- 21.07.2004, 12:20:43
- /
- OTS0105 OTW0105
AK: Mehr als 27 Prozent aller Neupensionszugänge verlieren über 5 Prozent, 77 Prozent aller Männer mit langer Versicherungsdauer betroffen
Wien (OTS) - Wie von der PVA selbst angegeben, wird die heute
bekanntgegebene Statistik über die im Jahr 2004 ergangenen
Pensionsbescheide dadurch in ihrer Aussagekraft beeinträchtigt, dass
auch alle noch nach dem alten Pensionsrecht zu beurteilenden Fälle
enthalten sind. Bereinigt man die Statistik um diese Fälle,
betrachtet man also nur die Auswirkungen der Pensionsreform 2003,
werden die von der AK stets vorausgesagten Kürzungen deutlich: Mehr
als 27 Prozent der NeupensionistInnen verlieren mehr als 5 Prozent.
Bei Männern mit langer Versicherungsdauer sind es fast 77 Prozent.
Von den 10.377 Fällen, die bereits nach dem Recht der
Pensionsreform 2003 zu beurteilen waren, kommen 2.828
NeupensionistInnen (27,25 Prozent der Fälle) auf Verluste gegenüber
der Rechtslage vor der Pensionsreform 2003 zwischen 5,1 und 10
Prozent. Zu diesen Verlusten kommt übrigens noch der ebenfalls
lebenslang wirkende Ausfall der Pensionserhöhung im Jahr 2005, was
sich - je nach Pensionshöhe und Inflationsrate - mit einem weiteren
Verlust von rund 1,5 Prozent auswirkt.
Die AK hat immer wieder darauf hingewiesen, dass diese
Pensionskürzungen gerade in den ersten Wirkungsjahren der
Pensionsreform 2003 sehr ungleich verteilt sind: Paradoxerweise sind
es gerade die Menschen, die am längsten gearbeitet haben, die schon
2004 die stärksten Verluste erleiden. Männer, die mit 14 oder 15 ins
Berufsleben eingestiegen sind und nach rund 45 Versicherungsjahren -
oft sind es auch 47 Jahre - in die nach der Pensionsreform 2003
auslaufende vorzeitige Alterspension wegen langer Versicherungsdauer
gehen, sind 2004 die Hauptbetroffenen. Das untermauert die aktuelle
Statistik der PVA: Von 2.507 Männern, die bis 30.6.2004 einen
Bescheid über die vorzeitige Alterspension nach der Rechtslage
Pensionsreform 2003 erhalten haben, liegen 1.919 über dem
angekündigten neuen Verlustdeckel von 5 Prozent, das sind fast 77
Prozent!
Christoph Klein, Leiter des Sozialbereiches in der AK Wien: "Die
Zahlen der PVA bestätigen: Gerade für die "Hackler", die ihr Leben
lang geschuftet haben, war die Forderung von AK und ÖGB, die
Kürzungen der Pensionsreform 2003 großteils rückgängig zu machen,
absolut notwendig."
OTS0105 2004-07-21/12:20
OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW






