• 19.05.2004, 09:04:48
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6 Jahre Sprachoffensive in Wien: Eine positive Zwischenbilanz

Wien (OTS) - Ende März 1998 starteten die ersten Kurse der
"Sprachoffensive" der Stadt Wien. Die Volkshochschule Ottakring war
von Anfang eine zentrale Anlaufstelle. Fast 1.500 Lernende konnten in
den letzten sechs Jahren die kostengünstigen Deutschkurse am
Sprachenzentrum Ottakring besuchen. Die Nachfrage war sogar weitaus
höher: Hunderte Interessierte mussten jedes Jahr mangels freier
Kursplätze weggeschickt werden.

Schwerpunkt Alphabetisierung für MigrantInnen

"Wir haben wichtige Akzente in der Sprachoffensive gesetzt", so
Mario Rieder, Leiter des Sprachenzentrums und Sprachenexperte. "Indem
wir etwa beharrlich auf die Wichtigkeit der Alphabetisierung von
MigrantInnen hingewiesen haben. Und indem wir uns um die Ausbildung
der Unterrichtenden bemüht haben: So haben wir den österreichweit
ersten Ausbildungslehrgang für LehrerInnen in der Alphabetisierung
durchgeführt." Am ersten Lehrgang (2002-2003) nahmen 16 Personen
erfolgreich teil. Im derzeit laufenden Lehrgang befinden sich 18
TeilnehmerInnen.

In Zukunft gezielter fördern durch "Bildungsschecks"

Die Bilanz ist also durchaus positiv. Verbesserungen sind dennoch
möglich. Mario Rieder: "Wir sollten darüber nachdenken, wie wir noch
gezielter jene erreichen, die Förderung am meisten benötigen:
MigrantInnen, in erster Linie Frauen, die über wenig Grundbildung und
wenig Einkommen verfügen, und für die der Schritt zu einem Kursbesuch
daher besonders schwer ist." Neben einer besseren Vernetzung von
Bildungs- und Beratungseinrichtungen für MigrantInnen sieht er ein
Zukunftsmodell in einer gezielten personenbezogenen Förderung durch
"Bildungsschecks".

OTS0036    2004-05-19/09:04

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