Dorner bedauert Rücktritt Pittermanns

"Mit ihr geht eine exzellente Kennerin des Systems" - Geriatrie erste Bewährungsprobe für neue Gesundheitsstadträtin

Wien (OTS) - Der Wiener Ärztekammerpräsident Walter Dorner bedauert den Rückzug von Elisabeth Pittermann als Gesundheitsstadträtin. Mit ihr gehe eine exzellente Ärztin und Kennerin des Systems. Es sei schade, dass sich Bürgermeister Häupl "offensichtlich aus politisch-taktischen Überlegungen heraus" zu diesem Schritt entschlossen habe. Jedenfalls werde es die neue Gesundheitsstadträtin Renate Brauner sehr schwer haben, den Weg einer bestmöglichen medizinischen Versorgung in Wien weiter zu beschreiten, wenn gleichzeitig die Budgets im Gesundheits- und Sozialbereich gekürzt würden.

Dorner attestiert der neuen Gesundheitsstadträtin, ein "politischer Profi zu sein, der die Wiener Kommunalpolitik wie aus der Westentasche kennt". Er, Dorner, hoffe jedenfalls, dass der langjährige und gute Kontakt seitens der Ärzteschaft zur Gemeinde Wien auch unter Brauner bestehen bleibe.

Auf Brauner warteten nun eine Reihe von großen Aufgaben, allen voran die Konsolidierung des Budgets des Wiener Krankenanstaltenverbunds. Dorner: "Sie wird beweisen müssen, eine Gesundheitspolitik in Wien etablieren zu können, die wieder den Patienten in den Mittelpunkt des Interesses bringt und nicht ausschließlich die Bilanzkurven der Gesundheitsökonomen." Er, Dorner, sei zuversichtlich, dass auch Brauner eine Politik gemäß der Maxime "Medizin Weltstadt Wien" verfolge und auch entsprechendes Durchsetzungsvermögen bei den Budgetverhandlungen beweisen werde.

Eine erste Standortbestimmung werde wohl die Frage der Trägerschaft der Wiener Geriatriezentren sein. "Viel Zeit hat Brauner nicht, sich einzuarbeiten." Trotzdem werde sie gleich gefordert sein, sollte tatsächlich das Wiener Heimgesetz in der vorliegenden Form in Kraft treten. "Keinesfalls darf es dazu kommen, dass die Wiener Geriatriezentren zu Heimen mit einem nicht-ärztlichen 'Heimleiter' degradiert werden", so Dorner. Damit würde es eine Nivellierung nach unten mit einem deutlich geringeren ärztlichen und therapeutischen Angebot geben.

Statt dessen müsse gewährleistet werden, dass Geriatriezentren künftig als Krankenanstalten nach dem Wiener Krankenanstaltengesetz klassifiziert würden. Nur so könne beispielsweise ein dauernder ärztlicher Dienst gewährleistet werden, der für chronisch kranke, teils schwerst morbide Patienten auch nötig sei. "Das wird sicher ein erster Gradmesser für die neue Gesundheitsstadträtin."

Dass ihre Vorgängerin, Pittermann, letztendlich frühzeitig aus dem Amt scheiden muss, bedauert Dorner. "Pittermann hat als exzellente Ärztin viele Projekte versucht, leider aber nicht alles umsetzen können." Speziell im Bereich der Vorsorge habe Pittermann gemeinsam mit der Gebietskrankenkasse, der Apotheker- und der Ärztekammer einiges bewegen können. "Die Bezeichnung als die 'vier Gesundheitspartner Wiens', also Gemeinde, Krankenkasse, Apotheker und Ärzte, war keine leere Worthülse, sondern gelebte Partnerschaft im Dienste der Patienten", betonte der Ärztechef.

Letztendlich seien es aber wiederum die Patienten, die durch den politischen Abgang Pittermanns auch Vorteile hätten. "Ihnen steht sie nun wieder voll und ganz im Hanusch-Krankenhaus zur Verfügung", so Dorner abschließend. (hpp)

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