- 14.06.2004, 10:36:39
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Darabos kritisiert Mück-Analyse in der "ZiB 1": "Am Wahlergebnis völlig vorbei" - Objektivitätsgebot verletzt
Wien (SK) SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos übt
Kritik an der gestrigen Analyse von TV-Chefredakteur Werner Mück in
der "ZiB 1": Der Kommentar sei am realen Wahlergebnis völlig
vorbeigegangen und symptomatisch für das Verständnis von Mück.
"Dieser sieht sich eher als der verlängerte Arm des
ÖVP-Parteisekretariats denn als Chefredakteur des
öffentlich-rechtlichen Rundfunks und der Objektivität verpflichtet."
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Werner Mück hatte gestern u.a. gemeint: Hans-Peter Martin
dämpfe den Erfolg der SPÖ; die SPÖ habe ihr Wahlziel Erster zu werden
zwar erreicht, doch von einem Denkzettel an die Kanzlerpartei ÖVP
könne keine Rede sein; die ÖVP habe trotz des massiven politischen
Gegenwindes an Stimmen sogar mehr zugelegt, als die SPÖ; die ÖVP
könne ihre sechs Mandate in Brüssel durchaus als Erfolg verkaufen; in
der SPÖ werde die Debatte über Strategie und Führung der größten
Oppositionspartei nicht verstummen. Darabos dazu: "Hier wurde ganz
klar versucht, das Wahlergebnis zu einem ÖVP-Sieg und zu einer
Niederlage der SPÖ umzuinterpretieren." Eine derartige Analyse sei
für einen "Volksblatt"-Redakteur angemessen, nicht für den
Chefredakteur des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Schließlich habe
Schwarz-Blau nach dieser Wahl keine Mehrheit mehr und beide Parteien
hätten gemeinsam 15 Prozent verloren. "Das ist ein deutlicher
Denkzettel für die Regierung", so Darabos.
Tatsache sei, dass der gestrige Kommentar Mücks nur die "Spitze
eines Eisberges" sei. Darabos räumte ein, dass die SPÖ das Bemühen
der ORF-Redakteure um einen unabhängigen, fairen Journalismus "im
Sinne einer professionellen, dem öffentlich-rechtlichen Auftrag
verpflichteten Berichterstattung" achte und respektiere. Dass sich
der Chefredakteur des ORF aber über das Objektivitätsgebot des
öffentlich-rechtlichen Rundfunks hinwegsetze und sogar so weit gehe,
durch Druck auf die Redakteure "Berichterstattungen mit eindeutiger
Schieflage" zu erwirken, sei in einem demokratischen Staat wie
Österreich unerträglich. (Schluss) se
OTS0052 2004-06-14/10:36
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