- 21.06.2004, 08:01:35
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"DOKUmente" am 23. Juni im ORF: Die verborgenen Wege zum Glück
Ein Film über Menschen auf der Suche nach dem Glück
Wien (OTS) - Was ist das Geheimnis eines glücklichen Lebens?
Liebe? Geld? Schönheit? Erfolg? Ist es genetisch bedingt? Oder
braucht es eine Familie und gute Freunde, um glücklich zu werden?
Vielleicht ein Mix aus alledem, aber das ist keine Garantie.
"DOKUmente" zeigt im Film "Die verborgenen Wege zum Glück" von Diana
Hill und Teresa Hunt Schöne und Reiche und ganz "normale" Menschen
auf ihrer Suche nach dem Glück. Zu sehen ist die Dokumentation in der
deutschen Bearbeitung von Edith Stohl am Mittwoch, dem 23. Juni 2004,
um 23.15 Uhr in ORF 2.
Lottogewinn brachte nicht nur Glück
Glück ist etwas, das jeder Mensch haben will. Wie es zu einem kommt,
ist nicht so einfach herauszufinden. "Alles ist möglich", heißt es
beim Lotto. Und so unvermutet traf es auch Carl, der ohne Abschluss
die Schule verließ und mit 21 Jahren als kleiner Angestellter den
Hauptpreis im Lotto - mehr als 10 Millionen Pfund - gewonnen hat.
"Jetzt muss ich nie mehr darüber nachdenken, wie ich meine
Kreditkartenrechnung zahlen soll", war seine erste Reaktion. Hat das
sein Leben verändert? Seine Antwort ist Nein. "Es hat meinen
Lebensstil verändert." Das Geld hat ihm nicht nur Glück gebracht.
Seinem Vater, seiner Mutter und seinem Bruder hat er je eine Million
Pfund geschenkt. Seinen Freunden Motorräder gekauft und sie zu teuren
Urlauben eingeladen. Doch sein bester Freund wollte immer mehr, so
ist die Freundschaft daran zerbrochen. Das hat Carl in eine tiefe
Krise gestürzt. "Wenn das Geld sich so auswirkt, dass mir mein bester
Freund abhanden kommt, wozu soll das dann gut gewesen sein?", fragt
sich Carl.
"Ich wusste nie, ob die Leute mich wegen meines Geldes oder wegen mir
selbst mögen"
Aber auch Menschen, die als Millionäre auf die Welt kommen, sind
deswegen nicht glücklich. "Ich bin mit sehr viel Geld aufgewachsen.
Als Teenager hatte ich jede Menge teure Kleider, fuhr die besten
Autos, hatte ein Segelboot, Schmuck und alles, was ich mir sonst noch
wünschte. Und ich dachte, dass mich diese Dinge glücklich machen",
sagt die Multimillionärin Jessie. "Aber ich wusste nie, ob die Leute
mich wegen meines Geldes oder wegen mir selbst mögen." Jessie hat die
Lösung ihres Problems gefunden: Sie gibt ihr Geld an andere weiter,
die es nötiger haben als sie. Das macht sie glücklich. In diesem Sinn
hat sie sich doch ein Stück vom Glück erkaufen können.
Gutes Aussehen gab Filmstar das nötige Selbstvertrauen
"Wenn ich in meiner Jugend nicht so schön gewesen wäre, wäre ich
bestimmt nicht eine so erfolgreiche Schauspielerin geworden", sagt
der Filmstar Julie Christie. Sie führt das auf ihr außerordentlich
gutes Aussehen zurück. "Das gibt einem das nötige Selbstvertrauen und
den Glauben daran, dass man eine sehr wichtige Person ist. Damit
wirkt man auf andere Menschen unglaublich attraktiv und kann jeden
Mann bekommen, den man haben will. Man fühlt sich geliebt und man ist
glücklich."
Eine Zwillingsstudie hat ergeben, dass es so etwas wie ein
"Glücksgen" geben muss
Ist also der richtige Partner der Schlüssel zum Glück? Ob einem das
gelingt, ist nicht primär vom Aussehen abhängig, sondern davon, wie
die Beziehung als Kind zu den Eltern war. Das ist ein Grund dafür,
wie glücklich wir als Erwachsene sein werden. Es gibt Menschen, die
einfach immer und ohne besonderen Grund glücklich zu sein scheinen.
Sind sie durch ihr Leben so geworden oder sind sie schon glücklich
auf die Welt gekommen? Eine Studie an eineiigen Zwillingen geht
dieser Frage nach. Barbara und Daphne sind nach ihrer Geburt von zwei
verschiedenen Elternpaaren adoptiert worden und getrennt
aufgewachsen. "Als wir uns mit 40 Jahren zum ersten Mal gesehen
haben, sind wir sofort lachend aufeinander zugegangen. Wir haben
gleich ausgesehen, mochten das gleiche Essen und die gleichen Bücher.
Wir denken ziemlich gleich und müssen über die gleichen Dinge
lachen", erzählen die beiden. Die Zwillingsstudie hat ergeben, dass
es so etwas wie ein "Glücksgen" geben muss. "So vieles in unserem
Verhalten ist von Genen bestimmt, warum also nicht auch das Glück?",
sagt die Zwillingsforscherin Dr. Sybille Carrere.
Glücklich geboren zu werden, ist keine Garantie, dass man auch
glücklich bleibt
Die Menschen kommen also mit einer bestimmten "Glücksportion" auf die
Welt. Durch unsere Lebensumstände kann diese Portion um ein gehöriges
Stück größer oder kleiner werden. Glücklich geboren zu werden, ist
noch lange keine Garantie dafür, dass man auch glücklich bleibt. "Das
Wichtigste im Leben ist, dass man ein Ziel hat", sagt Dr. Richard
Davidson. Das gilt für einen Olympiasieger genauso wie für jeden
normalen Menschen. "Es kommt nicht darauf an, wie hoch das Ziel
gesteckt ist, sondern dass man es realistischerweise auch erreichen
kann. Der Weg zu diesem Ziel und die Etappensiege machen jeden von
uns glücklicher." Das und viel Lachen. Der Spaß an einfachen Dingen,
die man um Geld kaum kaufen kann.
OTS0002 2004-06-21/08:01
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