• 18.06.2004, 10:24:01
  • /
  • OTS0080 OTW0080

Wöchentlicher Finanzmarktkommentar der Volksbank Investmentbank AG

Wien (OTS) -

USD      Euribor    Dt. Bund   ATX      DAX     DJ Ind.
             je EUR   3m         10y

 18.Juni 04   1,198    2,12%      4,37%    1939,2   3977,0   10377,5
 11.Juni 04   1,197    2,11%      4,43%    1873,6   4014,0   10410,1
 Veränderung  -0,09%   0,01%Pkt  -0,06%Pkt 3,50%    -0,92%   -0,31%

Der Konjunkturberichtder Fed, das Beige Book, signalisiert, daß
die US-Wirtschaft im April und Mai dieses Jahres im ganzen Land
weiter gewachsen ist. Die Beschäftigung hat sich weiter verbessert,
wobei sich die Neueinstellungen beschleunigten. Bei den Löhnen und
Gehältern gab es nur mäßigen Aufwärtsdruck. Die
US-Industrieproduktion ist im Mai zum Vormonat um 1,1 Prozent und
somit so stark wie seit fast sechs Jahren nicht mehrgestiegen. Eine
anhaltend dynamische Wirtschaft signalisieren auch die
Frühindikatoren. Der entsprechende Index der Fed von Philadelphia ist
stärker als erwartet von 23,8 auf 28,9 gestiegen, der Index der
Frühindikatoren legte zum Vormonat um 0,5 Prozent zu.

Die Verbraucherpreise sind im Mai vor allem wegen höherer
Energiekosten sowohl in den USA als auch in der Eurozone so stark
gestiegen wie seit langem nicht mehr. In den USA stieg die
Inflationsrate auf Jahresbasis von 2,3 auf 3,1 Prozent. In der
Kernrate, also ohne Energie- und Lebensmittelpreise, ging die
Inflationsrate allerdings von 1,8 auf 1,7 Prozent zurück. Auch in der
Eurozone verursacht lediglich die Entwicklung der Energiepreise
Inflationsdruck. Hier stieg die jährliche Inflationsrate von 2,0 auf
2,5 Prozent, die Kernrate stagniert seit Februar bei moderaten 1,8
Prozent.

Die Schweizerische Nationalbank hat mit einer leichten Straffung
der Geldpolitik überrascht. Das Zielband für den Dreimonats-Libor
wurde von 0,0-0,75 auf 0,0-1,0 Prozent ausgeweitet, wobei ein
Dreimonats-Libor in der Mitte des Bandes um 0,5 Prozent angestrebt
wird. Da sich die Konjunkturerholung in der Schweiz festigt - die SNB
erwartet dieses Jahr ein Wirtschaftswachstum von 2,0 Prozent bei
einer durchschnittlichen Jahresteuerung von 0,6 Prozent - und die
Deflationsgefahr weggefallen ist, ist die Ausweitung des Zielbandes
plausibel, die schweizerische Geldpolitik bleibt trotz dieses
Schrittes aber noch sehr expansiv mit nach wie vor negativen
Realzinsen am Geldmarkt. Der Schweizer Franken wurde im Wochenverlauf
zum Euro etwas fester, eine Tendenz die aufgrund der positiv
erwarteten Konjunkturdaten auch kommende Woche anhalten sollte.

Die Spekulation über bald deutlich steigende Zinsen in den USA
wurden durch Beschwichtigungsversuche des US-Notenbankpräsidenten
wieder etwas eingedämmt. Greenspan hatte erklärt, die lockere
Geldpolitik werde in den kommenden Quartalen sehr wahrscheinlich
"maßvoll" beendet. Die US-Anleiherenditen gingen daraufhin im
gesamten Laufzeitbereich wieder etwas zurück; das gleiche Bild - in
abgeschwächter Form - zeigte sich im Wochenverlauf bei der
Renditekurve in der Eurozone. Da die kommende Woche relativ datenarm
ist, erwarten wir weder an den Geld- noch an den Anleihemärkten große
Bewegungen.

Der Euro blieb im Laufe der Woche zum Dollar nahezu unverändert.
Der Dollar könnte durch die neuen Daten zur US-Leistungsbilanz -
diese dürfte sich, wie die Handelsbilanz schon indiziert, weiter
verschlechtern - unter Druck geraten. Ein starker Kursverfall wird
aber wegen der anhaltenden Zinserhöhungsspekulationen wohl nicht
eintreten. Für die kommende Woche erwarten wir einen moderat
stärkeren Euro.

Rückfragehinweis:
Research-Team der VB Investmentbank AG
Uta Pock: mailto:[email protected]
Tel. 01-31340-7022
Friedrich Glechner: mailto:[email protected]
Tel. 01-31340-7017
Manfred Dirngrabner: mailto:[email protected]
Tel. 01-31340-7019
Dana Kharchenko: [email protected] Tel. 01/31340-7006

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VBF

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel