Wirtschaftsverband Wien (SPÖ): Warum schweigt Brigitte Jank?

Wirtschaftsbund Wien lässt die Wiener Unternehmerinnen betreffend der Kinderbetreuung im Regen stehen

Wien (OTS) - Auf Antrag des Wirtschaftsverbandes Wien wurde in der Sitzung des Wiener Wirtschaftsparlaments vom 07.Juni 2004 über eine Entlastung selbständiger Frauen durch verbesserte Kindereinrichtungen debattiert.

Zwei Drittel der Wiener Unternehmerinnen mit Klein- und Mittelbetrieben (KMU) haben Kinder, 67 Prozent davon betreuen ihre Kinder unter Tags oft selbst. Dahingehend steht nur ein knappes Drittel der Partner untertags für die Kinderbetreuung zur Verfügung. Eine im Auftrag des Wirtschaftsverbandes Wien erhobene Studie zeigt, dass aufgrund der daraus resultierenden Doppelbelastung dringender Handlungsbedarf gegeben ist und Frauen in ihren Karrierechancen massiv benachteiligt werden.

"Wenn es schon so ist, dass die Kinderbetreuung noch immer mehrheitlich zu den Aufgaben der Frauen zählt und die Unternehmerinnen deshalb gegenüber ihren männlichen Kollegen benachteiligt sind, dann ist es mir unverständlich, dass die Obfrau des Wirtschaftsbundes Wien, mit ihrer Fraktion gegen Verbesserungen für Unternehmerinnen stimmte. Schlimmer noch, Brigitte Jank schwieg in der ganzen Debatte rund um den vom Wirtschaftsverband Wien eingebrachten Antrag", so KR Christa Ornest, Vizepräsidentin des Wirtschaftsverbandes Wien.

Der Wirtschaftsverband Wien forderte im Wirtschaftsparlament, dass die Wirtschaftskammer Wien Modelle zur Ergänzung der derzeitigen Kinderbetreuungseinrichtungen vorab ausarbeiten und diese Modelle dann den zuständigen VertreterInnen des Landes vorstellen möge, um so für ausreichende Kinderbetreuungseinrichtungen mit entsprechenden Öffnungszeiten, die auf die Bedürfnisse der UnternehmerInnen, ihrer MitarbeiterInnen sowie der KundInnen ausgerichtet sind, zu sorgen.

"Die ÖVP-Fraktion in der Wirtschaftskammer machte es sich wieder einmal sehr einfach und forderte in einem Gegenantrag lediglich die Gemeinde Wien auf, für ausreichende entsprechende Kinderbetreuungseinrichtungen zu sorgen. Ein konstruktives Miteinander von Wirtschafskammer und Land Wien ist seitens des Wirtschaftsbundes einfach nicht gefragt. Wobei es mich sehr betroffen macht, dass Brigitte Jank als Obfrau des Wirtschaftsbundes scheinbar kein Interesse an den Frauen in der Wirtschaft hat. Ich hätte mir in diesem Falle eine fraktionsübergreifende Frauensolidarität von ihr erwartet", bedauert Ornest.

"Der Wirtschaftsbund und auch der Ring Freiheitlicher Wirtschaft mögen so wie die schwarz-blaue Bundesregierung mehrheitlich gegen soziale und wirtschaftsfreundliche Anträge der SozialdemokratInnen stimmen. Wir werden weiterhin die Verantwortung der Wirtschaftskammer für die Erarbeitung entsprechender Modelle von Kinderbetreuungseinrichtungen und einen größeren Einsatz für eine stärkere Berücksichtigung der finanziellen Aufwendungen für Kinderbetreuung durch Selbständige fordern", betont Ornest.

Der Wirtschaftsverband Wien wird mit den Wiener Kinderfreunden als Partnerorganisation Gespräche aufnehmen und im Interesse der Unternehmerinnen und Unternehmer ein Pilotprojekt ausarbeiten, das dann gemeinsam mit den zuständigen VertreterInnen des Landes Wien präsentieren werden soll. "Wenn die ÖVP-Fraktion in der Wirtschaftskammer Wien die Frauen schon im Stich lässt und gegen frauen- und wirtschaftsfreundliche Anträge des Wirtschaftsverbandes stimmt, dann suchen wir uns andere PartnerInnen, um gemeinsam für die Frauen in der Wirtschaft die bestmöglichen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen zu erarbeiten und schlussendlich auch umzusetzen. Der Wirtschaftsverband Wien handelt im Sinne der Frauen! Brigitte Jank schweigt!", schloss Ornest.

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