Das Sommerhoch im ORF geht weiter: Start von "Tat-Sachen"

ORF-Premiere der Dokumentationsserie über spektakuläre Kriminalfälle mit Peter Resetarits

Wien (OTS) - Nach dem überaus erfolgreichen Start von "Wiesner fragt" heißt es nun Vorhang auf für die zweite Innovation der ORF-Information im ORF-Sommerhoch: Ein bis heute ungelöster Mordfall in einem Wiener Café, eine Serie von unheimlichen Todesfällen und die blutige Spur eines berüchtigten Hammermörders: Am Dienstag, dem 20. Juli 2004, startet um 21.05 Uhr in ORF 2 und in Stereo die neue ORF-Kriminaldokumentationsserie "Tat-Sachen", die in vorerst drei Teilen spektakuläre österreichische Kriminalfälle aus Vergangenheit und Gegenwart präsentiert. Durch die Sendung, die nach einer Idee von Kurt Tozzer und Günther Kallinger entstand, führt in gewohnt routinierter Weise "Volksanwalt" Peter Resetarits, der für "Tat-Sachen" seinen gewohnten "Schauplatz Gericht" verlässt und sich auf Spurensuche in der österreichischen Kriminalgeschichte begibt. Dabei beleuchtet Resetarits drei österreichische Verbrechen, die sich tatsächlich zugetragen haben. In zwei Fällen wird gezeigt, wie die Polizei mit ihren Ermittlungen und mit Hilfe von Gerichtsmedizinern und Technikern Verbrecher überführen konnte. Ein Fall ist ungelöst und soll mit Hilfe von Hinweisen der Fernsehzuschauer neue Impulse für die Ermittlungen bringen. Das Konzept dazu stammt von Robert Altenburger, der bereits für die Konzeption u. a. von "Wiesner fragt" und "Newsflash" verantwortlich zeichnete. In der ersten Folge beschäftigt sich das "Tat-Sachen"-Team Doris Plank, Christian Puluj und Franz Leopold Schmelzer mit den genauen Umständen des Todes der Kaffeehausbesitzerin Brigitte F. Sie wurde im Jahr 2002 ermordet aufgefunden - trotz vieler Hinweise auf den Täter konnte dieser aber bis heute nicht gefasst werden. Im zweiten Fall führt die blutige Spur zu Lew K., in dessen Umfeld es eine unheimliche Todesserie gab. Schließlich dokumentiert "Tat-Sachen" in dieser ersten Folge noch den Fall Alfred Engleder: Der berüchtigte "Mörder mit dem Maurerfäustel" erlangte in den fünfziger Jahren traurige Berühmtheit.

Wer war der letzte Gast?

Am Freitag, dem 11. Jänner 2002, wird um 5.38 Uhr der Rettungsnotruf getätigt: In einem Café sei ein Mord verübt worden. Die nüchtern und sachlich klingenden Schilderungen sprechen dafür, dass sich der Zeuge am Tatort umgesehen hatte. Doch nicht nur das: Er gibt auch die Adresse des Mörders bekannt. Kurz vor sechs Uhr wird die Leiche von Brigitte F. im Café "Luigi" in der Wiedner Hauptstraße aufgefunden. Die Besitzerin des Lokals war in der Nacht zuvor erstochen worden. Der unbekannte Täter wollte dabei gründlich vorgehen: Nachdem er die Frau ermordet hat, versuchte er sein Opfer zu verbrennen. Doch als die Leiche Feuer gefangen hatte, dürfte der Mörder die Wasserhähne aufgedreht haben, denn das Lokal stand unter Wasser.
Über den Täter und dessen Motiv ist vorerst nichts bekannt. Die Polizei konzentriert sich darauf, Zeugen zu finden. Insbesondere wird nach jenem Mann gesucht, der in der Früh von einer Telefonzelle aus anonym die Rettung zum Café gerufen hat. Vor dem Lokal in der Wiedner Hauptstraße finden sich Blutspuren, die offenbar vom Mörder stammen, der sich beim Kampf mit dem Opfer verletzt hat. Darüber hinaus hinterließ der Täter seinen genetischen Fingerabdruck nicht nur vor der Tür, sondern auch im Lokal, auf dem Mordmesser und dem Wasserhahn. Es kann also nur eine Frage der Zeit sein, bis man dem Täter auf die Spur kommt. Hoffnungsvoll machen sich die Ermittler an die Arbeit, doch die genauen Hinweise auf den Mörder und die zahlreichen Spuren, die der Täter hinterlassen hatte, führen nur zu falschen Verdächtigen.

