- 24.06.2004, 13:32:13
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Lisl Ponger und Elfie Semotan von Land Wien ausgezeichnet
Wien (OTS) - Lisl Ponger, Fotokünstlerin und Filmemacherin, und
Elfie Semotan, Fotokünstlerin, erhielten heute im Wiener Rathaus das
"Goldene Verdienstzeichen des Landes Wien". "Mit den zwei
Künstlerinnen zeichnen wir gleichzeitig auch das Medium Fotografie
aus, das oft nicht genügend wahrgenommen wird", so Mailath in seiner
Einleitung. "Beide Fotokünstlerinnen haben viel mit Menschen zu tun.
Beiden gelingt es, dass die Menschen, mit denen sie arbeiten, sich
ernst genommen fühlen, Vertrauen schöpfen und sich öffnen".
Lisl Ponger sei eine der bemerkenswertesten und wortgewaltigsten
Intellektuellen dieses Landes, so die Kunsttheoretikerin und
Ausstellungskuratorin Dr. Brigitte Huck in ihrer Laudatio. "Für sie
ist Diskurs kein schickes Schlagwort, sondern eine Notwendigkeit".
"Elfie Semotans Besonderheit liegt darin, etwas aufzuspüren, was
nicht offensichtlich ist", betonte Prof. Martin Prinzhorn, Linguist,
in seiner Lobrede. "Ihre konkreten Inszenierungen dienen dazu, die
Inszenierungen, die wir erwarten, aufzulösen." Besonders hob er auch
ihren Arbeitsstil und ihre Leichtigkeit hervor, die in ihrer Arbeit
mit Supermodels, unbekannten Models, Personen aus dem Freundeskreis
und Künstlern zum Vorschein komme. "Sie lässt keine Hierarchie und
keinen Bruch zwischen Profis und Nicht-Profis aufkommen".
Sie freue sich sehr über diese Anerkennung ihrer Arbeit in Form
dieser Auszeichnung. Obwohl sie seit sieben Jahren in Amerika lebt
und arbeitet, sei Wien das Zentrum ihres Lebens und werde es auch
immer bleiben, versprach Elfie Semotan in ihren Dankesworten.
Biographie Lisl Ponger
Lisl Ponger, geboren 1947 in Nürnberg, absolvierte die
Graphische Lehr- und Versuchsanstalt in Wien und arbeitete als
Fotografin. Sie fotografiert bei Aktionen von Peter Weibel, Otto Mühl
und Hermann Nitsch. Die Jahre von 1974 bis 1978 verbrachte sie dann
in den USA und in Mexiko, wo sie mit einer geliehenen Kamera ihren
ersten Film drehte. Nach Wien zurückgekehrt, drehte sie eine Reihe
von weiteren Filmen im Format Super 8 ("Souvenirs", 1981; "Tendencies
to exist", 1984; "Train of recollection", 1988; "Semiotic ghosts",
1990).
1991 erschien der Fotoband "Doppleranarchie" mit Lisl Pongers
Fotos der Wiener Künstlerszene aus den turbulenten Jahren 1967-1972.
1993 produzierte der Wieser Verlag in Klagenfurt ihr bisher
erfolgreichstes Fotobuch "Fremdes Wien", das die Vielfalt der in Wien
lebenden Nationalitäten zeigt. Zu dem Buch ist auch eine CD
erschienen, auf der die Photos mit filmischer Dramaturgie montiert
sind.
1995 folgte der Band "Xenographische Ansichten". Er enthält
Fotos und Texte von und über Wienerinnen und Wiener, die sich so
stark mit einer anderen Kultur identifizieren, dass sie diese leben.
1999 folgte, gemeinsam mit Felicitas Heimann, der Fotoband "Wiener
Einstellungen", in dem sie auf der Basis eines rekonstruierten
Stadtplans des jüdischen Wiens der 30er Jahre die heutigen Gebäude
und Plätze fotografiert. Ebenfalls 1999 erschien "Frauen in Wien",
der erste Band des Projekts "Frauen sichtbar machen" vom Frauenbüro
der Stadt Wien. 2001 folgte ein weiterer Band der Reihe mit Aufnahmen
von Migrantinnen.
1988 erhielt sie den Förderungspreis und 1994 den
Österreichischen Würdigungspreis für Filmkunst.
Biographie Elfie Semotan
Elfie Semotan (Elfie Kippenberger-Kocherscheidt) wurde 1941 in
Wels geboren. Nach einer Ausbildung an der Modeschule Hetzendorf
arbeitete sie einige Zeit als Fotomodel in Paris, beschäftigte sich
später selbst mit der Fotografie und seit 1971 ist Elfie Semotan als
Modefotografin tätig.
Seit 1986 fotografiert sie exklusiv für den österreichischen
Modeschöpfer Helmut Lang. Die Galerie "Westlicht" in der
Westbahnstraße zeigte im Juni 2001 ihre Arbeiten.
Bekannt wurde Elfie Semotan auch durch ihre Plakatentwürfe für
den österreichischen Wäschekonzern Palmers ("Trau dich doch") und den
Mineralwasserhersteller Römerquelle ("Römerquelle-Dreier").
Neben ihrer Arbeit für Helmut Lang, fotografiert sie für
internationale Magazine wie "Vogue", "Elle", "Esquire", "Marie
Claire" und "Harpers Bazaar", macht Reisedokumentationen,
Künstlerporträts und illustriert Werbekampagnen für die Mode- und
Lifestyle-Branche. Elfie Semotan lebt und arbeitet hauptsächlich in
New York.
1999 erhielt Elfie Semotan den Preis der Stadt Wien für Bildende
Kunst 1998. (Schluss) rar
OTS0180 2004-06-24/13:32
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