• 25.06.2004, 13:02:07
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ÖAMTC: Christophorus 15 fliegt ab 26. Juni Rettungseinsätze - AUDIO

Flugrettungserfahrung von 110.000 Einsätzen

Wien (OTS) - Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll hat der
Notarzthubschrauber-Diskussion im Mostviertel ein Ende gesetzt. Mit
der Inbetriebnahme von Christophorus 15 verschwindet der letzte freie
Fleck ohne effiziente Flugrettung von der niederösterreichischen
Landkarte.

Seit der Inbetriebnahme des ersten Notarzthubschraubers in
Niederösterreich 1983 wurden bis heute bereits über 35.000
Luftrettungseinsätze geflogen. In den meisten Gebieten dauerte es
weniger als 15 Minuten bis der Notarzt an der Unfallstelle war. Nur
ins Mostviertel und in die wichtigen Skigebiete des Voralpengebietes
brauchten die gelben Christophorus-Hubschrauber etwas länger. Dank
Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll werden nun auch die Mostviertler in
den entlegensten Gebieten binnen kürzester Zeit rasche medizinische
Hilfe bekommen. Auf einer Anhöhe in Haselgraben zwischen Ybbsitz und
Gresten, innerhalb des Krankenhausdreiecks Amstetten/Waidhofen/Ybbs
und Scheibbs wird vorerst befristet auf ein Jahr Christophorus 15
stationiert. Ab 26. Juni sieben Uhr früh wird der dritte
niederösterreichische Notarzthubschrauber einsatzbereit sein.

In neun Minuten am Hochkar

Vor allem nach schweren Unfällen in den Wander- und Skigebieten
des Mostviertels gibt es wesentliche Verbesserungen. In nur neun
Minuten ist Christophorus 15 vom Standort zwischen Gresten und
Ybbsitz am Hochkar. Von der Alarmierung bis zur Landung am Ötscher
braucht der Hubschrauber nur acht Minuten und in fünf Minuten ist
Christophorus 15 in Amstetten.

Christophorus 15 fliegt mit einer dreiköpfigen Crew. Die Piloten
rund um den Stützpunktleiter Roland Eslitzbichler stellt der
Christophorus Flugrettungsverein. Eslitzbichler kennt das
Einsatzgebiet wie seine Westentasche: "Schon seit meinem achten
Lebensjahr wohne ich mit meiner Familie in Waidhofen/Ybbs." Die 16
Notärzte unter der Leitung des flugrettungserfahrenen Oberarztes Dr.
Peter Siebrecht vom Krankenhaus Amstetten und seinem Stellvertreter
Prim. Dr. Hubert Roggenhofer aus Waidhofen/Ybbs kommen vor allem aus
den Anästhesieabteilungen der Krankenhäuser Amstetten, Waidhofen/Ybbs
und Scheibbs. Die zehn Flugrettungssanitäter kommen von den bewährten
Partnern Rotes Kreuz und Bergrettung Niederösterreich. Geflogen wird
mit einem über 3,5 Millionen Euro teuren Eurocopter der Type EC 135
mit einem Doppelhakensystem für Taubergungen. Christophorus 15 wird
von der LEBIG, der neuen zentralen Einsatzleitung für
Rettungseinsätze in Niederösterreich, disponiert und ist zwischen
sieben Uhr früh und dem Einbruch der Dunkelheit einsatzbereit.

Kooperation funktioniert

"Getreu unserem Grundsatz - für die gesundheitliche Versorgung der
Niederösterreichicherinnen und Niederösterreicher nur das Beste,
ermöglicht die Stationierung eines Notarzthubschraubers im
Mostviertel, dass jeder Ort Niederösterreichs nach einem Notfall
innerhalb von 15 Minuten von einem Notarzt erreicht werden kann",
freut sich Niederösterreichs Landeschef Dr. Erwin Pröll über den
Schlussstrich zur Notarzthubschrauberdiskussion. Die Kooperation
zwischen Niederösterreich und der ÖAMTC-Flugrettung gibt es bereits
seit über 20 Jahren und sie ist untrennbar mit Landeshauptmann Dr.
Erwin Pröll verbunden. ÖAMTC-Flugrettungschef Kurt Nordberg: "Schon
1983 hat der damalige Finanzlandesrat Dr. Erwin Pröll trotz aller
Skepsis an die Vorteile der Flugrettung für die Bevölkerung geglaubt.
Zeitgleich mit dem Notarzthubschrauber in Innsbruck wurde auch in
Krems Christophorus 2 stationiert, die ersten Notarzthubschrauber
Österreichs." Mittlerweile sind die Kremser Maschine Christophorus 2,
der Wiener Neustädter Hubschrauber Christophorus 3 und der Wiener
Helikopter Christophorus 9 in Niederösterreich über 35.000 Einsätze
geflogen. Nordberg: "Vielen Menschen wurde dadurch das Leben gerettet
und Tausende haben sich durch den raschen Notarzthubschraubereinsatz
bleibende gesundheitliche Schäden erspart."

