ORF eröffnet erstes Korrespondentenbüro im arabischen Raum

Karim El-Gawhary leitet ORF-Büro in Kairo

Wien (OTS) - Mit Karim El-Gawhary hat der ORF seinen ersten ständigen ORF-Korrespondenten im arabischen Raum. ORF-Informationsdirektor Gerhard Draxler und Hörfunkdirektor Mag. Kurt Rammerstorfer haben den erfahrenen Journalisten mit der Leitung des neu gegründeten ORF-Büros in Kairo betraut. El-Gawhary wurde heute, am Dienstag, dem 18. Mai 2004, im Rahmen der insgesamt zwölften Korrespondententagung im ORF-Zentrum vorgestellt - im Beisein von Generaldirektorin Dr. Monika Linder, der ORF-Geschäftsführung, der ORF-Korrespondenten sowie deren Leiter, Chefredakteur Walter Seledec.

ORF-Generaldirektorin Dr. Monika Lindner: "Gerade in Zeiten des zusammenwachsenden Europas, aber auch in Anbetracht der außenpolitischen Ereignisse der vergangenen Jahre zeigt sich, wie wichtig ein umfassendes Korrespondentennetz für ein Unternehmen wie den ORF ist. Da die Lage im Nahen Osten in Zukunft von besonderer Tragweite sein wird, erweitert der ORF sein Netz und wird mit Karim El-Gawhary erstmals auch in der ägyptischen Hauptstadt ständig vertreten sein."

"Mit dem ORF-Büro in Kairo hat der ORF den Fuß in der Tür zum arabischen Raum. Damit können die ORF-Zuschauer künftig noch schneller, direkter und umfassender über das Geschehen in einer eminent wichtigen Region informiert werden", so ORF-Informationsdirektor Gerhard Draxler.

Hörfunkdirektor Mag. Kurt Rammerstorfer: "Das Auslandskorrespondentennetz des ORF ist auch ein wesentlicher Bestandteil der Radioinformation. Mit der Bestellung von Karim El-Gawhary konnte der ORF einen hoch qualifizierten Journalisten mit profunder Kenntnis des arabischen Raums gewinnen, um die Auslandsberichterstattung in diesem Bereich noch weiter auszubauen."

6.347 Beiträge im Jahr 2003

6.347 Beiträge oder 194 Stunden, 21 Minuten und 18 Sekunden - das ist Bilanz der im ORF-Fernsehen und -Radio gesendeten Korrespondentenbeiträge im Jahr 2003. Mit der Eröffnung des Büros in Kairo sind für den ORF zurzeit 23 Korrespondenten auch als mediale Botschafter u. a. in Washington, Moskau, Berlin, Brüssel, Prag, Paris, Belgrad und Jerusalem tätig.

Von Dalma bis Portisch - Vom Vatikan bis zum Prager Frühling

Die Liste ehemaliger und aktiver ORF-Korrespondenten liest sich wie ein Who is who des Unternehmens: Sie reicht von Hugo Portisch über Alfons Dalma bis Hans Benedict. Erster ORF-Korrespondent war Hugo Portisch beim Prager Frühling 1968. Der 1999 verstorbene Alfons Dalma - 1967 von ORF-Generalintendant Gerd Bacher als Chefredakteur der aktuellen Radio- und TV-Sendungen geholt - war von 1974 bis 1986 ORF-Korrespondent in Rom und beim Vatikan.
Klaus Emmerich, der 1969 zum ORF kam, meldete sich von 1980 bis 1989 aus Washington, bis 1992 aus Brüssel. Der in Rumänien geborene "Big Ben" Hans Benedict - u. a. auch als Kriegsberichterstatter in Vietnam und im Nahen Osten tätig - wurde ORF-Zusehern vor allem als Nahostkorrespondent bekannt, der sich von 1979 bis 1983 von den brisantesten Schauplätzen meldete. Auch "Am Schauplatz"-Chef Christian Schüller war als Korrespondent tätig: Von 1987 bis 1994 fielen Glasnost und Perestrojka, der Ausbruch nationaler Konflikte vom Baltikum bis zum Kaukasus, das Ende des Kalten Krieges und schließlich die Auflösung der Sowjetunion in seinen Tätigkeitsbereich in Moskau. Auch Innen- und Europapolitik-Chef Hans Bürger war als Korrespondent in Brüssel eingesetzt.
Andreas Pfeifer meldet sich regelmäßig aus der Heiligen Stadt. Das war nicht immer so: Bis 2001 war das ORF-Büro in Bozen. Letzte Errungenschaft des ORF-Korrespondentennetzes: Im September 2003 wurde mit Carola Schneider das erste ständige Büro in der Schweiz eingerichtet.

