ORF-Regisseurin Heidelinde Haschek (u. a. "Opernball", "Licht ins Dunkel"-Gala, "Romy"-Gala), die für das Rahmen- und Pausenprogramm verantwortlich zeichnet. Via Satellit ist ein Mehrkanaltechnik-Ton zu empfangen.

Mehr Informationen zu den Salzburger Festspielen im ORF sind unter http://presse.ORF.at abrufbar.

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