- 01.07.2004, 13:20:58
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Gewerbe: Deutlich bessere Beurteilung der aktuellen Geschäftslage
Optimistische Erwartung für das III. Quartal - Steigender Personalbedarf
Wien (OTS) - Die aktuellen Ergebnisse der Konjunkturbeobachtung
der KMU Forschung Austria für das II. Quartal 2004 zeigen eine
positive Entwicklung im österreichischen Gewerbe und Handwerk. Die
Geschäftslage wird deutlich besser beurteilt als im II. Quartal 2003
und die Beschäftigtenzahl ist zu Jahresbeginn (Durchschnitt Jänner
bis Mai) um 0,7 % höher als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der
Trend aus den letzten Quartalen werde damit bestätigt, so Walter
Bornett, Leiter der KMU Forschung Austria in einer gemeinsamen
Pressekonferenz mit dem Obmann der Bundessparte Gewerbe und Handwerk
der WKÖ, Georg Toifl und dem Geschäftsführer der Bundessparte, Helmut
Heindl.
In den investitionsgüternahen Branchen ist der durchschnittliche
Auftragsbestand im Vergleich zum II. Quartal 2003 stabil.
Ausschlaggebend dafür war die positive Entwicklung der privaten
Nachfrage (+2,9 %), während Impulse seitens der öffentlichen Hand
ausblieben (-14 %). In diesem Zusammenhang kritisierte Toifl, dass
die Ausschreibungen der öffentlichen Hand oftmals kontraproduktiv für
das Gewerbe seien, weil diese nur auf Großbetriebe ausgerichtet seien
und Kooperationen unter Gewerbebetriebe nicht möglich sind. "Damit
wird an den Strukturen der österreichischen Wirtschaft
vorbeigearbeitet", so Toifl. Vom Gesamtauftragsbestand der
investitionsgüternahen Gewerbe- und Handwerksbranchen entfielen im
II. Quartal 2004 im Durchschnitt rd. 1,8 Wochen bzw. 15 % auf
öffentliche Aufträge. Gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres
entspricht das einem Minus von 14 %, das vor allem aus dem starken
Rückgang der öffentlichen Aufträge im Baugewerbe (-23 %) resultiert.
Im konsumnahen Bereich hat sich, so Bornett, die Situation etwas
verbessert. Per Saldo melden zwar immer noch mehr Unternehmen
Umsatzrückgänge als Umsatzsteigerungen, die Talfahrt der letzten
Jahre wurde aber gestoppt. Für das III. Quartal 2004 sind die
Unternehmerinnen und Unternehmer relativ zuversichtlich. Der Anteil
der Optimisten überwiegt sowohl in den investitionsgüternahen als
auch in den konsumnahen Branchen und ist auch im Vergleich zum
Vorjahr gestiegen.
Für den Zeitraum Juli bis September 2004 planen die
österreichischen Gewerbe- und Handwerksbetriebe, die Zahl der
Mitarbeiter/innen um rd. 4 % zu erhöhen. Der Personalbedarf liegt
damit über jenem des Vergleichszeitraumes des Vorjahres. Für das II.
Quartal 2004 melden 18 % der Betriebe (Vorjahr: 17 %) einen guten und
53 % (Vorjahr: 47 %) einen saisonüblichen Geschäftsverlauf.
Demgegenüber ist der Anteil der Unternehmen, der über eine schlechte
Geschäftslage klagt, von 35 % auf 29 % zurückgegangen. Per Saldo ist
damit das Stimmungsbarometer um 7 %-Punkte gestiegen und die
Verbesserung hält nun bereits seit dem dritten Quartal 2003 an.
Die Beurteilung der Geschäftslage hat sich in den meisten Branchen
und Bundesländern und in allen Betriebsgrößenklassen verbessert. Über
eine Verschlechterung der Situation klagen allerdings die Fleischer
bzw. im Bundeslanddurchschnitt Salzburger, oberösterreichische und
burgenländische
Betriebe.
In den investitionsgüternahen Gewerbe- und Handwerksbranchen lag
der durchschnittliche Auftragsbestand im II. Quartal 2004 mit 12,3
Wochen exakt auf dem Niveau des Vorjahres. Zur Stabilisierung trug
ausschließlich die private/gewerbliche Nachfrage bei (+2,9 %), die
öffentlichen Aufträge gingen hingegen zurück (-14 %).
Einen im Vergleich zum II. Quartal des Vorjahres höheren
durchschnittlichen Auftragsbestand meldeten vor allem die Spengler,
Maler, Tischler und Zimmermeister. Im Baugewerbe hat sich die
Situation nur geringfügig verbessert. In allen anderen Branchen ist
der Auftragsbestand gesunken.
In den konsumnahen Gewerbe- und Handwerksbranchen meldeten wie im
Vorjahr 14 % der Betriebe Umsatzsteigerungen, 59 % der Unternehmen
gaben stagnierende Umsätze an (Vorjahr: 56 %). Der Anteil der
Betriebe mit Umsatzrückgängen hat sich aber von 30 % im II. Quartal
2003 auf nunmehr 27 % verringert. Damit hat sich die Situation etwas
verbessert und die Talfahrt der letzten Jahre wurde gestoppt. Die
insgesamt positive Entwicklung ist auf den sinkenden Anteil der
Betriebe mit Umsatzrückgängen bei den Textilreinigern und Friseuren
sowie auf die Kfz-Techniker und Mechatroniker zurückzuführen, wo der
Anteil der Betriebe mit Umsatzsteigerungen nun jenen mit
Umsatzeinbußen überwiegt. Bei den Fleischern hat sich die Situation
hingegen weiter verschlechtert.
Für das III. Quartal 2004 sind die Unternehmerinnen und
Unternehmer zuversichtlich und die Erwartungen sind auch deutlich
besser als im Vorjahr. In den investitionsgüternahen Gewerbe- und
Handwerksbranchen erwarten 22 % der Betriebe (Vorjahr: 19 %) eine
positive Entwicklung im III. Quartal 2004. 66 % (gleich viele wie im
Vorjahr) rechnen mit gleich bleibenden Auftragseingängen; 11 %
(Vorjahr: 16 %) befürchten Rückgänge. In den konsumnahen Branchen ist
der Anteil der Optimisten verglichen mit dem Vorjahr konstant
geblieben (19 %), der Anteil der Pessimisten, die Umsatzeinbußen im
III. Quartal befürchten, ist von 18 % auf 16 % zurückgegangen.
Unveränderte Umsätze werden von 65 % der Betriebe prognostiziert
(Vorjahr: 63 %).
78 % der Gewerbe- und Handwerksbetriebe werden den
Beschäftigtenstand in den kommenden Monaten halten. 17 % der Betriebe
beabsichtigen, Personal einzustellen und lediglich 5 % befürchten,
den Beschäftigtenstand reduzieren zu müssen. Der insgesamt geplante
Personalbedarf für den Zeitraum Juli bis September 2004 (+4,1 %)
liegt etwas über dem Niveau des Vorjahres (+3,3 %). (us)
OTS0218 2004-07-01/13:20
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