Aviso an die Redaktionen:

Fotos findet man im ÖAMTC-Fotoservice auf der Homepage des Clubs
unter http://www.oeamtc.at/presse/. Ein Interview mit
Flugrettungschef Kurt Nordberg ist auf der APA-Audio-Plattform
abrufbar.

CHRISTOPHORUS 15 - ÖTSCHERLAND

Stützpunkt:         Haselgraben 69, 3341 Ybbsitz
 Stützpunktleiter:   Capt. Roland Eslitzbichler
 Piloten:            Christophorus Flugrettungsverein
 16 Notärzte:        Krankenhäuser Amstetten, Waidhofen/Ybbs und
                     Scheibbs
 10 Flugrettungssanitäter:  Rotes Kreuz und Bergrettung
                            Niederösterreich
 Alarmierung:        Notruf 144
 Einsatzleitstelle:  Lebig
 Kontakt:            Tel.: 07443 / 86320
                     mailto:[email protected]

Sie fliegen um Ihr Leben: Der Christophorus Flugrettungsverein

"Der ÖAMTC ist seit jeher eine Hilfeleistungsorganisation. Seit
langer Zeit schon werden die Pannenfahrer als 'Gelbe Engel'
bezeichnet. Die Hilfe aus der Luft in Form der
Christophorus-Notarzthubschrauber ist daher die logische
Weiterentwicklung vom Bild des helfenden 'Gelben Engels'", beschreibt
ÖAMTC-Direktor Kurt Nordberg das Engagement des ÖAMTC für die
Flugrettung.

Der Startschuss für die Notarzthubschrauber des ÖAMTC fiel 1983
mit der Indienststellung von Christophorus 1 in Innsbruck und
Christophorus 2 in Krems, vier weitere Standorte folgten. Seit dem
Sommer 99 fliegt für Sekundärtransporte zusätzlich ein
Intensivtransporthubschrauber in Wr. Neustadt in Niederösterreich.
2001 übernahm die ÖAMTC-Flugrettung die acht Flugeinsatzstellen des
Innenministeriums. Im Sommer 2002 wurde in Suben an der
oberösterreichisch/bayerischen Grenze mit Christophorus Europa 3 der
erste internationale Notarzthubschrauber in Dienst gestellt. Bis
heute sind die ÖAMTC-Notarzthubschrauber mehr als 110.000 Einsätze
geflogen und konnten dabei Tausende Menschenleben retten.

2003: 15.157 Christophorus-Einsätze

Die 14 Notarzthubschrauber und der Wiener Neustädter
Intensivtransporthubschrauber (ITH) flogen im Vorjahr 15.157
Einsätze. Tagsüber wurde alle 18 Minuten ein Verletzter oder
Erkrankter von einem Christophorus-Notarzt versorgt. Rund 8.000
Stunden, also fast ein Jahr lang, war 2003 ununterbrochen ein gelber
Hubschrauber in der Luft. Viele hundert Menschenleben wurden gerettet
und Tausenden Menschen wurden durch die rasche notärztliche Hilfe
direkt an der Unfallstelle und den schnellen und schonenden Transport
in die richtige Zielklinik bleibende Schäden und lange
Krankenhausaufenthalte erspart.

In 13 Minuten am Notfallort

Von der Alarmierung bis zur Landung eines
Christophorus-Notarzthubschraubers am Notfallort vergingen im Vorjahr
durchschnittlich nur 13,2 Minuten. Inklusive der Erstversorgung am
Notfallort waren die Patienten im Schnitt bereits 40 Minuten nach der
Alarmierung des Hubschraubers im Krankenhaus - und das medizinisch
optimal betreut! Mit diesen Werten liegt die ÖAMTC-Flugrettung im
europäischen Spitzenfeld.

Fast zwei Drittel Unfälle

Weit mehr als die Hälfte aller Rettungsflüge, fast 62 Prozent,
wurden für Verletzte nach Unfällen geflogen, nahezu zwei Drittel
davon nach Sport- und Freizeitunfällen. Jeder siebente Primäreinsatz
galt einem Unfall im Straßenverkehr. Bei den 23 Prozent
internistischer Notfälle dominierten die Herz-Kreislauf-Erkrankungen
wie etwa der akute Herzinfarkt. Fast 400 Menschen mussten direkt an
der Notfallstelle reanimiert werden.

