Ärztekammer warnt: Beliebigkeit bei Generika führt zu Chaos

Pruckner : "Behandlungskontinuität beim Einsatz von Medikamenten besonders wichtig" - Brettenthaler: "Ständiger Wechsel der Präparate schürt Misstrauen"

Wien (OTS) - Mit Ablehnung und Kritik hat der Obmann der
Bundeskurie Niedergelassene Ärzte in der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Dr. Jörg Pruckner, heute auf die Forderung von Apothekerkammer-Präsident Herbert Cabana reagiert, Apothekern die Möglichkeit einzuräumen, gleichwertige Generika auf Wunsch des Patienten untereinander auszutauschen, falls ein seitens des Arztes aufgeschriebenes Präparat aktuell nicht im Lagerbestand vorrätig ist.

Eine solche Vorgangsweise erzeuge Verunsicherung bei Patienten und Ärzten, warnte Pruckner. Auch sei es vor dem Hintergrund der erforderlichen Kontinuität einer Behandlung unverantwortlich, dem Patienten überlassen zu wollen, welches Generikum er wähle, erklärte Pruckner zu einem entsprechenden Vorstoß Cabanas in einer Presseaussendung am Montag. Die Patientinnen und Patienten wären mit einer solchen Vorgangsweise überfordert. Die Maßnahme brächte außerdem "jede Menge Bürokratie".

"Bei Medikamenten ist es unerlässlich, dass der Patient den Überblick über seine Präparate behält. Diese können eben nicht beliebig ausgetauscht werden, damit es nicht zu Einnahmefehlern und Verwechslungen kommt", warnte Pruckner. Gerade ältere und chronisch kranke Menschen, die schwierig medikamentös einzustellen seien, sollten bei den Medikamenten ein Sicherheitsgefühl haben und nicht je nach Lagerbestand der Apotheke alle paar Wochen ein Generikum mit einem neuen Namen erhalten.

Die aufwändige Überzeugungsarbeit der Ärzte, Patienten zu einer Umstellung von Originalpräparaten auf Generika zu bewegen, werde außerdem "ad absurdum geführt, wenn nachher in der Apotheke das aufgeschriebene Präparat wieder umgestellt wird", kritisierte auch der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Dr. Reiner Brettenthaler den Vorschlag. Brettenthaler: "Auf diese Weise wird Misstrauen gegenüber Generika erzeugt und kein Vertrauen." Im übrigen habe der Gesetzgeber die Möglichkeit, regulierend einzuschreiten, falls die Produktpalette bei den Generika unübersichtlich werde. Er gehe davon aus, dass man in diesem Fall auch von der Option Gebrauch machen werde. Auch für die Ärzte sei es sehr wichtig, dass es bei gewissen, häufig vorkommenden Erkrankungen zu mehr Übersichtlichkeit bei den dafür zur Verfügung stehenden Generika komme. Derzeit existieren bis zu 110 Präparate für eine einzige Indikation.

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