• 28.05.2004, 11:17:55
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Leitl: Ohne Wachstumsstrategie droht Abstieg Europas aus der ersten Liga

WKÖ- und Eurochambres-Präsident besucht neue EU-Kommissare aus Erweiterungsländern in Brüssel - Europa hat gut Ziele, aber miserable Umsetzung

Wien (PWK378) - "Eine gezielte Wachstumsstrategie ist die einzige
Chance um einen Platz in der obersten Liga im globalen Wettbewerb zu
behalten. Ein Abstieg in die Unterliga steht bevor, wenn Europa so
weitermacht wie bisher: ohne politisches Leadership, ohne
Wachstumsstrategie, ohne wirkliche Kraft und Optimismus", betonte
WKÖ- und Eurochambres-Präsident Christoph Leitl im Anschluss an seine
Gespräche mit den neuen EU-Kommissaren aus Zypern, Markos Kyprianou,
der Slowakei, Jan Figel, aus Polen, Danuta Hübner, und aus Slowenien,
Janez Potocnik, während seines derzeitigen Aufenthalts in Brüssel.

"Die Europäische Kommission muss nicht nur Ziele festsetzen, sondern
diese auch umsetzen", ortete Leitl Managementprobleme und
appellierte: "Wir dürfen keine weitere Zeit verlieren, die
Lissabon-Ziele zu erreichen." Für einen wirtschaftlichen Aufschwung
und nachhaltiges Wachstum in Europa müssten alle an einem Strang
ziehen - EU-Institutionen, nationale Regierungen, Regionen und die
Wirtschafts- und Sozialpartner. "Wir wissen WAS zu tun ist, zu viele
wissen allerdings nicht WIE es zu tun ist. Europa leidet nicht an
Mangel an Zielen, sondern an Mangel an Professionalität, Konsequenz,
Management, Koordination und Motivation bei der Umsetzung dieser
Ziele. Dafür wird eine Verbesserung der Entscheidungsfähigkeit der
europäischen Institutionen aufgrund einer modernen Verfassung und
eines stärkeren EU-Leaderships - kurz: eine handlungsfähige
Europäische Kommission mit Wachstumswillen - unabdingbare
Voraussetzung sein", ist Leitl überzeugt.

Die Kommissare betonten, sich dieser Wachstumsnotwendigkeit auch
bewusst zu sein. Jan Figel bekannte sich dazu, dass die europäische
Wirtschaftspolitik ein zentrales Thema für die Europäische Kommission
ist. "Wir brauchen weniger Politik aber mehr Substanz in Brüssel",
strich Figel, der auch Mitglied des europäischen Konvents ist,
hervor. Als gutes Zeichen für den Integrationsprozess der neuen
EU-Mitglieder innerhalb der EU wertete Figel, dass er die
Flugverbindung Bratislava-Brüssel mit einer AUA-Maschine zurücklegte.
Dass weiterhin Mankos bestünden, zeige allerdings die nach wie vor
fehlende Autobahnverbindung zwischen Wien und Bratislava.

Kommissar Kyprianou, der zur Zeit in der Finanzkommission von
Michaele Schreyer tätig ist, wies auf die große Bedeutung effizienter
und schlagkräftiger Wirtschaftkammer-Organisationen hin. In seinem
Heimatland Zypern diente die Wirtschaftskammer Österreich als Vorbild
für die zypriotische Handels- und Industriekammer. Auch in Europa sei
eine starke Stimme der Unternehmen für die Gestaltung europaweiter
Maßnahmen und Richtlinien unentbehrlich.

Kommissarin Hübner nahm den Vorschlag von Präsident Leitl auf, die
Zusammenarbeit Europas mit China zu intenisivieren, an dem beide
Seiten sehr interessiert seien. Eurochambres kann hier große
Erfahrung aus dem erfolgreich umgesetzten Programm "Gateway to Japan"
für einen "Gateway to China" einbringen.
Mit dem slowenischen Kommissar Janez Potocnik wurden Fragen zu
EU-Erweiterung erörtert.

Leitl abschließend: "Die neuen EU-Mitglieder bringen viele neue
Ideen, Tatkraft und Optimismus ein. Vor allem aber auch europäischen
Geist. Sie fühlen sich nach Jan Figel als Teil einer vergrößerten
Familie." (Ne)

OTS0103    2004-05-28/11:17

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