Eine unheimliche Todesserie

Tatort dieses Falles ist eine Kleingartensiedlung im 22. Wiener Gemeindebezirk. Hier kennt jeder jeden und bis auf kleinere Nachbarschaftsstreitereien herrscht Friede und Eintracht. Doch im Juli 1987 geht beim Sicherheitsbüro Wien ein Anruf der Bundespolizeidirektion (BPD) Floridsdorf ein: Ein Briefträger hat den Floridsdorfer Beamten gemeldet, dass er eine gewisse Frau Kloss aus der Schrebergartensiedlung seit Monaten nicht mehr Zuhause angetroffen hat. Es habe ihm - an Stelle von Frau Kloss - ihr Untermieter die Türe geöffnet und mit einer - wie sich später herausstellen soll - selbst geschriebenen Vollmacht ihre Pension kassieren wollen. Beim dritten Mal weigert sich der Postler, das Geld an den Mann auszuhändigen und geht zur BPD Floridsdorf. Der Name des damals 49-jährigen Untermieters ist Lew K., dem Verbindungen zur Russenmafia nachgesagt werden und für das Sicherheitsbüro Wien kein unbeschriebenes Blatt ist. Und als es zu einer Durchsuchung des vollkommen verschmutzten Hauses kommt, werden die Beamten der Spurensicherung auch fündig: Zementsäcke, Schaufeln, eine Säge, Behälter mit Salzsäure und Blutspuren werden im angrenzenden Stall gefunden bzw. sichergestellt. Ein anschließendes ungewöhnliches Geständnis von Lew K. lässt selbst die Beamten erschauern: Der Untermieter hatte seine tote Freundin mit Salzsäure übergossen und in Zementblöcke eingegossen. Die zerschlagenen Blöcke hat er schließlich in der Donau versenkt. Doch umgebracht will er Frau Kloss nicht haben. Die alte Dame sei eines natürlichen Todes gestorben. Und es wird schwer, ihm das Gegenteil beweisen zu wollen. Denn trotz intensiver Bemühungen kann ihre Leiche nicht gefunden werden. War es der perfekte Mord oder hatte es der Untermieter "nur" auf die Pension seiner Freundin abgesehen und starb Frau Kloss eines natürlichen Todes? Das "Tat-Sachen"-Team ist dem Fall K. nachgegangen und auf eine unheimliche Serie von Todesfällen in seinem Umfeld gestoßen.

Der Hammermörder

"Ich wurde immer zurückgesetzt, geschlagen, gedemütigt, ausgelacht und verspottet, weil ich so klein und unansehnlich bin", mit diesen Worten versucht sich Alfred Engleder vor den Geschworenen bei seinem Mordprozess 1958 zu verteidigen. Da hatte der "Mörder mit dem Maurerfäustel" Alfred Engleder aus Sierning, nahe Steyr in Oberösterreich, sechs bestialische Überfälle auf Frauen hinter sich. Bei seinen Bluttaten ging er immer nach demselben Schema vor: Mit dem Rad überholte er seine Opfer - junge, hübsche Frauen - und attackierte sie mit dem Hammer. Er schlug wiederholt gegen den Kopf, verletzte sie schwer und vergewaltigte sie. Zwei seiner Opfer überlebten diese Tortur nicht. Jahrelang hielt die "Bestie von Steyr" das Land in Atem. Denn die Suchaktion nach dem Serientäter, an der sich zuletzt 200 Gendarmen beteiligten, verlief anfangs erfolglos. An der tschechischen Grenze konnte schließlich ein Förster den Unhold stellen. Im 1958 geführten Prozess erhält der Triebtäter lebenslange Haft. Als er nach 26 Jahren freikommt, zieht sich Engleder in das Wiener Schottenstift zurück, bis das Schicksal im Jahr 1993 in einer fast unglaublichen Parallele zu seinen Mordfällen in den fünfziger Jahren zurückschlägt. Die abenteuerliche Suchaktion im Fall Alfred Engleder diente übrigens Jahre später sogar Helmut Qualtinger als Vorlage für den Sketch "Unternehmen Kornmandl".

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