• 03.06.2004, 10:36:48
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Maximilian Schell ist im ORF der Herr des Rings

Beeindruckende Kulturdoku über Wiens Prachtstraße am 10. Juni in ORF 2

Wien (OTS) - Sie ist Wiens Prachtstraße, ein gigantisches
Bauensemble, das Millionen Menschen weltweit kennen und bewundern.
Die Wiener Ringstraße besticht durch ihre Architektur, eine Mischung
aus imperialer Opulenz, bürgerlichem Selbstbewusstsein und neuer
Technikgläubigkeit, die noch heute als Inbegriff der "guten alten
Zeit" gilt: Kaum eine Epoche ihrer eigenen Geschichte fasziniert die
Österreicher mehr als die so genannte Ringstraßenzeit. Am Donnerstag,
dem 10. Juni 2004, porträtiert Hollywoodstar und "Kind der Stadt"
Maximilian Schell in der beeindruckenden Dokumentation "Hinter den
Fassaden - Die Geheimnisse der Wiener Ringstraße" um 21.20 Uhr in ORF
2 das Wiener Wahrzeichen. Der Oscar-Preisträger lüftet Geheimnisse
und erzählt Anekdoten und Fakten aus jener Zeit, in der der Ring sein
Gesicht erhalten hat. Gestern, am Mittwoch, dem 2. Juni, wurde der
Film, eine Koproduktion von ORF, ARTE, epo-film und bm:bwk, mit
Unterstützung des Filmfonds Wien und RTR-Fonds, im Kunsthistorischen
Museum präsentiert.

Dr. Alexander Wrabetz, Kaufmännischer Direktor des ORF: "Mit dieser
Produktion setzt der ORF den Welterfolg, den wir mit Naturfilmen
bereits erreicht haben, im Bereich der Kulturdokumentationen fort.
Wir sind stolz, dass es uns gelungen ist, Maximilian Schell dafür zu
gewinnen. 'Hinter den Fassaden' ist ein hervorragendes Beispiel, dass
mit Kultur ein sehr gutes Hauptabendprogramm zu gestalten ist. Der
ORF kommt damit einmal mehr seinem Kunst- und Kulturauftrag in einem
Maße nach, wie es kein anderer öffentlich-rechtlicher Sender in
Europa tut."

KHM-Generaldirektor Dr. Wilfried Seipel als Gastgeber der
Präsentation: "Ich habe mich sehr über diesen Film gefreut. Er ist
ein wichtiger Beitrag, um das Kulturerbe in ein breites öffentliches
Bewusstsein zu führen."

Maximilian Schell: "Die Dreharbeiten waren herrlich, ich habe viel
neues über Wien, meine Heimatstadt, erfahren. Ich bin weit gereist,
habe mit vielen Leuten gesprochen - und es stimmt: Wenn man einmal
über Wiens Pflasterstraßen gegangen ist, das vergisst man nicht mehr.
Ich empfinde Wien als eine blühende Stadt und verstehe nun diese
Sehnsucht nach Wien, die man verspürt, wenn man in der Welt
herumtingelt."

Für Oscar-Preisträger Maximilian Schell (am Montag, dem 7. Juni, in
einer Abschluss-Doppelfolge von "Der Fürst und das Mädchen" im ORF)
ist klar: Die für die damalige Zeit gigantische Planung der Wiener
Ringstraße ist schlichtweg faszinierend. In der aufwendigen
Dokumentation lockt er das Publikum mit nachdenklicher Ironie hinter
die Fassaden der Prachtstraße, erzählt Anekdoten einer Gesellschaft,
die sich im Walzertakt lachend dem Abgrund näherte und lüftet düstere
Geheimnisse, die sogar den meisten Wienern bisher verborgen geblieben
sind. Der österreichisch-schweizerische Bühnen- und Filmstar sieht in
der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Epoche, die der
kulturellen Ambivalenz unserer Gegenwart durchaus ähnlich scheint:
Eine Zeit der Innovationen, einerseits, aber andererseits auch der
wehmütigen Rückschau, des Festhaltenwollens einer scheinbar großen
Vergangenheit. Für beides ist die Wiener Ringstraße gleichermaßen
symbolhaft. Und so erzählt Schell von seiner "ganz eigenartigen
Beziehung" zum Burgtheater, verrät, warum bei Reiterdenkmälern die
Pferde auch mit dem Schwanz abgestützt werden - oder auch nicht, ruft
die menschenverachtende Geschichte des "Mohren von Wien" in
Erinnerung und berichtet vom Suiziddrama des Eduard van der Nüll,
einem der Architekten der Oper.

Eine faszinierende Mischung aus Realbildern und Computeranimationen
lässt so die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts wieder aufleben und
präsentiert die Wiener Ringstraße, wie sie heute aussehen müsste,
wenn die zum Teil unglaublichen Vorstellungen der Stadtplaner
verwirklicht worden wären. Pläne, die zukunftsweisend und
größenwahnsinnig zugleich waren.

Ebenfalls in der Dokumentation, die unter der Regie des
"Universum"-erprobten Alfred Vendl entstand (Buch: Otto Schwarz) und
zu der Meisterfilmer Georg Riha beeindruckende Luftaufnahmen
beisteuerte: Was die Tedeskos und der Walzerkönig gemeinsam haben,
warum aus dem Palais Württemberg das Hotel Imperial wurde, warum der
Volksgarten so aussieht wie er aussieht und nicht kaiserlicher Bauwut
weichen musste und warum Enten den Ring mit Polizeischutz überqueren,
während es für den Frühverkehr heißt: Bitte warten!

Apropos Vendl: Was der Film für ihn ist? "Keine städtebauliche oder
architekturkritische Enzyklopädie, sondern einfach Geschichten über
die unbekannte Seite der Ringstraße - über die Geheimnisse hinter den
prächtigen Fassaden."

Nähere Infos sind unter http://presse.ORF.at abrufbar.

OTS0074    2004-06-03/10:36

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRF

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