• 01.07.2004, 10:43:13
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AK: "Nachzipf" ist teuer und sinnlos (2)

Kurssystem soll Nachprüfung ersetzen

Wien (OTS) - Am Ende des Schuljahres werden wieder Zehntausende
SchülerInnen einzelne Gegenstände negativ abschließen und müssen im
Sommer für die Wiederholungsprüfung lernen. Jährlich resigniert ein
Viertel dieser SchülerInnen und bricht die Schule ab oder wählt eine
andere Ausbildung. Ein Drittel aller OberstufenschülerInnen braucht
Nachhilfe - vor allem in den Fächern Englisch, Mathematik,
Französisch, Deutsch und Rechnungswesen. Schuleigene Förderangebote
gibt es aufgrund der Einsparungen im Lehrerbereich praktisch kaum
mehr. Österreichweit kostet die Nachhilfe den Eltern über Euro 57
Millionen Euro. Die Kosten, die durch Klassenwiederholungen pro Jahr
entstehen, belaufen sich auf 300 Millionen Euro. Die AK fordert daher
eine Reform des Sitzenbleibens mit einem Kursmodell in der Oberstufe.

Mit einem Kurssystem ohne Sitzenbleiben arbeiten die in Sachen
Bildung erfolgreichsten Staaten in der Oberstufe. In Finnland etwa
besuchen Schüler nach einem individuellen Arbeitsplan erstellte
Kurse. Wird einer dieser Kurse nicht bestanden oder soll die
Beurtei-lung verbessert werden, so kann der/die SchülerIn zu einer
Prüfung antreten. Im schlechtesten Fall muss der Kurs wiederholt
werden, nicht aber das ganze Schuljahr. Ähnliche Kurssysteme gibt es
auch in Schweden und Großbritannien. Das in Österreich mit dem
Schuljahr 1996/97 eingeführte Frühwarnsystem sorgte nur kurzfristig
für einen Rückgang der hohen Repetentenquote. In den letzten Jahren
ist die Quote der Wiederholungen neuerlich im Steigen. Nur eine
Reform des Frühwarnsystems, wie es das Bildungsministerium plant, ist
daher zu wenig.

Die Kosten, die durch das Repetieren entstehen, sind sowohl für den
Staat als auch für die Familien erheblich: Die Gesamtausgaben für
private Nachhilfe in österreichischen Oberstufenschulen belaufen sich
auf ca. 57,5 Millionen Euro. Für den Staat entstehen durch die
Klassenwiederholungen von 35.000 SchülerInnen jährliche Zusatzkosten
in der Höhe von 300 Millionen Euro.

Die AK fordert:

+ Kurssysteme in der Oberstufe statt "Sitzenbleiben": Die Senkung der
Repetentenquoten, die Förderung von Interessensschwerpunkten und die
Erhöhung der Studierfähigkeit sind Ziele dieser Reform.
+ Ein automatisches Aufsteigen mit einem Nicht-Genügend in der
Unterstufe und ein Mitspracherecht der Eltern bei zwei Nicht-Genügend
bzw. Klassenwiederholung.
+ Ein individuelles Angebot an Förderunterricht in der Schule
+ Eine schrittweise Senkung der Klassenschülerzahlen, insbesondere in
den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen.
+ Ganztägige Schulformen, vor allem in der Pflichtschulzeit.

OTS0084    2004-07-01/10:43

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