FMK: Einfluss von Mobiltelefonen auf männliche Fruchtbarkeit zweifelhaft

Wissenschaftliche Bewertung der ungarischen Fejes-Studie noch ausständig

Wien (OTS) - Auf dem Kongress der European Society of Human Reproduction and Embryology (ESHRE) am 29. Juni in Berlin stellte ein ungarisches Forscherteam um Imre Fejes von der Universität Szeged die Ergebnisse seiner Studie zur Wechselwirkung zwischen männlicher Fruchtbarkeit und Handynutzung vor. Danach ist bei Männern, die häufig Mobiltelefone nutzen oder das Handy am Gürtel tragen, die Anzahl der Samenzellen um 30 Prozent reduziert und auch die Beweglichkeit der Spermien eingeschränkt. 451 Männer wurden über 13 Monate hinweg beobachtet. Verglichen wurde die Samenproduktion von intensiven Handy-Nutzern mit Nichtnutzern.

"Warnungen vor dem 'Potenzhemmer Handy' sind absolut übertrieben und unzulässig, die Ergebnisse widersprechen dem bisherigen Stand der Wissenschaft", erklärte dazu FMK-Pressesprecher Thomas Faast. So bewertete die deutsche Strahlenschutzkommission (SSK), dass es keine Hinweise auf negative Einflüsse von Mobilfunkfeldern auf Reproduktion und Entwicklung gibt. Die Fejes-Studie selbst wurde bislang noch nicht in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift veröffentlicht. Eine wissenschaftliche Bewertung konnte deshalb noch nicht vorgenommen werden. Vor diesem Hintergrund ist eine abschließende Stellungnahme noch nicht möglich. Diese Ansicht vertritt Prof. Hans Evers, früherer ESHRE-Vorsitzender und Professor an der Universitätsklinik in Maastricht. Nach Bekanntgabe der Studienergebnisse kam er zu der Einschätzung, dass diese Studie "mehr Fragen aufwirft als Antworten gibt". Die Wissenschaftler müssten sich deshalb zunächst intensiv mit den Ergebnissen auseinander setzen, da zahlreiche Einflussfaktoren die Spermienqualität beeinflussen. Dazu zählen u.a. Stress, Alter, Alkoholkonsum und Rauchen. Inwieweit auch diese Faktoren in der Fejes-Studie berücksichtigt wurden, steht noch nicht fest

Grundsätzlich können die Ergebnisse einer einzelnen Studie nicht Grundlage für die Risikobewertung sein. Entscheidend ist das wissenschaftliche Gesamtbild. Einzelne Studien müssen zunächst hinsichtlich der Einhaltung von wissenschaftlichen Standards und Qualitätskriterien überprüft werden. Erst nach erfolgter Prüfung können die Ergebnisse der Einzelstudien dann zu einer Neubewertung des wissenschaftlichen Gesamtbildes herangezogen werden. Diese Bewertung wird von Wissenschaftlern und Fachgremien nach Auswertung aller Forschungsergebnisse vorgenommen. Im Hinblick auf die ungarische Fejes-Studie steht dieser Evaluationsprozess noch aus.

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