"Neues Volksblatt" Kommentar: "Auftrag" (Von Markus Ebert)

Ausgabe vom 5. Juli 2004

Linz (OTS) - =

Angesichts der Turbulenzen vor dem Parteitag in Linz
sind die fast 80 Prozent Zustimmung für Ursula Haubner ein respektables Ergebnis. Der Umkehrschluss, dass der Rest, der nicht für Haubner stimmte, geschlossen im Lager der Stadlers und Mölzers steht, ist trotzdem nicht zulässig, weil sich in dieser Ablehnung Partikularinteressen summiert haben. Wissend um die Stimmungslage in der Partei hatte Haubner im Vorfeld schon gesagt, dass sie jede Mehrheit zwischen 51 und 100 Prozent annehmen werde - weil halt in der Demokratie 50 Prozent plus eine Stimme eine Mehrheit ist. Gemessen an der selbstgelegten Latte sind also diese 79 Prozent keine Watschen für Haubner, sehr wohl aber Auftrag und Mahnung. Sie hat mit ihrer Wahl nämlich auch den mehrheitlichen Delegiertenauftrag erhalten, die in der Koalition mit der ÖVP begonnene Reformarbeit fortzusetzen, wozu die Spitzen am Parteitag auch ein uneingeschränktes Bekenntnis abgelegt haben. Und als Mahnung, endlich die Lagerbildung innerhalb der FPÖ zu beenden und - sozusagen in letzter Sekunde - den Beweis anzutreten, zu konstruktiver Arbeit fähig zu sein.

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