- 01.07.2004, 11:19:45
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Aktionstafeln konfrontieren Bevölkerung mit Bedrohung für Rübenbau
Die Rübenbauern: "Unser Zucker ist recht und deshalb nicht der billigste"
Wien (AIZ) - Auf 140 mannshohen Tafeln in Rübenform, aufgestellt
an frequentierten Feldrändern nächst Wander- oder Radwegen in allen
Regionen Österreichs, wo Zuckerrüben wachsen, konfrontieren "Die
Rübenbauern" Erholung Suchende mit den Bedrohungen für die
Landwirtschaft: "Hier wachsen Zuckerrüben", heißt es auf den Tafeln,
aber auch: "Noch, weil unser Zucker drei Mal so viel kostet als jener
von Zuckerrohrplantagen in Übersee. Wir Rübenbauern sollen nun
entweder ebenso billig produzieren, oder das Feld räumen! Dagegen
wehren wir uns, weil: Unser Zucker ist recht und deshalb nicht der
billigste." Die 9.800 österreichischen Rübenbauern bewirtschaften
20.000 Rübenfelder in den Bundesländern Niederösterreich, Wien,
Oberösterreich, Burgenland, Steiermark und Kärnten. Sie müssen
befürchten, dass Rentabilität und Umfang des europäischen
Zuckerrübenanbaus dramatisch zurückgehen. Die Bedrohung geht von der
von der Europäischen Kommission geplanten Zuckerreform aus und von
Zuckerexporteuren wie Brasilien, die in der Welthandelsorganisation
WTO durchzudrücken versuchen, dass Europa zu Gunsten von Importen aus
Übersee seine Eigenversorgung mit Zucker praktisch aufgibt. "Wir
wollen mit den Aktionstafeln leicht verständlich aufzeigen, dass die
Zuckerrübe eine Schlüsselkultur in unseren Ackerbauregionen ist. Die
Zuckerrübe ist für eine nachhaltige, umweltangepasste Landwirtschaft
unverzichtbar", erklärt Rübenbauern-Präsident Hermann Schultes in
einer Aussendung die Beweggründe.
Die Rübenbauern weisen auf den Feldtafeln darauf hin, dass sie den
Rübenbau "fürs Überleben unserer Höfe und für eine gesunde
Fruchtfolge" betreiben. "Wir erfüllen dabei strengste Umweltauflagen.
Das kostet und rechtfertigt einen fairen Preis. Auch 1.000
Mitarbeiter in drei österreichischen Zuckerfabriken verdienen faire
Löhne." Die Verbraucher, so der Text auf den Tafeln weiter,
"profitieren von Zucker höchster Qualität zu einem fairen Preis, den
sich jeder leisten kann".
Rohrzucker aus ehemaligen Kolonien koste zwar nur ein Drittel.
Aber, so heißt es: "billig ist nicht recht. Auf den Plantagen
arbeiten Menschen wie Sklaven. Sie verdienen 1/15 der Löhne bei uns!
Zuckerbarone rauben ihnen das Land. Sie streifen damit sogar beim
Billigst-Preis fette Gewinne ein. Sie brennen Regenwald nieder und
legen darauf Zuckerrohr-Monokulturen an: Für noch mehr Rohrzucker
sterben dort Bäume, bei uns Bauernhöfe und dieses Feld!" Die
Rübenbauern schließen mit der Frage: "Ist das fair?" Fair sei dagegen
nämlich "unsere österreichische Rübe - sie nutzt dem Land, seiner
Wirtschaft und Umwelt! Fair ist auch Wettbewerb mit Rohrzucker aus
Übersee, wenn dort Mensch und Umwelt ebenso fair behandelt werden wie
bei uns".
"Das sicherzustellen ist Pflicht der Europäischen Kommission. Wir
wissen auch, dass die Konsumenten mit ihrer Auswahl beim
Lebensmitteleinkauf entscheiden, ob Landwirtschaft umweltgerecht und
menschenwürdig betrieben werden kann. Unfair erzeugte Lebensmittel
haben einen bitteren Beigeschmack und sollten daher in Europas
Regalen nichts verloren haben. Unser Zucker dagegen ist süß und
sollte dies auch bleiben können", so Schultes.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
AIZ - Agrarisches Informationszentrum, Pressedienst
Tel: 01/533-18-43, mailto:[email protected] http://www.aiz.info FAX: (01) 535-04-38
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