- 28.05.2004, 10:29:12
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ÖVP pfeift auf Forderungen des Jugendlandtages!
Wien (OTS) - "Wenn eine Frau die ohnehin nicht leichte
Entscheidung getroffen hat, eine ungewollte Schwangerschaft
abzubrechen, muss ihr diese Möglichkeit gewährt werden - egal wo!"
meint die Landesvorsitzende der JUSOS Salzburg, Nadine Hiller.
Dass es bis dato in Salzburg noch nicht möglich ist, einen
Schwangerschaftsabbruch durchzuführen, ist Anlass zum Handeln.
Forderungen in diese Richtung hätte es bereits viele gegeben - auch
von Seiten der Jugend. Sowohl der zweite als auch der dritte
Jugendlandtag fordert Handlungsbedarf von Seiten der Politik. So wird
"... die Möglichkeit, dass in allen Salzburger Krankenhäusern anonym
Schwangerschaftsabbrüche vorgenommen werden können" gefordert.
Trotz diesem eindeutigen Bekenntnis der Jugend für die Möglichkeit
eines Schwangerschaftsabbruches in Salzburger Landeskrankenhäusern
spricht sich die ÖVP nach wie vor dagegen aus. "Der ÖVP scheinen die
Anliegen der Jugendlichen und Frauen nicht wichtig zu sein", meint
die stellv. Landesvorsitzende der Jusos Salzburg, Elisa Schenner.
Faule Ausreden!
Das Argument der ÖVP ist alt: Der Vorstand der Landesklinik würde
die Durchführung von Schwangerschaftsabbrüchen ablehnen und könne
nicht dazu gezwungen werden. Doch dies ist mehr ein Abwälzen der
Verantwortung. Wenn es zur Zeit kein Personal gibt, welches sich dazu
bereit erklärt, Schwangerschaftsabbrüche durchzuführen, muss eben
ein/e zusätzliche MedizinerIn angestellt werden. Das Land Salzburg
ist schließlich der Spitalserhalter und kann daher sehr wohl
Veränderungen veranlassen. "Wenn die Politik nicht in der Lage ist,
hier etwas zu ändern - wer dann?" fragt sich Schenner, "Umso
erfreulicher ist es daher, dass Landeshauptfrau Gabi Burgstaller
Akzente in die richtige Richtung setzt."
Andreas Kollross, Vorsitzender der Sozialistischen Jugend
Österreich (SJÖ), und Stefanie Vasold, Frauenpolitische Sprecherin
der SJÖ, schließen sich den Forderungen der JUSOS Salzburg an:
"Ungewollte Schwangerschaften wird es immer geben. Abbrüche werden
durch ein Verbot nur in der Illegalität durchgeführt, wo das Risiko
an Folgewirkungen zu leiden oder sogar zu sterben ungleich größer
ist. Der ÖVP Salzburg ist in diesem Zusammenhang auszurichten, dass
sie sich mit ihrer Weigerung dezidiert gegen die Interessen und gegen
Selbstbestimmung von Frauen über ihren Körper aussprechen. Die ÖVP
sollte sich endlich mit der tatsächlichen Lebensrealität von Frauen
auseinandersetzen."
OTS0069 2004-05-28/10:29
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