AK: Fahrtkostenübernahme auch bei Lehrlingen

AK fordert gleiches Recht für alle Ausbildungszweige

Wien (OTS) - Im Bereich der Lehrlingsausbildung besteht bei den Fahrtkosten nach wie vor eine Ungleichheit. Eine bevorstehende Gesetzesänderung bringt nun eine Verbesserung für SchülerInnen, die ein Praktikum absolvieren müssen - für Lehrlinge gilt diese Verbesserung nicht. Lehrlinge, die eine lehrgangsmäßige Berufsschule besuchen, bekommen zwar eine monatliche Fahrtkostenbeihilfe, die tatsächlichen Kosten liegen aber beträchtlich höher. "Die anstehende Novellierung hätte das leicht aus der Welt schaffen können", sagt Christoph Klein, Bereichsleiter für Soziales in der AK Wien und fordert die Übernahme der tatsächlichen Kosten auch bei Lehrlingen:
"Der Nationalrat sollte für eine gerechte Lösung sorgen."

Die Forderungen, dass Schülerinnen und Schüler, die ein verpflichtendes Praktikum außerhalb des Schulstandortes machen müssen und die dafür entstehenden Fahrtkosten für ihr Praktikum durch eine Fahrtenbeihilfe ersetzt bekommen, kam auf Initiative von Linzer KrankenpflegeschülerInnen zustande. Sie wurden dabei von der Arbeiterkammer unterstützt. Durch die neue Regelung kommt es zu einer Kostenentlastung für die Eltern.

Lehrlinge werden gegenüber den SchülerInnen bei der Übernahme der Fahrtkosten aber wesentlich schlechter gestellt. Alle, die eine lehrgangsmäßige Berufsschule besuchen müssen, sind für einen längeren Zeitraum (8-10 Wochen) in einem Internat untergebracht. Dass diese in der Regel 15- bis 17-jährigen am Wochenende zu ihren Eltern fahren möchten, ist sicher nicht weniger berechtigt als bei gleichaltrigen Schülern. Viele dieser Internate werden am Wochenende von den Betreibern auch geschlossen, die betroffenen Lehrlinge haben dann gar keine andere Wahl als für das Wochenende den Heimweg anzutreten.

Es ist zwar eine pauschalierte Fahrtkostenbeihilfe gesetzlich vorgesehen, aber nur einmal im Monat und deckt daher nie die tatsächlich entstehenden Kosten. Die AK fordert daher, dass den Lehrlingen wenigstens einmal wöchentlich die Heimfahrt zu ihren Eltern ohne zusätzliche finanzielle Belastungen ermöglicht werden soll. "Lehrlinge sollen den Schülerinnen und Schülern gleichgestellt werden. Die Lehrlinge müssen mit ihrer Lehrlingsentschädigung ohnedies den Internatsaufenthalt finanzieren. Die Kostenübernahme der tatsächlich entstandenen Fahrtkosten ist aus Gründen der Gerechtigkeit längst fällig", fordert Klein.

Beispiele:
Ein Prozeßleittechnikerlehrling aus Traiskirchen besucht die Berufschule/Internat für 10 Wochen in Gmunden. Er zahlt für eine Hin-und Rückfahrt mit der Vorteilskarte 33/ohne Vorteilskarte 66,80 Euro. Die gewährte Fahrtkostenpauschale beträgt 42 Euro.

Ein Pflastererlehrling aus Bregenz besucht die Berufschule/Internat für 10 Wochen in Graz. Er zahlt mit Vorteilskarte 57,20/ohne Vorteilskarte 114,40 Euro für eine Heimfahrt tour und retour und erhält eine monatliche Fahrtkostenpauschale von 58 Euro.

Ein Friseurlehrling aus Neunkirchen besucht die Berufsschule/Internat in Hollabrunn für 8 Wochen. Hin und zurück kostet ihn eine Heimfahrt ohne Vorteilskarte 33/ mit Vorteilskarte 19 Euro. Die monatliche Pauschale beträgt 42 Euro.

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