- 06.06.2004, 09:08:00
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AK Studie Konsumenten 2004: KonsumentInnen sind desillusionierter geworden
KonsumentInnen enttäuschter als noch vor über 20 Jahren - AK fordert Verbraucherbildung in Schulen
Wien (OTS) - Die KonsumentInnen sind enttäuschter als noch vor
über 20 Jahren. Das zeigt der dritte Teil einer seit 1982 laufenden
AK Befragung von 2.000 KonsumentInnen: Denn dass der Kunde König ist,
glauben viele KonsumentInnen nicht mehr. Sie fühlen sich sehr oft
übervorteilt. Und jeder zweite Befragte sucht bereits Rat und Hilfe
bei Konsumentenschutzeinrichtungen, resümiert AK Konsumentenschützer
Karl Kollmann. Die AK fordert bereits in der Schule eine
verpflichtende Verbraucherbildung.
Der Kunde ist König - dieses Gefühl haben viele KonsumentInnen
nicht mehr. 38 Prozent sagen, früher war das mehr der Fall. Obwohl
die Skepsis gegenüber der Werbung abgenommen hat, meinen heute mehr,
sie hätten einen gewissen Druck, Dinge zu kaufen oder kaufen zu
müssen, um nicht aus der Reihe zu tanzen: Drei Viertel der Befragten
sehen sich heute einem größeren Druck ausgesetzt, 1982 waren es nur
53 Prozent. Jedoch sehen viele VerbraucherInnen den Einfluss der
Werbung auf die Kinder in zunehmendem Maß als bedrohlich an: Heute
meinen 91 Prozent, dass dieser Einfluss hoch ist, 1982 waren es 81
Prozent.
Die Bedeutung der Konsumentenberatungseinrichtungen als
Anlaufstelle für Probleme hat zugenommen: Jeder zweite Befragte würde
heute bei Problemen Rat und Hilfe bei einer
Konsumentenberatungsstelle holen. Allerdings würden 17 Prozent
überhaupt nichts unternehmen, sondern ihren Ärger hinunterschlucken.
Heute würden auch deutlich weniger Konsumenten klagen - waren es 1982
noch 63 Prozent, so sind es jetzt nur mehr 53 Prozent. Als Grund
geben sie an, dass Gerichtsverfahren zu umständlich sind und die
Unternehmen mehr Erfahrung und einen längeren Atem haben.
Das Interesse an langlebigen Produkten hat abgenommen: Meinten
1982 noch fast drei Viertel der befragten Verbraucher, dass
Gebrauchsgüter etwas mehr kosten könnten, wenn sie dafür auch länger
hielten, so sind mittlerweile nur mehr 57 Prozent dieser Meinung.
Auch bei den Autos wünscht sich nur mehr jeder zweite Befragte eine
längere Lebensdauer, 1982 waren es noch 78 Prozent.
Wichtigster Anhaltspunkt für die Qualität eines Produkts ist die
Erfahrung von Freunden und Bekannten. Auch der Rat des Händlers sowie
der Preis als Qualitätsparameter haben deutlich zugelegt. Und das,
obwohl Warentests belegen, dass der Preis überhaupt kein
verlässlicher Anhaltspunkt für die Produktqualität ist.
KonsumentInnen geben ihr Geld heute lockerer aus und planen nicht
mehr so streng ihre Ausgaben (55 Prozent 1982, nun planen noch 29
Prozent). Ein Drittel würde auch ein Produkt, das üblicherweise 10
Euro kostet, um 11 Euro kaufen.
SERVICE: Die Kurzfassung der AK Studie unter
www.konsumentenschutz.at.
OTS0008 2004-06-06/09:08
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