Gewerkschaftstag Metall - Textil: Gestiegene Unterstützung für die Mitglieder

Zusammenfassung der Berichte an den Gewerkschaftstag 2

Wien (GMT/ÖGB). Mitgliederentwicklung, Frauenarbeit, Jugendarbeit und die internationale Arbeit waren weitere Themen der Berichte an den 2. Gewerkschaftstag der Gewerkschaft Metall - Textil im Austria Center in Wien.++++

Zentralsekretär Erich Foglar berichtete zum Thema Mitgliederentwicklung: Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten verringerte sich von 2000 bis 2003 im Bereich Textil, Bekleidung, Leder um 7.372 und in den Metall- und Elektroberufen um 4.122 durch Betriebsschließungen, Verlagerungen und Insolvenzen. Allein in den Jahren 2002 und 2003 gingen 9.289 Arbeitsplätze nur im Arbeiterbereich der Metall- und Textilbranchen verloren. Besonders betroffen vom Rückgang der Industriearbeitsplätze war Wien. Da der Mitgliederverlust fast ausschließlich aus dem Verlust von Industriearbeitsplätzen resultierte, blieb der Organisationsgrad und somit die Durchsetzungsfähigkeit der GMT mit rund 80 Prozent unverändert hoch. Durch intensive Werbeaktivitäten, unterstützt durch den GMT-Infobus und regionale Werbeaktionen, konnten von 2000 bis 2003 insgesamt 51.164 neue Mitglieder geworben werden.

In den Jahren 2000 bis 2003 nahmen die Unterstützungen für Gewerkschaftsmitglieder wieder an Bedeutung zu. Erstmals seit Jahrzehnten wurden aufgrund der Konflikte um das heimische Sozialsystem im Jahr 2003 Streikunterstützung in der Höhe von rund 590.000 Euro ausbezahlt, die jedoch direkt vom Streikfond des ÖGB refundiert wurden. Insgesamt erhielten die Mitglieder der GMT in der vergangenen Periode 4.844.693,99 Euro an direkten Unterstützungen und Leistungen aus der Solidaritätsversicherung, wobei die gewerkschaftliche Arbeitslosenunterstützung den größten Anteil daran hatte.

Gender Mainstreaming in Metall - Textil Kollektivverträgen

Zentralfrauensekretärin Renate Anderl berichtete darüber, dass die Arbeit der Frauenabteilung stark von der jeweiligen Tagespolitik geprägt war. Schwerpunkte waren die vielen Veränderungen im gesetzlichen Bereich und Themen wie Sozialpolitik, Arbeits- und Sozialrecht, Kollektivvertragspolitik, Einkommensunterschiede, Beschäftigungs-, Frauen- und Familienpolitik sowie Gender Mainstreaming. Ein großer Schwerpunkt war das Kinderbetreuungsgeld und seine arbeits- und sozialrechtlichen Auswirkungen auf die Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben. Eine Arbeitsgruppe der Gewerkschaft Metall - Textil hat sich in Zusammenarbeit mit der Gleichbehandlungsanwaltschaft mit Gender Mainstreaming in den Kollektivverträgen beschäftigt. Erarbeit wurde in diesem Zusammenhang ein Projekthandbuch, das einen wissenschaftlichen Teil, eine Analyse, aber auch eine Checkliste für das Gendern von Kollektivverträgen enthält.

Im Bereich der Mitgliederentwicklung konnte die GMT-Jugend in den vergangenen Jahren, trotz sinkender Lehrlingszahlen und einem Rückgang der jugendlichen ArbeitnehmerInnen durch verstärkte Werbeaktivitäten eine Trendumkehr bewirken und einen Mitgliederzuwachs erreichen, berichtete Zentraljugendsekretär Gerald Kreuzer. Erfreulich ist, dass die GMT-Jugend zum Jubiläum von 30-Jahre Jugendvertrauensrat einen Zuwachs von 33 neu organisierten Betrieben und 43 aktiven JugendvertrauensrätInnen hatte. In der Jugendvertrauensrätestatistik der Österreichischen Gewerkschaftsjugend stellt die GMT Jugendabteilung nach wie vor die Hälfte der gesamten Jugendvertrauensratskörperschaften in Österreich. Wesentliche Schwerpunkte für Aktionen und Kampagnen waren in den letzten Jahren die Bereiche Jugendbeschäftigung, soziale Sicherheit und Qualität der Berufsausbildung.

Gewerkschaftliches Engagement für eine Vertiefung der politischen und sozialen Integration Europas, die mit den Herausforderungen der Marktintegration und der Erweiterung Schritt hält, war in den vergangenen Jahren mehr denn je erforderlich, berichtete der Leitende Sekretär Manfred Anderle. Die Zusammenarbeit mit den mittel- und osteuropäischen Partnerorganisationen stellt einen traditionellen Schwerpunkt der internationalen Arbeit der Gewerkschaft Metall -Textil dar.

Ausgehend vom ersten Sozialforum Ende Januar 2001 in Porto Alegre hat die globalisierungskritische Bewegung eine Diskussions- und Vernetzungs-Plattform als Gegeninitiative zum Weltwirtschaftsforum der Konzernbosse geschaffen. Das Engagement der internationalen Gewerkschaftsbewegung in dieser globalen Gegenbewegung ist wichtig, um erfolgreiche grenzüberschreitende Koalitionen gegen das Kapital und die Multikonzerne zu bilden und für weltweite Sozialstandards einzutreten. Aus diesem Grund nahmen österreichische Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter, darunter auch Vertreterinnen und Vertreter der Gewerkschaft Metall - Textil am dritten Weltsozialforum in Porto Alegre im Januar 2003 sowie am Europäischen Sozialforum in Florenz 2002 und in Paris 2003 teil.

Alle Informationen rund um den Gewerkschaftstag und aktuelle Berichte sind unter www.gewerkschaftstag.at zu finden.

ÖGB, 21. Juni 2004
Nr. 443

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