- 01.06.2004, 15:30:08
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Eine Stadt der Kinder für Moldawien
Das neue Projekt von Pater Georg Sporschill
Wien (OTS) - Chisinau, am Pfingstmontag. Pater Georg Sporschill
unterschreibt den Vertrag mit der Regierung Moldawiens. Eine
CONCORDIA-Stadt für 300 verlassene Kinder wird entstehen.
Der österreichische Jesuitenpater überträgt sein Modell der
Sozialarbeit für Straßenkinder von Rumänien nach Moldawien: "Meine
rumänischen Freunde haben mich gedrängt - sie möchten weitergeben,
was sie selbst empfangen haben." Mindestens 50.000 Kinder sind
verlassen, weil die Eltern (ein Viertel der Bevölkerung von 4,5 Mill.
Menschen) keine Arbeit haben und das tägliche Brot im Ausland suchen
müssen. Moldawien liegt heute noch im Schatten Rumäniens, aber die
Kinder sollen eine bessere Zukunft finden. Mit der Stadt der Kinder
will P. Sporschill ein Beispiel geben. Kinderhäuser für kleine
Gemeinschaften, Lehrwerkstätten, Spielplatz und Sporteinrichtungen
werden gebaut. Die Schule des angrenzenden Dorfes muss für den neuen
Ansturm erweitert werden.
Die Regierung Moldawiens hat das Grundstück am früher heiß
umkämpften Niesterfluss zur Verfügung gestellt. Die Baufirma STRABAG
mit Dr. Hans-Peter Haselsteiner besorgt unter schwierigen Bedingungen
den Bau der Kinderhäuser. Der Koordinator des Stabilitätspaktes für
Südosteuropa Dr. Erhard Busek übernimmt den politischen Schutz für
das ehrgeizige Projekt.
Das Modell für ein Kinderhaus in Chisinau, der Hauptstadt
Moldawiens, hat schon die Tore geöffnet. Zwei Jesuiten und junge
Helfer aus Österreich nehmen Kinder auf und leisten Friedensarbeit im
größten Waffenlager Osteuropas. Sie stecken die hungrige und begabte
Jugend Moldawiens an, alle sprechen Rumänisch, Russisch und meist
noch eine westliche Sprache. Sie möchten ihr Land aufbauen. Und die
Jugend im Wohlstand sucht nach der Chance zu helfen. "Wer ein Leben
rettet, rettet die ganze Welt" ist das Motto von Pater Georg
Sporschill.
Unsere Jugend und die Kinder von Moldawien stiften eine neue
Freundschaft. Sie erweitern Europa und machen es menschlicher. Wer
möchte "Bausteine" zur Stadt der Kinder beitragen oder gar ein Haus
für sechzehn Kinder übernehmen?
"Heute haben mich Studenten über CONCORDIA ausgefragt. Sie wollten
wissen, woher wir die Kräfte nehmen. Meine Antwort: von den Kindern,
sie elektrisieren dich, wenn sie dich berühren und erfüllen dich mit
überraschenden Kräften. Diese Kräfte kommen in gleicher Weise von den
Freunden, mit denen uns die Kinder zusammenführen. Die Freunde sind
Menschen, die auf Kinder und Schutzlose achten und großzügig sind. An
solche Freunde zu denken, die uns die Kinder geschenkt haben, ist in
sich schon ein Gebet. Da braucht es keine frommen Worte mehr.
Trotzdem ist es eine Lust, diese Gefühle gelegentlich auszudrücken -
im Abendgebet für die Wohltäter mit den Kindern und im Dank, der aus
dem Herzen ausbricht. Dass dies alles Segen ist und bringt, davon bin
ich fest überzeugt."
P. Georg Sporschill SJ
OTS0185 2004-06-01/15:30
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