El-Gawhary: Der neue Mann im arabischen Raum und Palästina

Karim El-Gawhary, der mit 1. Mai 2004 bestellt wurde, betreut den gesamten arabischen Raum - neben Ägypten u. a. auch Syrien, den Irak und Saudi-Arabien sowie Palästina. Der 1963 als Sohn einer deutschen Mutter und eines ägyptischen Vaters in München geborene studierte Islamwissenschaften und arbeitete bereits in seiner Studienzeit als freier Journalist in Damaskus und Kairo. Seit 1992 ist der deutsche Staatsbürger, der fließend Arabisch spricht, freier Nahost-Korrespondent mit Sitz in Kairo. El-Gawhary ist mit einer US-Amerikanerin verheiratet und hat zwei Kinder, Nadin und Sophia.

Neuer ORF-Korrespondent sieht sich als "kultureller Übersetzer" und "Vermittler"

El-Gawhary hatte seinen ersten Fernsehauftritt 1991 anlässlich des Golfkriegs. Seine bisherige journalistische Tätigkeit konzentrierte sich vorrangig auf den Printjournalismus. Umso mehr sieht er seine Tätigkeit beim ORF als "neue Herausforderung, die sehr viel Spaß macht". Mit seiner Arbeit als Journalist sieht sich El-Gawhary "als kultureller Übersetzer". Es gehe darum, "Geschichten über Menschen zu machen und zu vermitteln, dass Menschen Menschen sind - egal auf welcher Seite sie stehen. Man muss sich in beide Mentalitäten einfühlen."

Seine beruflichen Reisen führten ihn u. a. zur zweiten Intifada nach Israel, Arafats Ankunft in Gaza, zum zweiten und dritten Golfkrieg nach Jordanien, in den Irak - vor und nach Saddam Hussein - nach Libyen aus Anlass der deportierten Palästinenser etc.
"Der israelische Rückzug aus dem Südlibanon und der Fall der Saddam-Statue zählen zu den größten historischen Ereignissen, die ich persönlich erleben durfte", so El-Gawhary.

El-Gawhary: zwischen Harvard und Kairo

Neben seiner Tätigkeit für den ORF versorgt er 13 Zeitungen -darunter die "Hannoversche Allgemeine", "Stuttgarter Nachrichten", "Die Presse" - aber auch die ARD. Als freier Korrespondent arbeitete bzw. arbeitet er auch für die "Berliner Zeitung", den "Standard", "Sunday Independent" (Johannesburg), "Die Wochenpost", "Die Zeit", "GEO Magazin" und die "Neue Zürcher Zeitung". Für die Nahost-Fachzeitschriften "Middle East International"(London), "Middle East Report" (Washington) und "Al-Ahram Weekly" (Kairo) berichtet El-Gawhary regelmäßig.

El-Gawhary hat auch mehrere Beiträge in Büchern veröffentlicht: u. a. "Der Zwiespalt der Machtlosen - Die Araber und der Westen", "Islamische Banken in Ägypten - Soziale Verantwortung oder 'parasitäres' Gewinnstreben". Vorträge in Harvard, Boston und im arabischen Raum stehen ebenso auf der Tätigkeitsliste des neuen ORF-Korrespondenten.

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