• 21.06.2004, 16:54:57
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  • OTS0178 OTW0178

Gewerkschaftstag Metall - Textil: Gestiegene Unterstützung für die Mitglieder

Zusammenfassung der Berichte an den Gewerkschaftstag 2

Wien (GMT/ÖGB). Mitgliederentwicklung, Frauenarbeit, Jugendarbeit
und die internationale Arbeit waren weitere Themen der Berichte an
den 2. Gewerkschaftstag der Gewerkschaft Metall - Textil im Austria
Center in Wien.++++

Zentralsekretär Erich Foglar berichtete zum Thema
Mitgliederentwicklung: Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten
verringerte sich von 2000 bis 2003 im Bereich Textil, Bekleidung,
Leder um 7.372 und in den Metall- und Elektroberufen um 4.122 durch
Betriebsschließungen, Verlagerungen und Insolvenzen. Allein in den
Jahren 2002 und 2003 gingen 9.289 Arbeitsplätze nur im
Arbeiterbereich der Metall- und Textilbranchen verloren. Besonders
betroffen vom Rückgang der Industriearbeitsplätze war Wien. Da der
Mitgliederverlust fast ausschließlich aus dem Verlust von
Industriearbeitsplätzen resultierte, blieb der Organisationsgrad und
somit die Durchsetzungsfähigkeit der GMT mit rund 80 Prozent
unverändert hoch. Durch intensive Werbeaktivitäten, unterstützt durch
den GMT-Infobus und regionale Werbeaktionen, konnten von 2000 bis
2003 insgesamt 51.164 neue Mitglieder geworben werden.

In den Jahren 2000 bis 2003 nahmen die Unterstützungen für
Gewerkschaftsmitglieder wieder an Bedeutung zu. Erstmals seit
Jahrzehnten wurden aufgrund der Konflikte um das heimische
Sozialsystem im Jahr 2003 Streikunterstützung in der Höhe von rund
590.000 Euro ausbezahlt, die jedoch direkt vom Streikfond des ÖGB
refundiert wurden. Insgesamt erhielten die Mitglieder der GMT in der
vergangenen Periode 4.844.693,99 Euro an direkten Unterstützungen und
Leistungen aus der Solidaritätsversicherung, wobei die
gewerkschaftliche Arbeitslosenunterstützung den größten Anteil daran
hatte.

Gender Mainstreaming in Metall - Textil Kollektivverträgen

Zentralfrauensekretärin Renate Anderl berichtete darüber, dass die
Arbeit der Frauenabteilung stark von der jeweiligen Tagespolitik
geprägt war. Schwerpunkte waren die vielen Veränderungen im
gesetzlichen Bereich und Themen wie Sozialpolitik, Arbeits- und
Sozialrecht, Kollektivvertragspolitik, Einkommensunterschiede,
Beschäftigungs-, Frauen- und Familienpolitik sowie Gender
Mainstreaming. Ein großer Schwerpunkt war das Kinderbetreuungsgeld
und seine arbeits- und sozialrechtlichen Auswirkungen auf die
Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben. Eine Arbeitsgruppe der
Gewerkschaft Metall - Textil hat sich in Zusammenarbeit mit der
Gleichbehandlungsanwaltschaft mit Gender Mainstreaming in den
Kollektivverträgen beschäftigt. Erarbeit wurde in diesem Zusammenhang
ein Projekthandbuch, das einen wissenschaftlichen Teil, eine Analyse,
aber auch eine Checkliste für das Gendern von Kollektivverträgen
enthält.

Im Bereich der Mitgliederentwicklung konnte die GMT-Jugend in den
vergangenen Jahren, trotz sinkender Lehrlingszahlen und einem
Rückgang der jugendlichen ArbeitnehmerInnen durch verstärkte
Werbeaktivitäten eine Trendumkehr bewirken und einen
Mitgliederzuwachs erreichen, berichtete Zentraljugendsekretär Gerald
Kreuzer. Erfreulich ist, dass die GMT-Jugend zum Jubiläum von
30-Jahre Jugendvertrauensrat einen Zuwachs von 33 neu organisierten
Betrieben und 43 aktiven JugendvertrauensrätInnen hatte. In der
Jugendvertrauensrätestatistik der Österreichischen
Gewerkschaftsjugend stellt die GMT Jugendabteilung nach wie vor die
Hälfte der gesamten Jugendvertrauensratskörperschaften in Österreich.
Wesentliche Schwerpunkte für Aktionen und Kampagnen waren in den
letzten Jahren die Bereiche Jugendbeschäftigung, soziale Sicherheit
und Qualität der Berufsausbildung.

Gewerkschaftliches Engagement für eine Vertiefung der politischen
und sozialen Integration Europas, die mit den Herausforderungen der
Marktintegration und der Erweiterung Schritt hält, war in den
vergangenen Jahren mehr denn je erforderlich, berichtete der Leitende
Sekretär Manfred Anderle. Die Zusammenarbeit mit den mittel- und
osteuropäischen Partnerorganisationen stellt einen traditionellen
Schwerpunkt der internationalen Arbeit der Gewerkschaft Metall -
Textil dar.

Ausgehend vom ersten Sozialforum Ende Januar 2001 in Porto Alegre
hat die globalisierungskritische Bewegung eine Diskussions- und
Vernetzungs-Plattform als Gegeninitiative zum Weltwirtschaftsforum
der Konzernbosse geschaffen. Das Engagement der internationalen
Gewerkschaftsbewegung in dieser globalen Gegenbewegung ist wichtig,
um erfolgreiche grenzüberschreitende Koalitionen gegen das Kapital
und die Multikonzerne zu bilden und für weltweite Sozialstandards
einzutreten. Aus diesem Grund nahmen österreichische
Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter, darunter auch Vertreterinnen
und Vertreter der Gewerkschaft Metall - Textil am dritten
Weltsozialforum in Porto Alegre im Januar 2003 sowie am Europäischen
Sozialforum in Florenz 2002 und in Paris 2003 teil.

Alle Informationen rund um den Gewerkschaftstag und aktuelle Berichte
sind unter www.gewerkschaftstag.at zu finden.

ÖGB, 21. Juni 2004
Nr. 443

OTS0178    2004-06-21/16:54

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