• 21.06.2004, 13:16:03
  • /
  • OTS0127 OTW0127

Dorner bedauert Rücktritt Pittermanns

"Mit ihr geht eine exzellente Kennerin des Systems" - Geriatrie erste Bewährungsprobe für neue Gesundheitsstadträtin

Wien (OTS) - Der Wiener Ärztekammerpräsident Walter Dorner
bedauert den Rückzug von Elisabeth Pittermann als
Gesundheitsstadträtin. Mit ihr gehe eine exzellente Ärztin und
Kennerin des Systems. Es sei schade, dass sich Bürgermeister Häupl
"offensichtlich aus politisch-taktischen Überlegungen heraus" zu
diesem Schritt entschlossen habe. Jedenfalls werde es die neue
Gesundheitsstadträtin Renate Brauner sehr schwer haben, den Weg einer
bestmöglichen medizinischen Versorgung in Wien weiter zu beschreiten,
wenn gleichzeitig die Budgets im Gesundheits- und Sozialbereich
gekürzt würden.

Dorner attestiert der neuen Gesundheitsstadträtin, ein
"politischer Profi zu sein, der die Wiener Kommunalpolitik wie aus
der Westentasche kennt". Er, Dorner, hoffe jedenfalls, dass der
langjährige und gute Kontakt seitens der Ärzteschaft zur Gemeinde
Wien auch unter Brauner bestehen bleibe.

Auf Brauner warteten nun eine Reihe von großen Aufgaben, allen
voran die Konsolidierung des Budgets des Wiener
Krankenanstaltenverbunds. Dorner: "Sie wird beweisen müssen, eine
Gesundheitspolitik in Wien etablieren zu können, die wieder den
Patienten in den Mittelpunkt des Interesses bringt und nicht
ausschließlich die Bilanzkurven der Gesundheitsökonomen." Er, Dorner,
sei zuversichtlich, dass auch Brauner eine Politik gemäß der Maxime
"Medizin Weltstadt Wien" verfolge und auch entsprechendes
Durchsetzungsvermögen bei den Budgetverhandlungen beweisen werde.

Eine erste Standortbestimmung werde wohl die Frage der
Trägerschaft der Wiener Geriatriezentren sein. "Viel Zeit hat Brauner
nicht, sich einzuarbeiten." Trotzdem werde sie gleich gefordert sein,
sollte tatsächlich das Wiener Heimgesetz in der vorliegenden Form in
Kraft treten. "Keinesfalls darf es dazu kommen, dass die Wiener
Geriatriezentren zu Heimen mit einem nicht-ärztlichen 'Heimleiter'
degradiert werden", so Dorner. Damit würde es eine Nivellierung nach
unten mit einem deutlich geringeren ärztlichen und therapeutischen
Angebot geben.

Statt dessen müsse gewährleistet werden, dass Geriatriezentren
künftig als Krankenanstalten nach dem Wiener Krankenanstaltengesetz
klassifiziert würden. Nur so könne beispielsweise ein dauernder
ärztlicher Dienst gewährleistet werden, der für chronisch kranke,
teils schwerst morbide Patienten auch nötig sei. "Das wird sicher ein
erster Gradmesser für die neue Gesundheitsstadträtin."

Dass ihre Vorgängerin, Pittermann, letztendlich frühzeitig aus dem
Amt scheiden muss, bedauert Dorner. "Pittermann hat als exzellente
Ärztin viele Projekte versucht, leider aber nicht alles umsetzen
können." Speziell im Bereich der Vorsorge habe Pittermann gemeinsam
mit der Gebietskrankenkasse, der Apotheker- und der Ärztekammer
einiges bewegen können. "Die Bezeichnung als die 'vier
Gesundheitspartner Wiens', also Gemeinde, Krankenkasse, Apotheker und
Ärzte, war keine leere Worthülse, sondern gelebte Partnerschaft im
Dienste der Patienten", betonte der Ärztechef.

Letztendlich seien es aber wiederum die Patienten, die durch den
politischen Abgang Pittermanns auch Vorteile hätten. "Ihnen steht sie
nun wieder voll und ganz im Hanusch-Krankenhaus zur Verfügung", so
Dorner abschließend. (hpp)

OTS0127    2004-06-21/13:16

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NAW

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel