• 21.07.2004, 12:54:57
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Grasser jetzt auch für "offene Geschäfte am Sonntag"

Finanzminister geht via NEWS auf Radikal-Kurs: Grasser will weiter Feiertage abschaffen und nun auch Ladenöffnungszeiten voll liberalisieren

Wien (OTS) - In einem Interview mit der Donnerstag erscheinenden
Ausgabe von NEWS geht Finanzminister Karl-Heinz Grasser auf
Konfrontationskurs mit den Arbeitnehmerflügeln von ÖVP und FPÖ, sowie
mit den Landeshauptleuten und seinen Ministerkollegen.

Trotz aller Kritik bleibt Grasser dabei, dass die Zahl der
Feiertage reduziert werden muss: "Dass das katholische Italien
weniger Feiertage hat als wir ist absurd. Es ist der Vorteil meiner
Unabhängigkeit, dass ich Tabus brechen kann." Und deshalb sollen
"natürlich die Geschäfte am Sonntag offen sein. Mir als Betriebswirt
tut bei geschlossenen Geschäften das Herz weh. Weder Sonntagsöffnung
noch eine komplett freigegebene Ladenöffnung sind tabu. Deshalb
lachen uns andere Länder bereits aus. Ich will an die Wirtschaft und
an liberale junge Menschen, denen täglich flexible Arbeitszeiten
abverlangt werden, Signale senden."

Grassers Signale an die Beamten - er muss etwa höhere Gehälter für
sie via sein Budget finanzieren - sind ebenfalls deutlich:
"Harmonisierung heißt Harmonisierung. Deshalb bin ich gegen höhere
Einstiegsgehälter für Beamte als Ausgleich für die Harmonisierung.
Sonst wäre das absurd. Und meiner Ansicht müssen Beamte, die
schlechte Leistungen bringen, genauso kündbar sein wie jeder
Angestellte auch."

Grasser an die Landeshauptleute: "Die
Finanzausgleichsverhandlungen stehen unter dem Motto: Diktat der
leeren Kassen. Mehr Geld wird es für niemand geben." Ähnlich hart die
Haltung des Finanzministers gegenüber seinen Regierungskollegen bei
den anlaufenden Budgetverhandlungen: "Wir vom Finanzressort wollten
radikale Einsparungsansätze, aber wir haben uns mit der politischen
Führung des Landes akkordiert, dass es zumutbar sein muss. Das heißt,
dass jedes Ressort mit dem Geld von 2004 und 2005 auch 2006 auskommen
muss. Wir sind mit der größten Steuerreform der Republik an die
Grenzen der Finanzierbarkeit gegangen. Es ist kein Geld im Topf."

OTS0118    2004-07-21/12:54

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NES

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