• 28.05.2004, 10:43:41
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Glawischnig: EU-Bericht rügt Österreich für sinkenden Ökostromanteil

Grüne kritisieren Bartensteins Anti-Ökostrompläne

Wien (OTS) Der Anteil der Erneuerbaren Energien im Strombereich ist
in Österreich von 70 Prozent im Jahr 1997 auf 68 Prozent im Jahr 2002
gesunken. Zu diesem Ergebnis kommt ein druckfrischer Bericht der
EU-Kommission über die Entwicklung der "Erneuerbaren" in den
Mitgliedsstaaten, der den Grünen vorliegt. "Im Hinblick auf die in
wenigen Tagen startende Welt-Konferenz über Erneuerbare Energien in
Bonn ist diese EU-Rüge für Österreich mehr als peinlich", so Eva
Glawischnig, stv. Bundessprecherin der Grünen. "Damit ist auch klar,
dass die jüngste Behauptung von BM Bartenstein, wonach Österreich
seine Ökostromziele übererfülle, eine glatte Fehlpropaganda ist. Der
EU-Bericht bescheinigt, dass Österreich mit derzeitigem Trend seine
Ökostromziele nicht erreichen wird", so Glawischnig. Durch den
Bericht werde auch die Glaubwürdigkeit der heimischen
Anti-Atompolitik untergraben. Denn man könne nicht gegen AKW und
Atomstromimporte auftreten, wenn gleichzeitig der Ökostromanteil
sinkt, so Glawischnig.

Die aktuellen Pläne von BM Bartenstein, das derzeitige Fixpreismodell
beim Ökostrom zu zerschlagen, seien laut Glawischnig im Lichte der
aktuellen EU-Rüge nur als umweltpolitischer Katastrophenplan zu
bezeichnen. Die Grünen fordern BM Bartenstein auf, von der geplanten
Aufweichung des Ökostromgesetzes Abstand zu nehmen und stattdessen
den Ökostrom-Ausbau in Österreich weiter zu forcieren. Dies sei nur
unter Beibehaltung des derzeitigen Modells (garantierte
Einspeisetarife für alle Ökostromanlagen) machbar. Das von
Bartenstein geplante Ausschreibungsmodell, das mit stark begrenzten
Mitteln nur mehr wenige Anlagen fördern soll, würde Österreich im
Bereich Erneuerbare Energien weiter ins Abseits drängen. Glawischnig
fordert, das derzeitige Ziel von vier Prozent Ökostrom (ohne
Wasserkraft)bis 2008 auf acht Prozent bis 2010 nach oben zu
korrigieren.

Österreich hat sich im Rahmen der EU-Richtlinie 2001/77/EG
verpflichtet, den Anteil der Erneuerbaren Energien (Wasserkraft,
Wind, Biomasse, Solar, Geothermie etc.) bis 2010 auf 78,1 Prozent zu
steigern. Im aktuellen Regierungsprogramm ist festgeschrieben, dieses
Ziel sogar schon 2008 zu erreichen.

Rückfragehinweis: Die Grünen, Tel.: +43-1 40110-6697, [email protected]

OTS0080    2004-05-28/10:43

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