- 20.06.2004, 09:35:11
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ÖAMTC-Erhebung: Auf der Autobahn ist jeder vierte Lenker auf dem linken Fahrstreifen unterwegs
Rechtsfahrgebot steht auf Autobahnen nicht hoch im Kurs
Wien (ÖAMTC-Presse) - Drängler gegen Schleicher. Hier steckt das
tagtägliche Konfliktpotenzial auf Österreichs Straßen, stellte der
ÖAMTC bei einer Umfrage unter 1.000 Autofahrerinnen und Autofahrern
österreichweit fest. Bei einer Erhebung ging der Club dem Phänomen
der Linksfahrer nach. "Je nach Verkehrsaufkommen und Anzahl der
Fahrstreifen auf der Autobahn hält sich bis zu ein Viertel aller
Lenker nicht an das Rechtsfahrgebot und ist unmotiviert auf dem
zweiten, dritten oder vierten Fahrstreifen unterwegs", berichtet
Roman Michalek vom ÖAMTC.
Der Verkehrstechniker des Clubs rückte mit Studententeams aus, um
mehrere Tage lang von Autobahn-Brücken aus zu erheben, wie die
jeweiligen Fahrstreifen benutzt werden. 31.000 Autos wurden auf
verschiedenen Querschnitten entlang der Süd Autobahn (A2), der Südost
Autobahn (A3) sowie der Ost Autobahn (A4) erfasst. Dabei sind die
Messstellen so ausgewählt worden, dass sowohl zwei-, drei als auch
vierstreifige Abschnitte mit Verkehrsstärken zwischen 600 und 4000
Fahrzeugen pro Stunde und Fahrtrichtung untersucht wurden.
"Abhängig von der Fahrstreifen-Anzahl sind der zweite
beziehungsweise der äußerst linke Fahrstreifen am beliebtesten", sagt
Michalek. "Gibt es drei, wechseln Pkw-Lenker seltener und später auf
den rechten zurück. Einzelne Linksfahrer sind zumeist die Ausnahme,
meist bildet sich rasch eine Kolonne von Linksfahrern."
Wenig Verkehr veranlasst jeden Vierten zum Linksfahren
Gerade wenn wenig los ist auf Österreichs Straßen, zieht es viele
auf den linken Fahrstreifen, stellte der ÖAMTC-Experte bei seiner
Erhebung fest: Je geringer das stündliche Verkehrsaufkommen pro
Fahrstreifen, um so höher der Linksfahrer-Anteil. So konnte
festgestellt werden, dass bei einer Belastung von lediglich 200
Fahrzeugen auf dem linken Fahrstreifen jeder vierte Lenker
unmotiviert diesen Fahrstreifen benutzte und laut
Straßenverkehrsordnung eigentlich auf den rechten Streifen
zurückwechseln hätte müssen.
Fahrer, die sich selbst als "schnell und sportlich" definieren,
ärgern sich am meisten über die "Bremser" auf dem linken
Fahrstreifen. Jene, die sich eher "vorsichtig und sicherheitsbewusst"
sehen, nerven die Drängler. "Knappes Auffahren und Rechts überholen
führen zu gefährlichen Situationen", sagt Michalek. "Das kann aber
bis zum strafrechtlich relevanten Tatbestand der Nötigung reichen."
Knapp ein Viertel aller Unfälle auf Autobahnen sind Auffahrunfälle
auf fahrende Fahrzeuge.
Um diesen Konflikt in den Griff zu bekommen, sind zwei Dinge
notwendig: Mehr Disziplin seitens der Lenker und effiziente
Kontrollen seitens der Exekutive. Lenker, die permanent zu dicht
auffahren und drängeln, müssen rechtzeitig erkannt, aus dem Verkehr
gezogen und abgestraft werden.
Im dichten Stadtverkehr kann Rechtsfahrgebot nicht strikt
eingehalten werden
Auf dicht befahrenen Autobahnen, vor allem in Stadtbereichen wie
der Wiener Tangente oder Donauufer Autobahn, ist es aufgrund der
Verkehrsdichte und der zahlreichen Zu- und Abfahrten nur in den
seltensten Fällen möglich, das Rechtsfahrgebot strikt einzuhalten.
"Außerdem hat sich die freie Fahrstreifenwahl gerade auf stark
befahrenen Innerortsstraßen bewährt, weil es hier aufgrund des
geringeren Tempos kaum Probleme gibt, ein rechts überholendes
Fahrzeug zu spät zu erkennen", erläutert Michalek. Für einen
homogenen Verkehrsfluss sollte aus Sicht des ÖAMTC die Möglichkeit
geschaffen werden, auf genau definierten Abschnitten des
Autobahnnetzes - vornehmlich im Stadtbereich - den Fahrstreifen frei
wählen zu können.
(Schluss)
ÖAMTC-Pressestelle/Elvira Oberweger
OTS0007 2004-06-20/09:35
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