• 19.05.2004, 12:44:17
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Pressegespräch zum Thema "Sucht" im NÖ Landhaus

Prokop und Schabl zeigten Ist-Zustand und Lösungswege auf

St. Pölten (NLK) - Landeshauptmannstellvertreterin Liese Prokop,
Landesrat Emil Schabl, die Fachstelle für Suchtvorbeugung sowie die
NÖ Suchtkoordination luden heute zu einem Pressegespräch zum Thema
"Schlagzeile: Sucht - Neue Wege zur Vermeidung von Abhängigkeit" in
das NÖ Landhaus. Grund dafür war, den aktuellen Ist-Zustand
darzustellen und allgemein über Prävention zu diskutieren.

"In Niederösterreich sind aktuell 164.000 Menschen von Nikotin,
64.500 von Alkohol, 21.200 von Medikamenten und zwischen 3.800 und
5.700 Menschen von illegalen Drogen abhängig. Durchschnittlich 3.500
Niederösterreicher sterben jährlich an den Folgen des Rauchens, 2.000
an jenen des Alkoholmissbrauchs und 17 im Zusammenhang mit dem Konsum
illegaler Drogen", sagte Prokop. Der NÖ Suchtplan aus dem Jahr 2000
sei ein Rahmenplan bzw. ein Positionspapier, mit dem die Suchtarbeit
in Niederösterreich neu strukturiert worden sei. Vor allem gehe es
darum, bereits Kindern und Jugendlichen den richtigen Weg zu weisen.
Es sei in diesem Zusammenhang auch eine kostenlose "Suchthotline"
unter der Nummer 0800/20 20 16 eingerichtet worden, die täglich von
19 bis 7 Uhr früh bzw. am Wochenende durchgehend besetzt ist.
(Weitere Informationen dazu auch unter
www.noe.gv.at/suchtkoordination.)

"Wir wollen die präventive Arbeit für alle Zielgruppen weiter
intensivieren und vermehrt Veranstaltungen anbieten. Die finanziellen
Mittel sollen so gezielt wie möglich eingesetzt werden.
Beispielsweise wird eine Notschlafstelle für suchtgefährdete
Jugendliche in St. Pölten eingerichtet. Auch im Rahmen der 'Gesunden
Gemeinde’ soll bewusst zum Thema hingeführt sowie der Suchtplan
systematisch umgesetzt werden", meinte Prokop.

Schabl konzentrierte sich in seinen Ausführungen auf den Ausbau
der Suchtberatung in Niederösterreich. Es gebe im Land derzeit 57
Beratungsstellen, die Drogen-, Sucht- oder Beratungseinrichtungen
anbieten. Bislang seien jedoch keine allgemeingültigen Kriterien für
die Beratungseinrichtungen vorgeschrieben, was eine Vernetzung und
Koordination zwischen diesen umso dringlicher mache. Schabl: "Eine
Anpassung des Bedarfs im Suchtberatungsbereich an die regionalen
Erfordernisse sowie an die aktuellen Entwicklungen und Trends im
Suchtbereich ist unumgänglich. Wie im NÖ Suchtplan vorgesehen soll
bis zum Jahr 2010 ein Vollausbau in vier Regionen Niederösterreichs
erreicht werden."

Als Modellregionen gelten derzeit die Bezirke Lilienfeld und
Baden. Die strukturelle Verbesserung der Suchtprävention in
Niederösterreich sei ein "Meilenstein" und zeige die große soziale
Verantwortung im Land; Landeshauptmannstellvertreterin Prokop habe in
diesem Zusammenhang "Pionierarbeit" geleistet. "Die Menschen, die
Hilfe und Therapie benötigen, werden diese auch bekommen", sagte
Schabl abschließend.
Bei der Fachstelle für Suchtvorbeugung handelt es sich um eine vom
Land Niederösterreich beauftragte Stelle zur Durchführung von
Suchtprävention. Sie ist eine Informations-, Beratungs-, Kontakt- und
Vermittlungsstelle für alle Belange der Suchtvorbeugung. Neben
fachlicher Unterstützung bietet die Stelle auch finanzielle Hilfe zur
Projektdurchführung.

Die NÖ Suchtkoordination koordiniert und unterstützt die
Drogenpolitik und Suchtbekämpfungsmaßnahmen des Landes. Sie ist
Ansprechpartnerin für die Öffentlichkeit sowie für die Politik in
grundsätzlichen, strukturell-organisatorischen Fragen der Suchtarbeit
und Bindeglied zu anderen entsprechenden Einrichtungen inner- und
außerhalb von Niederösterreich. Weiters ist sie Anlaufstelle für
Anfragen betreffend Drogenhilfeeinrichtungen im Land sowie
Verbindungsstelle zwischen Betroffenen, Einrichtungen und
Entscheidungen im Land Niederösterreich.

Nähere Informationen: Fachstelle für Suchtvorbeugung NÖ, 3100 St.
Pölten, Kremser Gasse 37/DG, Telefon 02742/314 40, e-mail
[email protected], www.suchtvorbeugung.at bzw. NÖ
Suchtkoordination, Abteilung Sanitäts- und Krankenanstaltenrecht, Amt
der NÖ Landesregierung, 3109 St. Pölten, Landhausplatz 1, Haus 15B,
Telefon 02742/9005-12731, e-mail [email protected],
www.noe.gv.at/suchtkoordination.

OTS0200    2004-05-19/12:44

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