Notarztsystem hilft

Das Ergebnis der notfallmedizinischen Bemühungen direkt am
Notfallort spiegelt sich im Übergabezustand der Patienten wieder. Bei
der Übergabe im Krankenhaus hat sich bei fast 69 Prozent der Zustand
verbessert, bei etwa 25 Prozent konnte der Patient stabil gehalten
werden und nur bei sechs Prozent aller Patienten konnte eine weitere
Verschlechterung des Gesundheitszustandes nicht verhindert werden.
Moderne Notfallmedizin rettet nicht nur Leben, sondern ist vor allem
auch in der Lage, die Krankenhaus-Aufenthaltsdauer und
Rehabilitationszeit zu verkürzen und spart somit aus
volkswirtschaftlicher Sicht beträchtliche Kosten.

Partner ermöglichen Flugrettung

Flugrettung seriös 365 Tage im Jahr betrieben ist kein Geschäft,
wenn man sich so wie der ÖAMTC an die Grundsätze des Sozialstaates
hält und mit Ausnahme der Alpinunfälle alle Einsätze direkt mit der
Sozialversicherung abrechnet. Die Aufrechterhaltung des hohen
qualitativen Standards der österreichischen Flugrettung, der jeden
Vergleich mit anderen europäischen Luftrettungsorganisationen
standhält, ist nur durch die enge Kooperation mit unseren Partnern
Rotes Kreuz, Wiener Rettung, Bergrettung und Innenministerium sowie
österreichweit mit über 200 hochqualifizierten Notärzten möglich.
Außerdem könnte ohne Unterstützung der einzelnen Bundesländer, der
beiden großen Versicherungen Generali und Uniqa sowie der 1,5
Millionen ÖAMTC-Mitglieder, die jährlich knapp einen Euro ihres
Clubbeitrages der Flugrettung widmen, das soziale flächendeckende
Flugrettungssystem des Christophorus Flugrettungsvereins nicht
finanziert werden.

Modernste Technologie

Die 18 Maschinen starke Christophorus-Flotte besteht aus
hochmodernen Hubschraubern der Firma Eurocopter, die den europäischen
Richtlinien für die Luftrettung (JAR-OPS 3) entsprechen. Der rund
drei Millionen Euro teure Eurocopter EC 135 ist ein zweimotoriger
Leichthubschrauber modernster Bauart und Konzeption. Er ist besonders
leistungsstark und leise, vibrationsarm und umweltfreundlich. 1.400
PS Leistung garantieren nicht nur eine hohe Reisegeschwindigkeit,
sondern auch perfekte Hochgebirgstauglichkeit. Die Maschine bietet
Platz für vier Besatzungsmitglieder sowie einen Patienten. Mit nur
wenigen Handgriffen kann ein zweiter Liegeplatz eingebaut werden.

Die Christophorus-Crew

Besonderen Wert legt der Christophorus Flugrettungsverein auf die
Qualifikation der Piloten, Ärzte und Sanitäter. Ein eigenes
Qualitätsmanagement und konsequente, verpflichtende Weiterbildung
sorgen für bestgeschulte Crews. Mit den leitenden Crewmitgliedern ist
die ÖAMTC-Flugrettung bei allen einschlägigen Kongressen vertreten
und Mitglied in den europäischen und weltweiten
Flugrettungs-Fachverbänden. Internationale Flight Safety-Kurse,
Pilotenaustausch und Fachdiskussionen mit Schwesterorganisationen
sind Standard.

Mit Ausnahme der 41 Piloten sind die Crew-Mitglieder keine
Angestellten des Christophorus Flugrettungsvereins. Die Sanitäter und
Flugretter kommen von professionellen Rettungsdiensten, wie dem Roten
Kreuz, der Wiener Rettung und der Bergrettung. Die Flugrettungsärzte
sind Spitals- bzw. auch niedergelassene Ärzte. Dadurch ist
gewährleistet, dass die Christophorus-Mannschaft auch durch ihre
tägliche Praxis außerhalb der Notarzthubschrauber-Einsätze routiniert
und informiert ist. Für Flugrettungsärzte und Flugrettungssanitäter
bietet jeder Stützpunkt praktische und theoretische Aus- und
Weiterbildungsveranstaltungen an. Die Crewmitglieder sind
verpflichtet, dieses Angebot im Ausmaß von mindestens 16 Stunden
jährlich in Anspruch zu nehmen.

Audio(s) zu dieser Meldung finden Sie im AOM/Original Audio
Service, sowie im OTS Audioarchiv unter http://audio.ots.at

OTS0148    2004-06-25/13:02

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NAC

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