• 11.06.2004, 10:27:31
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Wirtschaftsverband Wien (SPÖ): Warum schweigt Brigitte Jank?

Wirtschaftsbund Wien lässt die Wiener Unternehmerinnen betreffend der Kinderbetreuung im Regen stehen

Wien (OTS) - Auf Antrag des Wirtschaftsverbandes Wien wurde in der
Sitzung des Wiener Wirtschaftsparlaments vom 07.Juni 2004 über eine
Entlastung selbständiger Frauen durch verbesserte Kindereinrichtungen
debattiert.

Zwei Drittel der Wiener Unternehmerinnen mit Klein- und
Mittelbetrieben (KMU) haben Kinder, 67 Prozent davon betreuen ihre
Kinder unter Tags oft selbst. Dahingehend steht nur ein knappes
Drittel der Partner untertags für die Kinderbetreuung zur Verfügung.
Eine im Auftrag des Wirtschaftsverbandes Wien erhobene Studie zeigt,
dass aufgrund der daraus resultierenden Doppelbelastung dringender
Handlungsbedarf gegeben ist und Frauen in ihren Karrierechancen
massiv benachteiligt werden.

"Wenn es schon so ist, dass die Kinderbetreuung noch immer
mehrheitlich zu den Aufgaben der Frauen zählt und die
Unternehmerinnen deshalb gegenüber ihren männlichen Kollegen
benachteiligt sind, dann ist es mir unverständlich, dass die Obfrau
des Wirtschaftsbundes Wien, mit ihrer Fraktion gegen Verbesserungen
für Unternehmerinnen stimmte. Schlimmer noch, Brigitte Jank schwieg
in der ganzen Debatte rund um den vom Wirtschaftsverband Wien
eingebrachten Antrag", so KR Christa Ornest, Vizepräsidentin des
Wirtschaftsverbandes Wien.

Der Wirtschaftsverband Wien forderte im Wirtschaftsparlament, dass
die Wirtschaftskammer Wien Modelle zur Ergänzung der derzeitigen
Kinderbetreuungseinrichtungen vorab ausarbeiten und diese Modelle
dann den zuständigen VertreterInnen des Landes vorstellen möge, um so
für ausreichende Kinderbetreuungseinrichtungen mit entsprechenden
Öffnungszeiten, die auf die Bedürfnisse der UnternehmerInnen, ihrer
MitarbeiterInnen sowie der KundInnen ausgerichtet sind, zu sorgen.

"Die ÖVP-Fraktion in der Wirtschaftskammer machte es sich wieder
einmal sehr einfach und forderte in einem Gegenantrag lediglich die
Gemeinde Wien auf, für ausreichende entsprechende
Kinderbetreuungseinrichtungen zu sorgen. Ein konstruktives
Miteinander von Wirtschafskammer und Land Wien ist seitens des
Wirtschaftsbundes einfach nicht gefragt. Wobei es mich sehr betroffen
macht, dass Brigitte Jank als Obfrau des Wirtschaftsbundes scheinbar
kein Interesse an den Frauen in der Wirtschaft hat. Ich hätte mir in
diesem Falle eine fraktionsübergreifende Frauensolidarität von ihr
erwartet", bedauert Ornest.

"Der Wirtschaftsbund und auch der Ring Freiheitlicher Wirtschaft
mögen so wie die schwarz-blaue Bundesregierung mehrheitlich gegen
soziale und wirtschaftsfreundliche Anträge der SozialdemokratInnen
stimmen. Wir werden weiterhin die Verantwortung der Wirtschaftskammer
für die Erarbeitung entsprechender Modelle von
Kinderbetreuungseinrichtungen und einen größeren Einsatz für eine
stärkere Berücksichtigung der finanziellen Aufwendungen für
Kinderbetreuung durch Selbständige fordern", betont Ornest.

Der Wirtschaftsverband Wien wird mit den Wiener Kinderfreunden als
Partnerorganisation Gespräche aufnehmen und im Interesse der
Unternehmerinnen und Unternehmer ein Pilotprojekt ausarbeiten, das
dann gemeinsam mit den zuständigen VertreterInnen des Landes Wien
präsentieren werden soll. "Wenn die ÖVP-Fraktion in der
Wirtschaftskammer Wien die Frauen schon im Stich lässt und gegen
frauen- und wirtschaftsfreundliche Anträge des Wirtschaftsverbandes
stimmt, dann suchen wir uns andere PartnerInnen, um gemeinsam für die
Frauen in der Wirtschaft die bestmöglichen Voraussetzungen und
Rahmenbedingungen zu erarbeiten und schlussendlich auch umzusetzen.
Der Wirtschaftsverband Wien handelt im Sinne der Frauen! Brigitte
Jank schweigt!", schloss Ornest.

OTS0075    2004-06-11/10:27

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | WVW

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