Mit "Bündnis mehr Familie" ist Kärnten Vorreiter für andere Bundesländer

Plattform soll Familie aufwerten - Auftaktveranstaltung mit LH Haider, Staatssekretärin Haubner und LR Dörfler

Klagenfurt (LPD) - Um die Familie auf allen Ebenen zu stärken und die familienpolitische Diskussion zu vertiefen, wurde heute, Freitag, das von Familienreferent Landesrat Gerhard Dörfler initiierte "Bündnis mehr Familie" präsentiert. Im Anschluss an einen Familienkongress unter dem Motto "Familie gestern - heute - morgen" unterstrichen Landeshauptmann Jörg Haider, Staatsekretärin Ursula Haubner, Landesrat Gerhard Dörfler sowie Bischof Alois Schwarz, Superintendent Manfred Sauer und St. Veits Bürgermeister Gerhard Mock in einer gemeinsamen Pressekonferenz die Bedeutung von Familie und die Notwendigkeit zur weiteren Aufwertung und Unterstützung der Familie.

LH Jörg Haider hob den Wert der Familie als sinnstiftende Gemeinschaft hervor. Die Politik habe die Rahmenbedingungen zu setzen, um Familie erlebbar zu machen. In materieller Hinsicht sei viel für Familien getan worden, erwähnte der Landeshauptmann das Kinderbetreuungsgeld ebenso wie das Schulstartgeld, Steuerbegünstigungen u.a. Kärnten werde hier ab nächstem Jahr noch mit einer Geburtenbeihilfe in Höhe von 800 Euro die Situation weiter verbessern.

Wichtig sei es, die Nachmittagsbetreuung zu verbessern und den Familien für ihre Kinder diesbezüglich mehr freiwillige Angebote zur Verfügung zu stellen. Auch berufliche Hilfen sowie zur Berufsorientierung seien zu fördern. Kärnten habe sich bereits sehr erfolgreich für Jugendbeschäftigung eingesetzt und nun sei auch ein "Auffangnetz" für Lehrlinge, um neue Chancen zu erhalten, geschaffen worden. Ziel sei es auch, die kostenlose Berufsreifeprüfung und damit beruflichen Aufstieg zu ermöglichen. Auch der Religionsunterricht an Berufsschulen werde etabliert. Weiters wies Haider auf die zahlreichen Kulturangebote für die Familien hin. Hier achte man darauf, dass Kultur auch für breiteste Bevölkerungsschichten zugänglich sei und die Jugend weitestgehend integriert werde. Er beharre auf solchen Kultur-Aktionen, auch wenn er dafür oftmals kritisiert werde.

Klare Ablehnung gebe es von ihm für die Ausdehnung der Wochenendarbeitszeit. Eine Ausweitung der Sonntagsarbeit komme nicht in Frage, bekräftigte der Landeshauptmann. Hier dürfe es keine Lockerung geben, denn dies würde sowohl die kulturellen als auch die familiären Beziehungen zerstören, indem es dann keine Zeit mehr gäbe etwa für die Kulturarbeit von Vereinen oder für die Pflege gemeinsamer familiärer Tätigkeiten.

Staatssekretärin Haubner sagte, dass Kärnten mit seiner Gesprächs- und Kooperationsplattform "Bündnis mehr Familie" eine Vorbildwirkung für andere Bundesländer habe. Die Familienarbeit müsse sozialrechtlich weiter verbessert werden, etwa durch bessere Bewertung von Ersatzzeiten. Zusammen mit der Wirtschaft müßten noch viel mehr familienfreundliche bzw. kindergerechte Maßnahmen umgesetzt werden. Auch das Modell kinderfreundlicher Gemeinden werde von ihr unterstützt. Insgesamt müssten die Eltern bei ihrer Erziehungsarbeit unterstützt werden, wobei das Kindeswohl im Vordergrund zu stehen habe und dafür viel stärker vorsorgend gewirkt werden müsse.

Bgm. Mock wies auf die Eigenverantwortung von Familien hin. Die Gemeinden seien wichtige Partner der Familien. Es müsse auch alles getan werden, um die Abwanderung aus ländlichen Regionen hintanzuhalten.

Die Kirche leiste viel in der Ehevorbereitung, betonte Bischof Schwarz. Es gelte, die Menschen innerlich stark zu machen. Familie sei ein wesentlicher Schutzraum und eine Quelle von Lebensmöglichkeiten. Superintendent Sauer anerkannte ebenfalls die Bemühungen seitens der Politik. Es sei sehr gut, dass die Kirchen in das Bündnis bzw. die Allianz für die Familien miteingebunden seien. Familien seien Lernfelder für die Gesellschaft.

Familienreferent LR Dörfler betonte, dass auch die Medien sich viel stärker und positiv um Familienbelange kümmern sollten. Das Bündnis wolle auf breiter Ebene mit allen Partnern der Familie, darunter Gemeinden, Wirtschaft, Kirchen, Bildungseinrichtungen, Medien usw. zu konkreten Lösungsansätzen kommen. Die heutige Veranstaltung sei der Start für diesen Arbeitsprozess, so Dörfler. (Schluss)

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