- 01.07.2004, 18:00:17
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Brauner: Menschen wieder verstärkt in den Mittelpunkt stellen
Renate Brauner präsentierte "Leitlinien für eine zukunftsorientierte Betreuung bis ins hohe Alter"
Wien (OTS) - Die bisherige Frauen- und Integrationsstadträtin
Mag.a Renate Brauner wurde am Donnerstag im Wiener Gemeinderat als
neue Wiener Gesundheits- und Sozialstadträtin angelobt. Nach ihrer
Wahl präsentierte Brauner die "Leitlinien für eine
zukunftsorientierte Betreuung bis ins hohe Alter". Als zentrales
Thema erachtet die Gesundheits- und Sozialstadträtin, "dass die
Menschen selbst wieder mehr im Mittelpunkt unserer Überlegungen und
Betrachtungen stehen."
Brauner bekannte sich in ihrer Rede dazu, dieses Ressort "in
vollem Bewusstsein für die komplexe Aufgabe und die große
Herausforderung" übernommen zu haben. "Niemand ist gerne krank,
niemand ist gerne bettlägerig und niemand ist gerne auf Sozialhilfe
angewiesen. Diesen Menschen müssen und wollen wir bestmöglichst
helfen", so Brauner.****
Brauner sprach sich dafür aus, alle Reformen gemeinsam
durchzuführen und dabei die Einbindung aller Betroffenen - von den
PatientInnen bis zu den MitarbeiterInnen - zu verstärken. Bei all den
angedachten Reformen und Veränderungen möchte Brauner folgende fünf
Grundprinzipien zentral einfließen lassen:
1) "In unsere Reformvorhaben wollen wir unsere Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter einbinden. Sie stellen das wesentliche Kapital in all
unseren Überlegungen dar. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen in den
letzten Monaten sind sie es, die unser Gesundheitssystem jeden Tag
sichern.
2) Bei allen strukturellen Überlegungen gilt es, einerseits, die
sich ändernden demographischen Tatsachen bezüglich des Alters
berücksichtigen, aber auch die unterschiedliche Verteilung auf die
einzelnen Regionen in Wien Jahre voraus zu berechnen. Mit diesen
Daten als Grundlage schaffen wir jene Reformen, mit denen unser
System auch langfristig zu den besten der Welt zählen wird.
3) In den eigenen vier Wänden fühlen sich die Menschen am
wohlsten und zuhause. Jede Reform, gerade im Geriatriebereich, die
die Menschen in den Mittelpunkt stellt, muss also den Grundsatz
haben, dass die Menschen möglichst lange bei sich zuhause in Würde
und Selbstbestimmtheit leben. Dieses Prinzip hat aber natürlich auch
Konsequenzen für unser Angebot: Einerseits müssen wir die ambulanten
Dienste ausbauen, andererseits aber dafür vorsorgen, dass in den
Geriatriezentren vor allem intensive Pflegefälle betreut werden.
4) Darüber hinaus müssen wir flexible Modelle für spezielle
Gruppen schaffen. Denn "die Älteren" gebe es nicht: Das Spektrum
reicht hier von einer aktiven Lebensführung bis hin zu einer
Rund-um-die-Uhr-Betreuung. Deshalb sollten flexible Modelle angedacht
werden, wie etwa Kurzzeitpflegeeinrichtungen,
Übergangspflegeeinrichtungen bzw. semistationäre Einrichtungen.
Die PatientInnen sollten dabei von kompetenten Teams unterstützt
werden, die sich um die Adaptierung der Wohnung kümmern, damit diese
dort auch ihren Anforderungen entsprechend leben können.
5) Menschen in den Mittelpunkt stellen, heißt aber auch, die
Sozialkontakte möglichst aufrecht erhalten. Also kleinere, wohnnahe
Einheiten auch durch Kooperationen mit Privaten. Public Private
Partnership soll weiter forciert werden, da es hier äußerst positive
Beispiele gebe."
Abschließend bedankte sich Brauner für das bisherige Vertrauen
und erklärte an die Mitglieder aller Fraktionen: "In diesem Sinne
freue ich mich auf unsere gemeinsame zukünftige Zusammenarbeit und
wünsche uns allen Alles Gute für die bevorstehenden Aufgaben."
(Schluss) sl
OTS0316 2004-07-01/18:00
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