ÖAMTC: Wer einen Kuhfänger montieren will, wird bei den Behörden abblitzen

Bei "schwarz" montierten bull bars kann das "Pickerl" verweigert werden

Wien (ÖAMTC-Presse) - Die Behörden und die EU haben den Kuhfängern auf Fahrzeugen den Kampf angesagt. "Die Anbringung von Frontschutzbügeln unterliegt der Genehmigungspflicht. Wer aber bull bars als Zurüstteil zu einem Fahrzeug erwirbt und montieren lassen will, wird aber in den meisten Fällen bei der Kraftfahr-Behörde abblitzen", weiß ÖAMTC-Jurist Martin Hoffer. Die Begründung für die ablehnende Haltung der Behörden: Kuhfänger bergen eine große Gefahr für die Verkehrssicherheit, gefährden sie doch Fußgänger bei einem Unfall besonders.

Problematisch kann es für Besitzer von "schwarz" montierten bull bars werden. Bei der jährlichen "Pickerl-Überprüfung" könnte der ohne Genehmigung montierte Teil als "schwerer Mangel" eingestuft werden. Die chrompolierten Eisenrohre an der Frontseite des Fahrzeuges sind ein Sicherheitsrisiko.

Die EU hat in einer Richtlinie festgeschrieben, dass Typengenehmigungen von Fahrzeugen bis 2,5 Tonnen höchstzulässigem Gesamtgewicht mit bull bars ab Oktober 2005 nicht mehr erteilt werden. Fahrzeuge über dieser Gewichtsgrenze sind aber von dieser Neuregelung nicht betroffen. "Der ÖAMTC hat deshalb im Zuge der Begutachtung eine Ausdehnung dieser Regelung auch für schwere Fahrzeuge gefordert", sagt Hoffer. Der Clubjurist kritisiert auch, dass Fahrzeuge mit Kuhfängern europaweit sogar noch bis zum Jahr 2012 neu zugelassen werden können.

Offen ist noch die Frage, ob Kuhfänger aus elastischem Material wie zum Beispiel Kunststoff in Zukunft erlaubt sein werden. Diese sollen bei einem Unfall kein so großes Verletzungsrisiko bedeuten. "Darüber wird noch auf EU-Ebene nachgedacht", weiß ÖAMTC-Jurist Hoffer.

Der ÖAMTC kritisiert schon seit Jahren den mangelhaften Fußgängerschutz bei Kraftfahrzeugen. Zahlreiche Crashtests des Clubs haben gezeigt, dass die Fahrzeughersteller der Fußgänger-Sicherheit weniger Beachtung geschenkt haben als der Insassen-Sicherheit. Besonders häufig wurden von den Crashtest-Experten des ÖAMTC unnachgiebige Stellen auf der Motorhaube, steife Stoßstangen und Kotflügel beanstandet.

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ÖAMTC-Pressestelle/Michael Holzinger

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