6 Jahre Sprachoffensive in Wien: Eine positive Zwischenbilanz

Wien (OTS) - Ende März 1998 starteten die ersten Kurse der "Sprachoffensive" der Stadt Wien. Die Volkshochschule Ottakring war von Anfang eine zentrale Anlaufstelle. Fast 1.500 Lernende konnten in den letzten sechs Jahren die kostengünstigen Deutschkurse am Sprachenzentrum Ottakring besuchen. Die Nachfrage war sogar weitaus höher: Hunderte Interessierte mussten jedes Jahr mangels freier Kursplätze weggeschickt werden.

Schwerpunkt Alphabetisierung für MigrantInnen

"Wir haben wichtige Akzente in der Sprachoffensive gesetzt", so Mario Rieder, Leiter des Sprachenzentrums und Sprachenexperte. "Indem wir etwa beharrlich auf die Wichtigkeit der Alphabetisierung von MigrantInnen hingewiesen haben. Und indem wir uns um die Ausbildung der Unterrichtenden bemüht haben: So haben wir den österreichweit ersten Ausbildungslehrgang für LehrerInnen in der Alphabetisierung durchgeführt." Am ersten Lehrgang (2002-2003) nahmen 16 Personen erfolgreich teil. Im derzeit laufenden Lehrgang befinden sich 18 TeilnehmerInnen.

In Zukunft gezielter fördern durch "Bildungsschecks"

Die Bilanz ist also durchaus positiv. Verbesserungen sind dennoch möglich. Mario Rieder: "Wir sollten darüber nachdenken, wie wir noch gezielter jene erreichen, die Förderung am meisten benötigen:
MigrantInnen, in erster Linie Frauen, die über wenig Grundbildung und wenig Einkommen verfügen, und für die der Schritt zu einem Kursbesuch daher besonders schwer ist." Neben einer besseren Vernetzung von Bildungs- und Beratungseinrichtungen für MigrantInnen sieht er ein Zukunftsmodell in einer gezielten personenbezogenen Förderung durch "Bildungsschecks".

Rückfragen & Kontakt:

Sprachenzentrum der Volkshochschule Ottakring
Mario Rieder
Tel.: (01) 4920883-52
mario.rieder@sprachenzentrum.info

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