KLIMT-VILLA: Aus allen Parteien Zustimmung für bessere Garantien

Abgeordnete aller vier Parteien fordern eindeutige Auflagen betreffend Klimt-Nutzung

Wien (OTS) - Wie berichtet (vgl. unsere gestrige Aussendung)
könnte morgen im Plenum des Nationalrates die Klimt-Villa zur Diskussion gestellt werden, obwohl es dem Abgeordneten Detlev Neudeck (FPÖ) im Finanzausschuss am 30. Juni gelungen ist, dass ein von ihm vorgelegter Abänderungsantrag beschlossen wurde. Die Klimt-Villa soll solange nicht im Nationalrat behandelt werden, bis die Auflagen besser konkretisiert und alle Zweifel an deren Garantien ausgeräumt sind. Neudeck betont, dass für ein Objekt, das wegen seiner "historisch-kulturellen Bedeutung" als "historisches Objekt" anerkannt ist, nicht allein der Verkaufspreis entscheidend sein kann, sondern auch die Qualität der Konzepte.

Mini-Gedenkraum für Gustav Klimt?

Für Bautensprecherin Gabriele Moser (Grüne) und Marianne Hagenhofer (SPÖ), beide im letzten Finanzausschuss, sei ebenso klar, dass beispielsweise die Sanktionen und deren Umsetzungen im Falle der Nichterfüllung von Auflagen durch den Käufer noch nicht ausreichend geklärt sind. Überdies wird mit keinem Wort erwähnt, wie groß die Gedenkstätte im Erdgeschoß der Klimt-Villa sein muß. So darf wohl befürchtet werden, dass mit einem kleinen Gedenkraum (wie z. B. Mozartgedenkstätte im Kaufhaus Steffl in der Kärntnerstraße), den Auflagen zwar genüge getan würde, angesichts des großen internationalen Interesses von Touristen und Klimtbegeisterten jedoch in keiner Weise befriedigen kann. Ebenso können die von Finanzminister Grasser in Aussicht gestellte "Absicherung", der Bund behalte sich ein Rückkaufsrecht bei Nichterfüllung der Auflagen, allein nicht ausreichen. Warum soll die Republik jemals davon Gebrauch machen, wenn schon seit vielen Jahren das Ziel verfolgt wird, möglichst wenig Immobilien im Eigentum des Bundes zu belassen.

Gesamt Areal bedarf Klimt-Nutzung!

Finanzausschussmitglied Vincenz Liechtenstein (ÖVP), der sich den Bedenken der Abgeordneten anschließt, meint, dass eine Gedenkstätte im Erdgeschoß nicht überlebensfähig sein kann, wenn nicht das gesamte Areal mit entsprechend synergetischen Nutzungen ausgefüllt wird (Themenbereich Gustav Klimt und seine Zeit, weitere touristische Ein-bzw. Ausrichtungen). In Anbetracht der Tatsache, dass seit über 5 Jahren die Ministerien darüber nachdenken, wie mit der Klimt-Villa umzugehen sei, dürfe es auf ein paar Monate wohl nicht ankommen, bis eine wirklich seriöse Lösung mit Zustimmung aller Beteiligten getroffen werden kann. Auch Bundeskanzler Wolfgang Schüssel denkt in einem Brief aus 2003, "dass die Bundesregierung eine dem Sachverhalt entsprechende und für alle Beteiligten zufriedenstellende Lösung finden wird."

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